"Postbank" schließt Mitte Juni ihre Hünfelder Filiale 

Niederlassung in der Josefstraße 3 wird dicht gemacht / Dienstleistungen der Post dann in der Partnerfiliale bei "tegut" am Niedertor

Hünfeld - Die „Postbank“ verlagert ihr Dienstleistungsangebot in Hünfeld Mitte Juni auf die bereits bestehende Partnerfiliale der „Deutschen Post“, Niedertor 2-8 („tegut“). Die Filiale in der Josefstraße 3 öffnet daher letztmals am Freitag, 15. Juni. Für die Kunden bedeutet dies zwar einen Wechsel von Standort und Ansprechpartnern, die Dienstleistungen der Post könnten sie aber wie gewohnt in Anspruch nehmen.

Wie Iris Laduch-Reichelt von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der „Postbank“ auf Nachfrage von „Fulda aktuell“ betonte, beobachte die „Postbank“ so wie alle Banken auch, „dass sich der Markt sowie das Verhalten unserer Kunden in Zeiten der Digitalisierung verändern. Hierauf stellen wir uns unter anderem dadurch ein, dass wir für unsere Kunden unterschiedliche neue Filialformate mit differenzierten Produkt- und Serviceangeboten entwickeln“.

Zudem überprüfe man kontinuierlich das Filialnetz hinsichtlich seiner Wirtschaftlichkeit und Optimierungsmöglichkeiten. „In diesem Zusammenhang hat die Postbank beschlossen, die Filiale in Hünfeld zu schließen. Das Angebot an Post- und Paketdienstleistungen bleibt in Hünfeld aber auch in Zukunft bestehen und wird durch unseren Kooperationspartner Deutsche Post sichergestellt sein“.

Ihre Kunden will die „Postbank“ per Aushang, Handzettel und persönlichem Anschreiben über die neue Partnerfiliale der „Deutschen Post“ und den nächstgelegenen Geldautomaten informieren, an dem Kunden entgeltfrei Bargeld abheben können. Für beratungsintensivere Themen wie Baufinanzierung, Altersvorsorge und Privatkredite empfiehlt die „Postbank“, die Filiale am Heinrich-von-Bibra-Platz 5-9 in Fulda, oder die „Postbank“-Finanzberatung, die auf Kundenwunsch auch zu Hause berät.

 Die nächste Möglichkeit zur kostenfreien Bargeldversorgung finden Kunden in Fulda, Leipziger Straße 151 („Shell“) oder Moltkestraße 13-31 („Hypovereinsbank“). Darüberhinaus böten viele Supermärkte inzwischen das so genannte Cashback-Verfahren an, bei dem man sich beim bargeldlosen Bezahlen kostenfrei Geld auszahlen lassen kann. Diesen Service finden Kunden in Hünfeld zum Beispiel in der Filiale von „Rewe“ in der Lindenstraße 2-6.

Das sagt die Stadt

Die Stadt Hünfeld war laut Bürgermeister Stefan Schwenk im Vorfeld der Entscheidung informiert worden. „Natürlich haben wir das Gespräch gesucht, mussten allerdings feststellen, dass es keine realistische Chance gab, diese Entscheidung des Postbankinhabers noch einmal zu korrigieren“, so der Verwaltungschef auf Anfrage von „Fulda aktuell“. Und weiter: „Uns wurde zugesagt, dass die Post selbst im Gegenzug zur Aufgabe ihrer Filiale die vorhandene Postagentur im Bereich des Verbrauchermarktes neben der Seniorenresidenz erheblich ausbauen will, um den Kunden in Hünfeld den gewohnten Service anbieten zu können. Da werden wir die Post beim Wort nehmen“. Im Hinblick auf den Rückzug der Postbank sei es nicht nachvollziehbar, dass dieses Kredit- und Bankinstitut einen solchen Standort aufgibt. Schwenk: „Die Postbank war seinerzeit ja erworben worden, um das Privatkundengeschäft als solide Basis im Bankenwesen zu stärken. Diesem Ziel läuft die angekündigte Schließung der Filiale an einem solch zentralen Standort sicher zuwider“. Deshalb seien diese Entscheidungen nur schwer nachzuvollziehen. Mit diesem Rückzug werde die Postbank weder Kunden gewinnen noch vorhandene Kunden binden können.

"Zwischenruf" von Bertram Lenz

Man kann es nicht anders nennen, aber das, was die „Postbank“ mit der Filiale in der Hünfelder Josefstraße veranstaltet, ist ein Trauerspiel. Getarnt unter dem verharmlosenden Titel „Serviceverlagerung“. Viele vergessen oder übersehen dabei, dass mit diesem Schritt zugleich die jahrzehntelange Hünfelder Ära der Post speziell in der Josefstraße endet. Was einst eingeleitet worden war mit dem Abriss des alten Postgebäudes.

Ebenso schlimm aber ist, dass dieser Vorgang von den meisten nur mit einem Schulterzucken und der resignativen Aussage quittiert wird, man könne eh’ nichts tun. Was von der „Postbank“-Zentrale in Bonn mit einem sich verändernden Kundenverhalten in Zeiten der Digitalisierung erklärt wird, das hat indes vornehmlich mit einem überzogenen Personalabbau und dem Versuch zu tun, an allen Ecken und Enden einsparen zu wollen.

Der Leidtragende ist einmal mehr der zitierte Kunde, von dem man ja eigentlich alles zu wissen glaubt. Einmal mehr ein Armutszeugnis, das sinnbildlich steht für diese „modernen“ Zeiten.

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