Renoviertes „Herzstück“ für den „Park der Stille“

Gruppenbild mit einem Teil der bei der Feierstunde Anwesenden und Stadtbaurat Daniel Schreiner links).
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Gruppenbild mit einem Teil der bei der Feierstunde Anwesenden und Stadtbaurat Daniel Schreiner links).

Stadt Fulda übergibt ehemalige Aussegnungshalle an Horaser Förderverein

Fulda. Er liegt etwas versteckt am Hang des Kalvarienbergs, doch wenn man den Ort erst einmal gefunden hat, steht man inmitten einer grünen Oase: Die Rede ist vom Alten Horaser Friedhof. Selbst vielen Einheimischen ist das idyllische Gelände, das von der Marienstraße aus kaum zu sehen ist, unbekannt. Doch das könnte sich bald ändern: Der Alte Friedhof, auf dem nach 1996 keine Beisetzungen mehr stattfanden, soll zu einem „Park der Stille“ werden und an die geplante touristi-sche Spaziergang-Route „Bonifatiusstieg“ angebunden werden. Jetzt wurde das frisch renovierte „Herzstück“ des künftiges „Parks der Stille“, die unter Denkmal-schutz stehende frühere Aussegnungshalle, von der Stadt Fulda an den Förder-verein „Park der Stille“ Fulda-Horas e.V. übergeben. Gleichzeitig wurde damit das Startsignal für die künftige kulturelle Nutzung des Gebäudes und des Geländes gegeben.

Fuldas Stadtbaurat Daniel Schreiner skizzierte noch einmal die Entstehungsge-schichte der Aussegnungshalle, die 1951 durch die Stadt Fulda errichtet wurde. Einen besonderen künstlerischen Akzent erhielt das Gebäude durch ein Sgrafitto, das der in Niesig lebende Kunstmaler Hermann Wirth schuf. Es macht neben der zeittypischen und fast original erhaltenen Bauweise mit dem hölzernen Tonnenge-wölbe im Hauptraum den Denkmalwert des Gebäudes aus. Später wurde der Friedhof in Richtung Bahnlinie erweitert, die Aussegnungshalle rückte damit mehr in die Mitte des Areals.

Die Bürgerinnen und Bürger der ursprünglich eigenständige Gemeinde Horas, die bereits 1938 als Stadtteil nach Fulda eingemeindet worden war, hatten noch bis 1996 den Alten Friedhof als Begräbnisstätte nutzen können. Zwar gibt es aus die-ser Zeit immer noch Gräber, die auch gepflegt werden, jedoch laufen die Ruhe- beziehungsweise Liegezeiten in den nächsten Jahren nach und nach aus. Die Pläne sehen vor, dass die Grabsteine, sofern die Familien dies wünschen, auch im „Park der Stille“ erhalten bleiben – schließlich besitzen die Steine über die individuelle Erinnerung an die jeweiligen Verstorbenen hinaus auch einen Wert als Zeugnisse der Handwerkskunst ihrer Entstehungszeit. Ein besonderes Zeitdokument sind zum Beispiel auch die Grabsteine der im Zweiten Weltkrieg bei einem Luftangriff getöteten Menschen aus Horas.

Die ehemalige Aussegnungshalle wurde bis 2017 noch durch das Friedhofsamt der Stadt Fulda genutzt, danach stand sie leer. Um die ehemalige Friedhofsanlage sowie das baufällig gewordene Gebäude nicht dem Verfall preiszugeben, wurden verschiedene Ideen entwickelt, das Gelände neu zu nutzen. So entstand die Idee zum „Park der Stille“. Als Impulsgeber und Motor erwies sich der gleichnamige Förderverein, der sich 2018 bildete. Stadtbaurat Schreiner dankte dem Vorsitzen-den Stefan Grauel für die Initiative sowie die vielen Stunden an Eigenleistung, die der Verein bei der Renovierung eingebracht habe. Symbolisch übergab der Stadt-baurat dem Vereinsvorsitzenden die Schlüsselgewalt für das Gebäude und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass es Verein gelingen möge, das Gebäude mit Leben zu füllen. In einem zweiten Schritt werde nun noch die Freifläche für die kom-mende Nutzung als „Park der Stille“ und als Station des „Bonifatiusstiegs“ herge-richtet.

Stefan Grauel dankte für die enge Kooperation mit der Stadt Fulda und für die Übergabe des Gebäudes. Zugleich führte er noch einmal aus, was der Verein sich künftig im Gebäude, das auch eine kleine Teeküche sowie eine behindertenge-rechte Toilette erhielt, an Aktivitäten vorstellen kann, die der Würde des Ortes gerecht werden: Meditationsveranstaltungen, kleine Konzerte, Lesungen, Kunst-ausstellungen, Malprojekte mit Kindergärten und Schulen oder auch die Möglich-keit, in aller Ruhe seelsorgliche oder palliativ-orientierte Gespräche zu führen – dies alles sind Ideen, die jetzt mit Leben gefüllt werden müssen. Die ersten bei-den Lesungen mit einer heimischen Autorin sind übrigens bereits terminiert siehe Kasten). In den Dank an seine aktiven Mitstreiter im Verein Egon Baier, Gerhard Leitsch, Olaf Koch und Martin Schultheis) schloss Grauel auch die Mitarbeiter des Gebäudemanagements der Stadt ein, die bei der Sanierung maßgeblich beteiligt waren: Bernd Abeska, Markus Busch und Christian Heil.

Grauel betonte, dass die Aussegnungshalle auch künftig ihren sakralen Charakter behalten werde. In diesem Zusammenhang galt sein besonderer Willkommens-gruß und Dank Pfarrerin Tina Oehm-Ludwig von der evangelischen Versöhnungs-kirche am Aschenberg sowie Pfarrer Markus Agricola von katholischen Horaser Kirchengemeinde St. Bonifatius. Die beiden Geistlichen spendeten dem sanierten Gebäude den Segen und betonten, dass der Ort nach wie vor wie geschaffen sei für spirituelle Erfahrungen.

Erste geplante kulturelle Veranstaltungen im „Park der Stille“ sind:

[Veranstalter: Förderverein „Park der Stille“ e.V. -finanziell unterstützt von der Stadt Fulda]

Donnerstag, 12. August, um 18 Uhr: Open-Air-Autorenlesung mit Sophia Mott

Sie liest aus ihrem Buch „Mein Engel, mein alles, mein Ich: Beethoven und die Frauen“

Der Eintritt ist frei. Für einen kleinen Imbiss und Getränke ist gesorgt.

Donnerstag, 9. September, um 18 Uhr: Open-Air-Autorenlesung mit Sophia Mott

Sie liest aus ihrem Buch "Dem Paradies so fern - Martha Liebermann". Musikalische Umrahmung durch die Gruppe "Lilienfeld". Der Eintritt ist frei. Für einen kleinen Imbiss und Getränke ist gesorgt.

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Hinweise bitte an das Polizeipräsidium Osthessen unter Telefon 0661/105-0, jede andere Polizeidienststelle oder über die Onlinewache unter www.polizei.hessen.de
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