Im Hünfelder Museum wird keltischer Alltag erlebbar

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Modell des Mackenzeller Keltenhofs als Schenkung für "Konrad-Zuse-Museum"

Hünfeld - Diesen Tag hat der passionierte Modellbauer Hans Grieß nicht mehr erleben können. Seine Witwe Christine Grieß übergab als Schenkung ein rund zwei mal ein Meter großes Modell des Mackenzeller Keltenhofs an das "Konrad-Zuse-Museum" in Hünfeld, das er in Monate langer, detailverliebter Kleinarbeit mit Unterstützung von Prof. Dr. Dr. Dr. Christoph Raschka und der fachlichen Begleitung durch den zuständigen Abteilungsleiter des Hünfelder Museums, Jürgen Schneider, hergestellt hatte.

Das Modell bildet nicht nur die beiden rekonstruierten Gebäude des bedeutenden keltischen Siedlungsplatzes im Vorderen Haugraben in Mackenzell ab, sondern zeigt zahlreiche Figuren und Szenen des Alltagslebens dieses Siedlungsplatzes vor rund 2.500 Jahren.

Ute Schneider, Leiterin des Museums, bekannte, dass sie anfangs skeptisch gewesen sei, als der Modellbauer, der vor allem durch seine großformatigen Schiffsmodelle bekannt geworden sei, dem Museum diese Schenkung angeboten habe. „Meine Begeisterung wuchs jedes Mal, als ich die Arbeitsfortschritte von Hans Grieß sehen konnte“, sagte die Museumsleiterin.

So ein kenntnisreich und detailreich hergestelltes Modell hätte sich das Museum bei einem teuren, professionellen Modellbauer nicht leisten können, bekannte Ute Schneider. Noch dazu hatte sich Hans Grieß selbst darum gekümmert, dass der Mackenzeller Schreiner Hermann Wehner die Grundplatte für das Modell ehrenamtlich herstellte.

Der Freundes- und Förderkreis des "Konrad-Zuse-Museums" musste sich also nur noch darum kümmern, eine Schutzhaube herstellen zu lassen, um das filigrane Exponat zu schützen. Das Modell lade dazu ein, auf Entdeckungsreise in die vorgeschichtliche Zeit der Region zu gehen. Durch die Ausstellung dieses Modells wolle das Museum auch ein ehrendes Andenken an Hans Grieß wahren.

Jürgen Schneider, der zuständige Abteilungsleiter des Museums, ordnete die Bedeutung des keltischen Siedlungsplatzes in Mackenzell aus wissenschaftlicher Sicht ein. Es sei der kompletteste Siedlungsplatz, der in ganz Zentraleuropa zentral erforscht werden konnte. Bislang seien allein 13 Häuser entdeckt worden. Die weitergehenden Forschungen hätten auch ergeben, dass zwischen Mackenzell und Hünfeld ein weiterer Siedlungsplatz bestanden haben muss und dass die Anfang der 30er Jahre gefundenen Gräber zwischen Mackenzell und Molzbach im Zusammenhang mit diesen Siedlungsplätzen gestanden hätten. Neuere Forschungen haben weiter ergeben, dass die in den Abfallgruben gefundenen Weizenreste exakt 2.567 Jahre alt seien. Die Abfallgruben solcher Siedlungsplätze seien für die Forscher besonders wichtig, weil sich in diesen sehr viele Exponate finden, die Aufschluss über das Alltagsleben der Menschen im Zeitraum 700 bis 300 Jahre vor Christi Geburt geben. Eine Besonderheit seien auch die sechs Keramikbrennöfen, davon vier in einer Reihe, die davon zeugten, dass dieser Siedlungsplatz eine größere Anzahl an Bewohnern gehabt habe. Allein das Hünfelder Museum verfüge noch über 70 bis 80 Kartons von Exponaten, die bei den Ausgrabungen 2000 und 2001 gefunden wurden und aus Platzgründen nicht ausgestellt werden könnten.

Der Mackenzeller Siedlungsplatz habe in der archäologischen Forschung einen ganz besonderen Stellenwert, versicherte Schneider. Schon sein Vorgänger als Abteilungsleiter, Christian Aschenbrenner, habe bei seinen Forschungen feststellen können, dass der Siedlungsplatz „geordnet besenrein“ von den Bewohnern verlassen worden sei. Darauf deuteten das Fehlen von Metallwarenfunden hin, die als wertvoller Besitz von den Bewohnern offenbar mitgenommen wurden. Auch von größeren kriegerischen Auseinandersetzungen sei dieser Siedlungsplatz offenbar unberührt geblieben.

Mit dem Modell von Hans Grieß könne nun Besuchern, die keinen Abstecher zu den rekonstruierten Keltenhäusern in Mackenzell machen wollten, direkt im Museum ein anschauliches Bild dieses bedeutenden archäologischen Ortes vermittelt werden, hob Schneider hervor.

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