Rettet unseren Vater: Martin aus Fulda sucht einen Stammzellenspender

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Martin M. und seine Kinder. Der Vater braucht eine Stammzellenspende, um die Leukämie zu besiegen.

Der dreifache Familienvater und Psychologe Martin M. aus Fulda hat Leukämie. Am 7. Februar gibt es eine Spender-Registrierungsaktion in Fulda.

Fulda - Martin, dreifacher Vater aus Fulda, hat Blutkrebs. Eine Stammzellspende ist seine einzige Überlebenschance. Bislang ist die weltweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“ erfolglos. Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann helfen und sich am Donnerstag, den 07.02.2019, in der Aula des Marianums in Fulda als potenzieller Stammzellspender bei der DKMS registrieren lassen. Auch Geldspenden werden dringend benötigt, da der gemeinnützigen Gesellschaft allein für die Registrierung eines jeden neuen Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen.

Martins Krankheitsgeschichte beginnt bereits im Jahr 2007. Alles beginnt ganz harmlos mit Rückenschmerzen. Doch die Schmerzen bleiben hartnäckig, keine Therapie schlägt an. Nach einem MRT dann der Schock: Martin leidet an einem multiplen Myelom, einer Tumorerkrankung des Knochenmarks. Chemos und Bestrahlungen wechseln sich ab, unter der Behandlung bricht ein Lendenwirbel und verursacht starke Schmerzen. Es folgen zwei Transplantationen mit eigenen Stammzellen. Diese können aber keine Heilung bringen. Dann im Dezember 2018 ein erneuter Schock: Diagnose Leukämie. Jetzt kann nur ein passender Fremdspender sein Leben retten.

Martin hat sich nie gefragt, warum es ihn so hart getroffen hat. Durch seine Arbeit als Psychologe und Psychotherapeut im Klinikum Fulda ist er es gewohnt, seine Mitmenschen durch Lebenskrisen zu begleiten. Seit zwölf Jahren muss er zeitgleich seine eigene Krise meistern. „Ich bewundere seine Haltung“, erklärt Ingrid, Martins Frau. „Er hat eine grundpositive Ausrichtung, versucht selbst in schwierigen Situationen noch das Positive herauszuholen. Von Anfang an hat er trotz aller Therapien und Eingriffe eine ungewöhnlich gute Balance zwischen Kampf und Akzeptanz gefunden.“

Leidenschaftlicher Musiker

Martin ist ein leidenschaftlicher Musiker, spielt als Gitarrist in verschiedenen Jazz-Combos, hört alles von AC-DC bis Zappa und träumt von einem eigenen Tonstudio, in dem er mit seinen Bandkollegen proben kann und in dem er Platz hat, seine Gitarren zu bauen. Seine Musikerfreunde wissen, welche Bedeutung Musik für Martin hat. In all den schwierigen Jahren weichen sie nicht von seiner Seite. Die größte Kraft zieht Martin aus seinen Kindern und Enkeln. Seinen beiden Töchtern und seinem Sohn ist er eng verbunden. Obwohl sie in Berlin, Heppenheim und Mainz leben, stehen sie täglich in Kontakt. Gerade in der schwierigen Krankheitsphase ist die Familien-Whatsapp von morgens bis abends aktiv. „Kilometer können uns nicht trennen. Unsere Verbindung steht“, berichtet Ingrid. „Morgens wird mein Mann per Whatsapp mit ‚Papa, wie geht es Dir?‘ begrüßt und abends schließt ein Familienmitglied mit ‚Gute Nacht, ihr alle zusammen.‘ Und zwischendurch werden Fotos von den über alles geliebten Enkeln hin- und hergeschickt.“

Gerade ist das dritte Enkelkind unterwegs und Martin möchte den neuen Erdenbürger willkommen heißen und aufwachsen sehen. Und er möchte später all seinen Enkeln die Insel Samos zeigen, die er und seine Frau so lieben. Martins Familie möchte ihm diese Wünsche von Herzen gern erfüllen. Aber dazu brauchen sie die Unterstützung vieler hilfsbereiter Menschen, die bereit sind, dem Aufruf zu folgen und sich typisieren zu lassen. Denn nur wer sich registrieren lässt, kann als möglicher Spender für Martin gefunden werden. Aus diesem Grund hat sich die Familie mit vielen Freunden, Musikern und Lehrern an die DKMS gewandt. Seit einer Woche kümmert sich das Orga-Team um die geplante Aktion, sucht viele ehrenamtliche Helfer, klebt Plakate, verteilt Flugblätter, macht große Online-Aufrufe und organisiert Benefizveranstaltungen. Martins Kinder bitten alle um Unterstützung: „Das Grausame ist, dass unser Papa so schwer erkrankt ist. Das Gute ist, dass ein passender Spender sein Leben retten kann. Unser Vater ist der beste Vater der Welt, wir wollen ihn nicht verlieren. Eine solche Diagnose könnte jeden von uns treffen. Mit der Aktion möchten wir ein Zeichen setzen und zeigen, dass man etwas tun kann. Wir hoffen inständig, dass die Bürger in Fulda und Umgebung unserem Aufruf folgen. Jeder einzelne Spender schenkt unserem Vater und anderen betroffenen Patienten das Wertvollste, was es gibt - die Hoffnung auf ein zweites Leben. Jedem, der an der Aktion teilnimmt, danken wir von ganzem Herzen.“

Die Registrierungsaktion für Martin findet am Donnerstag, 7. Februar, von 15 bis 19 Uhr im Marianum Fulda (Aula) in der Brüder-Grimm-Straße 1 statt.

Die Registrierung geht einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen durchgeführt, damit seine Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion registrieren ließen, müssen nicht erneut mitmachen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung. Da die DKMS als gemeinnützige Gesellschaft im Kampf gegen Blutkrebs auf Spendengelder angewiesen ist, wird um finanzielle Unterstützung gebeten. Jeder Euro zählt!

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