Schauspielerin Kristin Heil: Starke Frau für starke Rollen

Das Landestheater Eisenach.
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Kristin Heil aus Hettenhausen gehört zum festen Ensemble des "Landestheaters Eisenach".

Eisenach/Gersfeld - Kristin Heil aus Hettenhausen beendete ihre Schauspielausbildung an der „Schauspielschule Kassel“ im Frühjahr 2017. „Ich habe mich bei jedem Theater in Deutschland beworben“, erzählt die 22-jährige Hettenhäuserin im Gespräch mit „Fulda aktuell“.

Nach mehreren Vorsprechen wurde sie in Eisenach ein zweites Mal eingeladen. „Das zweite Vorsprechen fand im ,Meininger Staatstheater’ statt“, sagt Kristin. Dort sitzt Intendant Ansgar Haag, der für beide Häuser verantwortlich ist. „Es war ein Glücksfall, dass ich eine Stelle so nahe meiner Heimat bekommen habe“, sagt sie. Es war dennoch eine Bedingung, dass sie ihren Wohnsitz nach Eisenach verlegt. „Wir proben sehr viel, da ist es kaum möglich, zu pendeln“, so die Hettenhäuserin. Das Schauspiel­ensemble des Theaters besteht aus sechs festen Kräften, hinzu kommt das Ballett mit 16 Tänzerinnen und Tänzern. „Insgesamt arbeiten 75 Menschen hier am Theater“, sagt Sistrut Vogel, die Pressereferentin des „Landestheaters Eisenach“.

Lottes emotionaler Zwiespalt

Kurz vor einer Aufführung von „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe in Eisenach spricht Kristin mit „Fulda aktuell“ über die Rolle der „Lotte“, die sie auf der Bühne verkörpert: „Sie ist eine sehr selbstbewusste, liebevolle und ehrliche Frau. Lotte hat die Mutterrolle für ihre kleinen Geschwister übernommen“, sagt die Schauspielerin. Und „Lotte“ ist Albert versprochen. Doch sie lernt Werther kennen, der sich tief in sie verliebt. Lotte selbst ist hin- und hergerissen – Pflichtgefühl und die „geordneten Verhältnisse“ bei Albert auf der einen Seite, Lockerheit und Glück mit Werther auf der anderen. „Lotte gerät in einen emotionalen Zwiespalt“, beschreibt Kristin ihre Figur.

Intensive Probenarbeit

Da Lotte im Briefroman Goethes immer nur aus der Sicht eines anderen beschrieben wird, hatte Kristin viele Freiheiten bei der Gestaltung der Rolle. „Unsere Regisseurin Gabriela Gillert hat sehr intensiv mit uns geprobt, uns dabei aber auch viel improvisieren lassen“, erinnert sich die junge Schauspielerin. „Normalerweise wird für ein Stück sechs Wochen geprobt. Bei ,Werther’ waren es sogar acht Wochen. Fridtjof, der den Werther spielt, Michael alias Albert und mich hat diese intensive Arbeit auch privat sehr eng verbunden.“ Das feste Schauspiel-Engagement in Eisenach bedeutet für Kristin Heil vor allem eines: „Sicherheit!“, sagt sie. Zumal man als festes Ensemblemitglied die Möglichkeit habe, ganz andere Rollen zu spielen als beispielsweise als freischaffende Schauspielerin. In Eisenach stand sie unter anderem beim Weihnachtsstück „Mio, mein Mio“ auf der Bühne. Dort konnte Kristin eine böse Tante spielen. „Solche Rollen bekomme ich wegen meines Aussehens seltener, denn wenn man sich freischaffend für eine Produktion bewirbt, gehen die Verantwortlichen erst einmal nur nach dem Aussehen“, sagt sie. Derzeit wird für das Flüchtlingsstück „Der Junge mit dem Koffer“ geprobt.

Doch genau ihr Aussehen hat ihr im Sommer 2016 die Rolle der „Kantorka“ bei den „Bad Hersfelder Festspielen“ eingebracht. Dort spielte sie in Otfried Preusslers „Krabat“ eine 15-Jährige, die Krabat aus den Fängen des bösen Meisters befreit.

„Musical Sommer Fulda“

Ihre schauspielerische Karriere begann Kristin, für die seit dem siebten Lebensjahr feststand, einmal auf der Bühne zu arbeiten, bei der „TSG Künzell“. In Fulda stand sie bereits bei den Musicals „Bonifatius“, „Die Päpstin“, „Die Schatzinsel“ und zuletzt in „Der Medicus“ auf der Bühne des Schlosstheaters. „Auch wenn ich jetzt fest am ,Landestheater Eisenach’ engagiert bin, sind Gastspiele in Absprache mit der Intendanz möglich“, erzählt sie. Ihr Wunsch ist es, auch 2018 beim „Musical Sommer Fulda“ in „Der Medicus“ und in „Die Schatzinsel“ wieder in Fulda auf der Bühne zu stehen. In Eisenach moderiert Kristin mit ihrer Kollegin Farina eine Radiosendung, bei der das Theater und die Mitarbeiter vorgestellt werden. „Wir beantworten dabei Fragen, die die Zuschauer interessieren“, sagt sie.

Auch nach den Aufführungen stehen im Theater manchmal Gesprächsrunden der Schauspieler und Regisseure mit Schulklassen auf der Tagesordnung. „Die Leiden des jungen Werther“ wird in Eisenach noch zweimal gespielt – am 1. und am 23. Februar jeweils um 19.30 Uhr. Ab April wird es dann sechs Vorstellungen im „Meininger Staatstheater“ geben. „Unsere Zuschauerzahlen sind gut, aber wir kämpfen dennoch ums Überleben“, sagt Pressereferentin Vogel. Sie ist jedoch froh da­rüber, dass das neue Ensemble von den Zuschauern gut angenommen werde. „Unsere Gäste kommen aus der Region, aber auch darüber hinaus aus Hersfeld-Rotenburg, Eschwege und auch Erfurt und Gotha zu uns“, sagt sie.

Kristin Heil, die neben Schauspiel auch Gesang und Tanz beherrscht, wird ab Mai in der neuen Produktion von „Fame“ gemeinsam mit dem Ballett und Musikern auf der Bühne des „Landestheaters Eisenach“ zu sehen sein. Doch zunächst stehen die beiden Aufführungen von „Werther“ für sie auf dem Programm. Tickets dafür gibt es unter www.landestheater-eisenach.de im Internet.

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