Vor 50 Jahren wurde die "Rhönlinie" der A 7 eingeweiht

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Die „Thalaubach-Talbrücke“ der A 7 nahe des Eichenzeller Ortsteils Döllbach während des Baus im Jahr 1967.

Verkehrsminister Arndt: Ganz Region erwacht aus dem "Dornröschenschlaf" / Baukosten von 900 Millionen D-Mark

Fulda -  900 Millionen D-Mark Baukosten, 144 Kilometer Gesamtlänge, 122 Überführungsbauwerke, 23 Talbrücken, sechs Jahre Bauzeit: Die Bauarbeiten für die A 7 von Bad Hersfeld bis Würzburg hatten 1962 begonnen. Nach der Inbetriebnahme einzelner Teilabschnitte wurde die Gesamtstrecke am 30. Juli 1968, also vor 50 Jahren, nach der Fertigstellung des letzten Teilabschnittes durch die Rhön mit einer feierlichen Verkehrsfreigabe bei Eichenzell-Welkers eröffnet.

„Die Rhönlinie gehört zu den bautechnisch schwierigsten deutschen Autobahnstrecken“, sagte Bundesverkehrsminister Georg Leber damals. Der hessische Verkehrsminister Rudi Arndt unterstrich die Bedeutung der Autobahn für Wirtschaft und Tourismus als „Erwachen der Rhön aus ihrem bisherigen Dornröschenschlaf“. Auf Bundesebene war die Strecke zur Entlastung der völlig überfüllten „HaFraBa“ gedacht, der Verbindung Hamburg-Frankfurt-Basel. Auf Landesebenen galt es dadurch auch eine Umfahrungsmöglichkeit des Verkehrsballungsraums Rhein-Main mit seinem damals schon neuralgischen Frankfurter Kreuz zu erhalten.

In einer 1968 veröffentlichten Begleitbroschüre zur Gesamtfreigabe wird anschaulich davon gesprochen, wie beschwerlich sich der Verkehr vor Eröffnung der Autobahn durch die Rhön gequält hat: „ …ihre eng beieinanderstehenden Kuppen und Kegel im Vorland machen sie zu einer Bastion, die jeden Verkehr hindurch erschwert. So ist es kein Wunder, dass nur die Bundesstraßen 27 und 279 das Gebirge mühsam durchqueren und zahlreiche Fernlastfahrer können ein Lied davon singen, wie schwer im Winter Pässe zu überschreiten sind.“ Und weiter: „So hat die neue Verkehrslinie mehrfache Bedeutung: Für den Fernverkehr in Deutschland sowie zwischen Ostseeraum und Mittelmeer bringt sie eine erhebliche Erleichterung im Vergleich zu dem bisher beschwerlichen Weg, besonders im Hinblick auf den berüchtigten Rhönwinter. In dem Gebiet, das die Rhön-Autobahn durchzieht, wird sie die Wirtschaft beleben. Neue Industrien werden entstehen, vorhandene Absatzgebiete vergrößern. Kürzere Verbindungen werden Zeit einsparen.“

Viele dieser Hoffnungen und Erwartungen hat die Autobahn sicher erfüllt. Heute ist ein gesamtdeutsches Verkehrsnetz ohne die A 7 nicht mehr vorstellbar, damals noch im Zonenrandgebiet, liegt die Rhönlinie der A 7 heute inmitten eines vereinten Deutschland und Europa. Kein Wunder also, dass die Verkehrsprognosen im Zuge der Planfeststellung von einer geringeren Belastung ausgingen: 1959 errechnete man eine Verkehrsdichte von maximal 17.000 Fahrzeugen pro 24 Stunden bis zum Jahr 1980. Bei der Verkehrszählung 1980 sind es aber schon 23.296 Fahrzeuge. Und 1990 werden bereits 40.332 Kfz gezählt und die Verkehrsbelastung steigt stetig weiter an.

Die Zunahme des Verkehrs ist nicht spurlos an der Substanz vorübergegangen. Rund 136 Millionen Euro investiert die Bundesrepublik Deutschland deshalb aktuell in die anstehende Erneuerung von Brücken alleine auf dem 60 Kilometer langen Teil der A 7.

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