Rückkehr zu G9

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Hilders/Wiesbaden. Grünen-Fraktionschef Wagner besucht "Ulstertalschule": Gutes Beispiel für längere Schulzeit.

Hilders. "Die Ulstertalschule in Hilders ist ein gutes Beispiel dafür, wie die von CDU und GRÜNEN geschaffenen Rückkehrmöglichkeiten zu G9 konkret genutzt werden", sagte Mathias Wagner, Vorsitzender der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, am Mittwoch bei einem Besuch der Schule. Nachdem für die neuen Fünftklässler in Hilders von Anfang an die längere Schulzeit G9 gilt, kehrt nun auch der laufende 6. Jahrgang komplett zu G9 zurück, und für den laufenden 7. Jahrgang wird es künftig parallel G8- und G9-Klassen geben. "Das zeigt, dass wir durch vielfältige Möglichkeiten dem Elternwillen soweit es ging Rechnung getragen haben", erläuterte Wagner, der auch bildungspolitischer Sprecher seiner Fraktion ist. "Wir wissen aber auch, dass aufgrund des Vertrauensschutzes für bestehende G8-Klassen nicht an allen Schulen alle Erwartungen von Eltern erfüllt werden konnten."

Wagner erkundigte sich bei Schulleiterin Annette Albrecht und Elternvertretern über Erfahrungen und Wünsche aus der Praxis der selbstständigen Schule und Umweltschule. Für den GRÜNEN-Kreisverband Fulda nahm Bernd Eckart am Gespräch teil.

Aus Sicht Wagners ist der Streit um G8 und G9 ein Beispiel dafür, warum Hessen einen Schulfrieden braucht:  "Ein Konsens über die Schulentwicklung für die nächsten zehn Jahre muss Schulen die Verlässlichkeit und Planungssicherheit geben, die sie für ihre pädagogische Arbeit brauchen. Hätten wir uns schon früher auf diesen Weg gemacht, hätten wir uns auch in der Frage G8/G9 viele Probleme sparen können." Je nach Mehrheit im Landtag sollte das Schulsystem in den vergangenen Jahrzehnten oft grundsätzlich umgekrempelt werden. "Die Leidtragenden waren Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrerinnen und Lehrer", so Wagner. "Statt sich auf die Qualität des Unterrichts und individuelle Förderung konzentrieren zu können, mussten sie immer neue vermeintliche Heilsbotschaften und Zwangsbeglückungen aus Wiesbaden umsetzen."

Schon in der Opposition hatten DIE GRÜNEN deshalb einen Bildungsgipfel gefordert, den sie nun mit der CDU als Partner umsetzen. "Mit der Auftaktkonferenz im September 2014 machen wir uns nun auf den Weg, den jahrzehntelangen Schulkampf in Hessen möglichst zu beenden. Der Bildungsgipfel ist der Ort, an dem Politik und Praxis die Herausforderungen der Schulpolitik erörtern können – konstruktiv und lösungsorientiert, nicht ideologisch und parteipolitisch."

Aus Sicht Wagners sind die Voraussetzungen für die Schulen in Hessen gut: "Im Gegensatz zu anderen Bundesländern nutzen wir die zurückgehenden Schülerzahlen nicht zur Haushaltssanierung, sondern vollständig für die Verbesserung des Bildungssystems. Wir werden mit der Bildungs- und Betreuungsgarantie gemeinsam mit den Kommunen dafür sorgen, dass allen Grundschulkindern, deren Eltern dies wollen, ein verlässliches und hochwertiges Angebot von 7.30 bis 17 Uhr zur Verfügung steht. Und wir ermöglichen es Schulen mit Instrumenten wie dem Sozialindex, flexibel auf besondere Herausforderungen zu reagieren."

Wagner betonte aber auch die Grenzen der Politik: "Wir haben für die Rahmenbedingungen zu sorgen und ansonsten den engagierten Praktikern möglichst wenig Steine in den Weg zu legen. Es sind die Eltern, die Lehrerinnen und Lehrer und die Schülerinnen und Schüler, die gemeinsam eine gute Schule ausmachen."

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