Rettungsgasse - lebensrettender Weg wird häufig nicht frei gemacht

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Osthessen/Fulda. In der Fahrschule lernt man, wie man eine Rettungsgasse bildet - kurze Zeit später ignorieren viele das Gelernte jeodoch.

Osthessen/Fulda. Stellen Sie sich einmal vor, Sie haben einen Unfall auf der Autobahn und niemand kommt, um Ihnen zu helfen. Sie sitzen eingeklemmt und blutend in Ihrem Auto. In einem solchen Moment werden Sekunden gefühlt zu Minuten, Minuten werden zu Stunden. Und dann hören Sie plötzlich den Rettungswagen, aber er kommt nicht näher. Er steckt fest, weil im Stau hinter dem Unfall keine Rettungsgasse gebildet wurde.

Szenarien wie dieses passieren leider immer wieder auch auf osthessischen Straßen. Martin Schäfer, Sprecher des "Polizeipräsidiums Osthessen" sagt: "Es geht zu viel Zeit verloren, wenn die Auto- und Lkw-Fahrer erst anfangen,  irgendwie eine Gasse zu bilden, wenn sie bereits die Rettungskräfte im Rückspiegel sehen."

Auch Gaffer seien ein großes Problem. "Es gibt immer wieder Situationen, da steigen Auto- oder auch Lkw-Fahrer, die in einem Stau stehen, einfach aus ihren Fahrzeugen aus – schließen am besten noch ab – und gehen ‘mal schauen, was passiert ist. Dass ihr Fahrzeug aber vielleicht gerade den Rettungsweg blockiert, realisieren viele dieser Gaffer zunächst nicht."

Bereits seit 1982 gibt es den Paragraphen 11 der Straßenverkehrsordnung für "Besondere Verkehrslagen". Da heißt es: "Stockt  der Verkehr auf Autobahnen und Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung, müssen Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen in der Mitte der Richtungsfahrbahn, bei Fahrbahnen mit drei Streifen für eine Richtung zwischen dem linken und dem mittleren Fahrstreifen, eine freie Gasse bilden."

Wir stellen fest: Neu ist das Gesetz nicht. Doch,wenn man im Stau steht, hat man schnell das Gefühl, als wenn kaum ein Verkehrsteilnehmer je von dem Begriff ,Rettungsgasse’ gehört hat. Da wird hektisch am Lenkrad herum gerissen und versucht, sein Auto im Stau irgendwie an die Seite zu bugsieren, wenn ein Rettungsfahrzeug angerauscht kommt. Immer wieder müssen Rettungsfahrzeuge in solchen Situationen anhalten und warten, bis Fahrzeuge an die Seite gefahren werden. Das kostet Zeit. Zeit, die ein Schwerverletzter nicht hat.

Wer sich nicht daran hält eine Rettungsgasse zu bilden, muss mit einem Verwarnungsgeld von 20 Euro rechnen. In Österreich kann es in diesem Fall sogar ein Bußgeld von bis zu 2.000 Euro geben. Das würde sicher auch hier in Deutschland den ein oder anderen eher dazu bewegen, doch im Stau an der Seite zu bleiben."Aber eins muss uns klar sein: Mit keinem Bußgeld der Welt, kann man einen Menschen wieder ins Leben zurückholen", mahnt Schäfer. "Deshalb kann ich nur an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer appellieren, dass sie eine Rettungsgasse bilden. Denken Sie daran: Es kann jederzeit jeden von uns oder einen unserer Lieben treffen. Wenn Sie in einen Stau kommen, verfolgen Sie die Verkehrsnachrichten ganz genau und machen Sie sofort Platz für Rettungskräfte. Wenn einer damit beginnt, zur Seite zu fahren, fällt vielleicht doch dem ein oder anderen Fahrer wieder ein, dass eine Rettungsgasse gebildet werden muss."

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