Richtungsweisendes Projekt

Lauterbach. Wir sind stolz darauf, in diesem richtungsweisenden Projekt als Partner mitwirken zu knnen", sagte der Vogelsberger Land

Lauterbach. Wir sind stolz darauf, in diesem richtungsweisenden Projekt als Partner mitwirken zu knnen", sagte der Vogelsberger Landrat Rudolf Marx, als er am Dienstag im Posthotel Johannesberg in Lauterbach gemeinsam mit Professor Dr. Michael Wachendorf ber 40 Fachleute aus drei europischen Lndern begrte. In dem Projekt kooperiert das Amt fr den lndlichen Raum in der Kreisverwaltung mit der Universitt Kassel, der Estonian University of Life Sciences in Tartu (Estland) und dem Institute of Biological and Rural Sciences IBERS in Aberystwyth (Wales). Die Delegationen waren nach Lauterbach gekommen, um eine europaweit einzigartige Forschungsanlage in Betrieb zu nehmen. Sie steht in Lauterbach-Frischborn. Mit ihr soll erforscht werden, wie in hoher Effizienz gleichzeitig Strom, Wrme und vor allem Festbrennstoff aus Gras hergestellt werden kann.

Landrat Marx betonte, das Projekt Prograss, stehe in einer Reihe von Projekten, die einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Strkung der Region mit all ihren Potenzialen leisten. So sei es gelungen, bereits im Rahmen des Landesprojektes Bioregio-Holz" die Ressource Holz energetisch besser zu nutzen mit dem Effekt, dass etliche Schulen und ffentliche Gebude auf eine Wrmeversorgung auf der Basis von Holz umgestellt werden konnten. Durch eine breite ffentlichkeitsarbeit sei die Bercksichtigung von bisher ungenutzter Biomasse als Beitrag zur knftigen Energieversorgung der Region strker in das Bewusstsein der Brger gebracht worden.

Darauf aufbauend, habe der Vogelsberg mit seinem Entwicklungskonzept Bioenergie erfolgreich an einem Bundeswettbewerb teilgenommen. Die daraus entstandene Bioenergieregion Mittelhessen" sei unter anderem deshalb so erfolgreich auf Bundesebene gewesen, weil sie auf alleinstellende und innovative Projekte, wie das transeuropische Life+-Projekt Prograss" habe verweisen knnen.

Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft und die damit stark zurckgehende Zahl der Rauhfutter fressenden Tiere existiere ein erhebliches Nutzungsproblem auf den biologisch wertvollen Wiesen und Weiden des Vogelsberges. Nur Beweidung, die auch eine entsprechende Vermarktung erfordert, sei das Problem der Unternutzung des artenreichen Grnlandes nicht in den Griff zu bekommen.

Durch die Anlage in Lauterbach-Frischborn knne nun in idealer Weise die Mglichkeit der energetischen Nutzung des Aufwuchses wissenschaftlich untersucht werden. Es knnen jetzt belastbare Daten ermittelt werden, die eine Entwicklung vom Technikumsmastab der Anlage in Frischborn zu einer Anlage fr die Realitt ermglichen", freute sich Landrat Marx.

Zielsetzung sei die Erhaltung der artenreichen Kulturlandschaft, verbunden mit einer zustzlichen Wertschpfung in der Landwirtschaft. Darber hinaus solle ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet und die schrittweise Abkehr von den fossilen Energietrgern begonnen werden.

Das Projekt Prograss ist auf diejenigen Biomassepotenziale ausgerichtet, die bislang keinen oder nur einen geringen Marktwert hatten. Damit steht das Projekt nicht in Konkurrenz zur klassischen Landwirtschaft wie beispielsweise den Milchvieh haltenden Betrieben. Dies ist mir sehr wichtig", sagte Marx.

Das Anlagenprinzip:

Die Bereitstellung des Ausgangsmaterials in Form von ballierter Silage ermglicht einen ganzjhrigen und kontinuierlichen Betrieb der Anlage.

Die Silage wird der Anlage zugefhrt und mit ca. 40 Grad Celsius warmen, im Kreislauf zirkulierenden Wasser gemaischt. Durch diesen Vorgang werden die bei einer spteren Verbrennung des Materials hinderlichen, weil korrosiv wirkenden Elemente wie Chlor und Schwefel, ausgewaschen. Anschlieend wird das gemaischte Substrat mit einer Schneckenpresse abgepresst und der Presssaft in einen Biogasfermenter gepumpt. Das dort entstehende Biogas wird fr die Erzeugung von fr den Betrieb der Anlage notwendigen Strom und Wrme verwendet. So wird die Wrmeenergie zum Trocknen des Presskuchens genutzt der nach einer Pelletierung als Regelbrennstoff nutzbar sein soll. Zustzlich erzeugter Strom kann ins ffentliche Netz eingespeist werden.

Dieses geschlossene System ist einer herkmmlichen Biogasanlage vergleichbar jedoch erhlt man zustzlich einen handelbaren Festbrennstoff. Der Wirkungsgrad der Anlage ist demzufolge deutlich besser im Vergleich zur klassischen Biogasproduktion.

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