Viel mehr als ein Rennen: Sascha Gramm aus Hainzell lief quer durch Mosambik

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Unterwegs durch Mosambik: Sascha Gramm, Jamie Hildage und Iulian Rotariu.
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40-jähriger Lauftrainer wird hervorragender Zweiter beim "Ultra Africa Race" / Beeindruckende Begegnungen 

Fulda/Hosenfeld - Seit seinem letzten Treffen mit der „Fulda aktuell“-Redaktion, Mitte 2018 und kurz vor dem 250 Kilometer langen „Gobi March“ durch die Mongolei, hat sich bei Sascha Gramm eigentlich nichts verändert: Denn auch am Mittwochnachmittag kommt der 40-jährige Familienvater aus Hainzell lächelnd und ohne zu Schnaufen über die Treppe in den vierten Stock.

Wahrscheinlich hat er den Gang als leichtes Auslaufen erachtet, nachdem er vor Kurzem den 220 Kilometer langen „Ultra Africa Race“ quer durch Mosambik gemeistert und mit einem herausragenden zweiten Platz beendet hatte. Und um im Laufjargon zu bleiben: Seinem Ziel, der „Continental Challenge“, ist der gelernte Betriebswirt und Lauftrainer ein gehöriges Stück näher gekommen. Dabei müssen innerhalb von zwei Jahren fünf bestimmte Etappenrennen auf fünf Kontinenten gelaufen werden. Mit dem Lauf durch Mosambik ist Afrika abgehakt, nachdem im Mai erst Australien an der Reihe gewesen war und „The Track“ absolviert wurde: 520 Kilometer in zehn Tagen, von Alice Springs zum sagenumwobenen Ayers Rock. Nun stehen also „nur“ noch Europa, Amerika und Asien aus. Sind auch diese Rennen gemeistert, dann wartet die Aufnahme in die „Hall of Fame“.

Doch zurück zum „Ultra Africa Race“: Wie anfangs erwähnt, galt es 220 Kilometer mit Gepäck zur Selbstverpflegung zu meistern. Übernachtet wurde in zwar einfachen, aber zweckmäßigen Lodges, um fit für den Tag zu sein, wenn das Laufen durch mitunter knöcheltiefen Sand anstand. „Außerdem machte uns besonders am dritten Tag heftigster Regen und Gegenwind zu schaffen“, so der 40-Jährige, der sich mit Gurkan Acikgöz eine Lodge teilte. Der Türke gilt in seinem Heimatland als läuferische Legende, weil er Diabetes hat und zeigen möchte, dass diese Krankheit einen nicht davon abhalten sollte, seine Ziele zu erreichen.

Gramm war unter den 16 Teilnehmern übrigens der einzige deutsche Starter im Feld. Der spätere Gesamtsieger Iulian Rotariu aus Rumänien, der bereits „The Track“ gewonnen hatte, und der letztendlich drittplatzierte Australier Jamie Hildage hatten sich zunächst vor den Hainzeller geschoben, der vor der abschließenden Etappe seinen deutlichen Abstand auf den Vierten unbedingt halten wollte. Die finale Runde aber geriet zum Triumph, aus den 45 Minuten Rückstand auf Hildage wurden 30 Minuten Vorsprung. Gramm: „Man läuft und läuft und läuft – und weiß überhaupt nicht, wie man steht und wo die anderen sind.“ Mit einer Gesamtzeit von 27:01:07 Stunden beendet der osthessische Extremsportler schließlich das Rennen durch das ostafrikanische Land.

Seine Taktik habe sich letztendlich ausgezahlt, sagt der Extremsportler: „Tempo machen bis zum ersten Checkpoint, dann ein Sich-Zurücknehmen, um die Ressourcen zu schonen“. Untereinander sei der Zusammenhalt im Übrigen groß gewesen, „aber wenn es auf die Strecke ging, dann war die sportliche Rivalität natürlich da“.

Im Gespräch mit Gramm verspürt man zum einen die Leidenschaft für das Laufen, die den Hainzeller antreibt, zum anderen aber auch die Begeisterung, die zu spüren ist, wenn er in anderen Ländern auf andere Kulturen und andere Menschen trifft. „Die Begegnungen gerade mit den Kindern während dieser fünf Tage werden mir immer in Erinnerung bleiben“, so Gramm, der erzählt, mit wie viel tiefer Dankbarkeit Mitbringsel wie Buntstifte, Malbücher oder gerade auch ein Fußball entgegengenommen worden seien.

Beeindruckt habe ihn auch die von Herzen kommende Freundlichkeit der Einheimischen: So sei man mit Tomaten, frisch gebackenem Brot oder auch spontan von einem Baum gepflückten Kokosnüssen beschenkt worden. „Das ist alles unglaublich gewesen“, so Gramms Fazit, der natürlich auch von etwas Gefahrvollem zu berichten weiß: Auge in Auge mit einer Baby Black Mamba.

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