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Rhöner Gigolos

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Von HANS-PETER EHRENSBERGERKleinsassen-Danzwiesen. Das Glck dieser Erde liegt auf dem Rcken der Pferde. Sagt ein altes Spric

Von HANS-PETER EHRENSBERGER

Kleinsassen-Danzwiesen. Das Glck dieser Erde liegt auf dem Rcken der Pferde. Sagt ein altes Sprichwort, das viele Menschen gerne fr sich in Anspruch nehmen. Der Verfasser dieser Zeilen bis dato nicht. Fr ihn wre ein anderer (mehr oder weniger schlauer) Spruch wohl passender gewesen: Das grte Glck der Pferde sind Reiter auf der Erde.

So (oder hnlich) wird wohl zunchst auch Gigolo gedacht haben, der 27-jhrige Hannoveraner Wallach, als sich der leicht bergewichtige Reporter mit 103 Kilo Lebendmasse auf seinen Rcken schwang. Wobei schwingen in diesem Zusammenang leicht bertrieben klingt. Hieven wre besser, treffender formuliert. Weil nmlich auch noch ein Sthlchen als Steighilfe zum Einsatz kam, bevor die Reitstiefel endlich im Steigbgel ihren Platz gefunden hatten und der Fulda aktuell-Journalist im Sattel sa.

Doch dann gings los in die herrliche Rhnlandschaft rund um die Milseburg wohlgemerkt zum ersten Mal als rasender Reiter-Reporter. Wobei rasend auch schon wieder schwer bertrieben ist, denn die Gangart des Pferdes war bestenfalls von langsamem Schritt bestimmt. Was freilich nicht allein auf das bergewicht des Reiters zurckzufhren war, sondern in erster Linie der Sicherheit der Gruppe diente, die von Wanderritt-Fhrerin Jutta Scheuthle und Praktikantin Saskia Leymann komplettiert wurde. Und die hatten im Prinzip die Reiterhosen an, gaben Geschwindigkeit und Kommandos vor.

So blieb dem Erst-Reiter nichts anderes brig, als sich mit der Rolle des Nachzglers abzufinden und sich dem doch eher gemchlichen Tempo anzupassen was nicht zuletzt auch Gigolo zugute kam. Das pensionierte frhere Springpferd steuerte ganz geschickt das Vorwrtskommen, knabberte mal hier an einem Busch am Waldes-, graste mal dort am Wegesrand.

Gleichwohl fhlte sich sein Reiter schon auf den ersten Metern wie Old Shatterhand in den Karl-May-WinnetouFilmen, auch wenn seine Reitknste eher an den darin von Chris Howland verkrperten, leicht zerstreuten Kino-Reporter erinnerten. Eine Treppen-Hilfe war nach der Rast an den Bubenbade-Steinen indes nicht mehr ntig. Galant wie ein Gigolo schwang sich der Protagonist auf den Rcken des gleichnamigen Pferdes. Das trug seinen Gast ohne einen einzigen Abwerfer durch das herrliche Ambiente des Biosphrenreservats wieder wohlbehalten zurck zum Ausgangspunkt des Ausritts. Den tollen Gesamteindruck konnten auch die wegen der nicht ganz professionellen Sitzhaltung im Sattel leicht skeptischen Blicke der Wanderer am Wegesrand nicht verwischen.

Offensichtlich hatten sich da Zwei gefunden, die sich auf Anhieb richtig prima verstanden. Versprochen dies war zwar mein erster, wird aber nicht mein letzter Ritt gewesen sein. Auch ein krftiger Muskelkater in den Oberschenkeln und das Ziehen im verlngerten Reporter-Rcken noch Tage danach trbten ein richtig rundes Rhner Reit-Erlebnis nicht wirklich.

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