Scheidender "MIT"-Landesvorsitzender Hartmann zieht Bilanz

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Frank Hartmann

Petersberger Rechtsanwalt zieht sich beim "MIT"-Landesmittelstandstag am heutigen Samstag zurück 

Petersberg - Im Gespräch mit Frank Hartmann wird sehr schnell deutlich, wie sehr den 57-jährigen Rechtsanwalt aus Petersberg zum einen die Ausgestaltung der Sozialen Marktwirtschaft fasziniert, zum anderen die Möglichkeiten, die ein Engagement in der Politik bietet. Beim Landesmittelstandstag der hessischen „MIT“ (Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU) am heutigen Samstag in Langen wird Hartmann nach sechs Jahren den Vorsitz niederlegen. Sein Nachfolger wird voraussichtlich Marco Reuter, Büroleiter des Europaabgeordneten Thomas Mann. Im Gespräch mit der Redaktion von „Fulda aktuell“ zieht Hartmann Bilanz seines Engagements für die „MIT“, deren Mitglied er seit dem Jahr 1986 ist. Der CDU gehört er „seit frühester Jugend“ an.

Dass es der Bundesrepublik derzeit wirtschaftlich so gut gehe, was sich auch an der niedrigen Arbeitslosenzahl ablesen lasse, sei gerade auch dem Engagement der mittelständischen Unternehmen in Verbindung mit der Arbeitnehmerschaft zu verdanken, so Hartmann. Den Hauptanteil bei den „MIT“-Mitgliedsfirmen machten Unternehmen aus, die gut zehn Mitarbeiter hätten. „Ein breit aufgestellter und funktionierender Mittelstand hat Deutschland gut getan und tut unserem Land auch weiterhin gut“. Im Gegensatz übrigens zu Staaten, die einen solch wirtschaftlichen (und gesellschaftlich wichtigen!) Mittelbau nicht hätten.

Stichwort Soziale Marktwirtschaft: Der 57-Jährige zitiert Ludwig Erhard, wonach die Wirtschaftspolitik zu 50 Prozent aus Psychologie bestehe. „Die Politik muss die Rahmenbedingungen so schaffen, dass die Wirtschaft in Ruhe arbeiten kann“, formuliert Hartmann seine Überzeugung. Stolz ist er darauf, dass während seines Vorsitzes unter anderem in Hessen das Vergabegesetz verabschiedet wurde, „das ein Vorzeigemodell auch für andere Bundesländer sein könnte“. Auch die in 2016 vom Bundestag verabschiedete so genannte „Flexi-Rente“ sei ein großer Erfolg der „MIT“, die ihre Forderung durchgesetzt habe, über den Renteneintritt hinaus weiter arbeiten zu können, ohne dass Arbeitgeber und Mitarbeiter wie bisher benachteiligt würden. Durch ergänzende Zahlungen der Rentenbeiträge erhalte der Mitarbeiter seit Januar 2017 eine höhere Rente. Gleichzeitig entfielen die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung, womit Arbeiten attraktiver werde.

 Zugute kamen Hartmann bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als „MIT“-Landeschef natürlich seine beruflichen Erfahrungen: Als Rechtsanwalt ist er nämlich unter anderem auf Arbeitsrecht spezialisiert. Wichtig seien zudem die persönlichen Kontakte unter anderem zum „MIT“-Bundesvorsitzenden Carsten Linnemann und zu Vertretern der „CDA“ (Christlich Demokratische Arbeitnehmerschaft). Dass die „MIT“ auch bei der CDU-Mutterpartei gehört werde, zeigten wiederum Beschlüsse des Bundesparteitages Ende letzten Jahres, die auf „MIT“-Anträgen basierten. Wie die Wiedereinführung der im Zuge der Handwerksreform für 53 Berufe abgeschaffte Meisterpflicht, die Entlastung der Wirtschaft von unnötiger Bürokratie und das Schaffen von besseren Rahmenbedingungen für Zukunftstechnologien.

Er sei stolz darauf, mit der „MIT Hessen“ einen sehr schlagkräftigen Verband sechs Jahre lang geführt zu haben, dessen Initiativen mitunter weit über den Einflussbereich des Bundeslandes hinausgingen. Und auch darauf, dass die Mitgliederzahl der „MIT Hessen“ in den vergangenen sechs Jahren stabil gehalten wurde, während die vieler anderer Vereinigungen und Parteien deutlich zurückgegangen ist.

Hartmann hätte weitermachen können, entschied sich aber – auch im Hinblick auf seine anwaltliche Tätigkeit – dafür, jetzt in Langen einen Schlussstrich zu ziehen. Zumindest unter sein Engagement als Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung. Das Motto hätte im Übrigen trefflicher nicht lauten können als „Nur ein starker Mittelstand schafft soziale Sicherheit“.

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