Die Rückkehr der Wölfe nach Hessen

Heimische Weidetierhalter ziehen am 15. Januar auf den Luisenplatz in Wiesbaden um zu demonstrieren.

Region - Die aktuelle Entwicklung der Wolfsnachweise in Hessen beunruhigt die Weidetierhalter auch in unserer Region. Im Jahr 2019 sind bereits mehr als 30 Nachweise von Wölfen in Hessen auf der offiziellen Monitoring-Homepage des „HLNUG“ verzeichnet, darunter besonders auch im Vogelsbergkreis. Zehn der 30 Nachweise beruhen auf Rissen in Schafherden, bei denen regelmäßig mehrere Tiere betroffen waren. Aus diesem Grund sieht sich der „Hessische Verband für Schafzucht und Haltung“ gezwungen, an die Öffentlichkeit zu gehen. und zu einer Demonstration am 15. Januar in Wiesbaden aufzurufen. „Da in das Beutespektrum des Wolfes nicht nur unsere Schafe und Ziegen fallen, sondern auch Kälber, Fohlen, Geflügel, Gatterwild, Kameliden, Esel und Ponys suchen wir den Zusammenschluss mit Weidetierhaltern der anderen Tierarten“, heißt es in dem Aufruf. Die Weidetierhalter würden beim Schutz ihrer Herden vor dem großen Raubtier von der Politik alleingelassen. Die Existenz der Familienbetriebe solle auf dem Altar des angeblich „größten Erfolgs des Naturschutzes“, der Rückkehr des Wolfes in die Weidegebiete, geopfert werden. Man frage sich schon lange, was der Naturschutz dazu beigetragen habe, dass Wölfe nun auch wieder in Hessen eine Heimat gefunden haben.

„Ist die Rückkehr der Wölfe nach Hessen wirklich bedeutender für den Natur- und Artenschutz als die Offenhaltung der Landschaften wie der Rhön oder des Vogelsberges durch unsere Weidetierherden?“ Es spreche nicht für den Sachverstand der Vertreter des Verbandsnaturschutzes und der Naturschutzbehörden, wenn die Jahrhunderte lange Arbeit zur Schaffung und Erhaltung der wertvollsten und artenreichsten Biotope der Wiederansiedlung einer aktuell populären Art eines großen Landraubtieres geopfert werden solle. Der „Wolfskuschelkurs“, den Politiker im Angesicht von finanzkräftiger und geschickter Lobbyarbeit der so genannten „Wolfsfreunde“ fahren, die Verbandspolitik vor wahren Naturschutz stelle, sei völlig praxisfremd im Alltag der Weidewirtschaft.

Die prekäre wirtschaftliche Situation der Schäfer sei bereits in 2008 von der Europäischen Kommission wahrgenommen und bestätigt worden. Seitdem habe sich die Situation durch gestiegene Bürokratie, neue Tierseuchen, höhere Kraftfutter- und Pachtpreise sowie Lohnkosten und vieles mehr, weiter verschlechtert. Die politisch gewollte Rückkehr des Wolfes gebe den Betrieben den Rest. Gemeinsam mit anderen Weidetierhaltern werde man am 15. Januar in Wiesbaden auf den Luisenplatz ziehen und von den Landespolitkern Antworten auf die Forderungen verlangen sowie ein entsprechendes Papier an Ministerin Priska Hinz übergeben. „Wer es wirklich ernst meint mit Naturschutz, Artenvielfalt und Biodiversität, der muss die Weidetierhaltung in Hessen schützen und sie nicht opfern“. Wer den Wolf wolle, der solle auch für die Schäden aufkommen, die er verursache. „Wir brauchen Hilfe bei dem Schutz unserer Herden vor dem Wolf. Wir brauchen Unterstützung, um unsere Schutzmaßnahmen für alle Herden, zu verbessern. Wir fordern eine Entschädigung für alle Folgen, die durch Angriffe von Wölfen auf Weidetiere entstehen“.

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