Positive aber auch kritische Töne von Schulleitern aus der Region.

Schulleiter aus der Region im Interview

In Zeiten der Pandemie ist Homeschooling nicht weg zu denken.
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In Zeiten der Pandemie ist Homeschooling nicht weg zu denken.

Positive aber auch kritische Töne von Schulleitern aus der Region zum Thema Homeschooling.

Fulda. Durch die Ausbreitung des Coronavirus stehen die Schulen vor großen Herausforderungen.

Wie kann der Unterricht trotz Schulschließungen fortgeführt werden? Was müssen Lehrkräfte, Eltern und Schüler jetzt beachten? Homeschooling oder Präsensunterricht?

„Fulda aktuell hat in den Schulen der Region nachgefragt, wie es für die Schüler nun weitergeht.

Im „Marianum Fulda“ startete Montag der Präsensunterricht für die Abschlussklassen in den Jahrgangsstufen 10 und 13. „Dabei gilt das Prinzip ‚Eine Lehrkraft in zwei benachbarten Klassenräumen‘, sodass die Abstandsregelungen gut eingehalten werden können. Außerdem achten weiterhin auf die Einhaltungder Regelungen des Hygieneplanes“, so Schulleiter Steffen Flicker. Weiter berichtet der Schulleiter: „Wir haben als Schule ein eigenes digitales Lernportal, über das die Lehrkräfte mit Videokonferenzen und anderen Formaten den Distanzunterricht gut organisieren. Innerhalb dieses Lernportals findet auch in Chats die Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern statt. Das Lernportal wird sehr gut genutzt. Hier finden oft gleichzeitig mehrere Videokonferenzen statt. In Einzelfällen wird auch Unterricht live gestreamt. Insgesamt läuft das Homeschooling bis auf wenige Ausnahmen gut. Wir stellen fest, dass auch nach der Corona-Pandemie digitale Formate als ergänzende Vermittlungs- und Kommunikationsmöglichkeiten zum Präsenzunterricht in Betracht gezogen werden sollten.“

Auch mit der „Ferdinand-Braun-Schule“ hat „Fulda aktuell“ gesprochen. Schulleiterin Ulrike Vogler sagt: „Aufgrund der aktuell noch sehr hohen Inzidenzzahlen im Landkreis Fulda werden seit dieser Woche an der Ferdinand-Braun-Schule alle Klassen im Präsenzunterricht beschult, die eine zentrale, landesweite Abschlussprüfung in einer studienqualifizierenden Schulform absolvieren. Konkret ist das die Jahrgangsstufe 12 der Fachoberschule sowie die Jahrgangsstufe 13 des Beruflichen Gymnasiums. Für alle anderen Lerngruppen findet noch Distanzunterricht statt.“

Die Zeit nach den Sommerferien sei schulintern genutzt worden, um die digitalen Kommunikationswege zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern abzusichern. „Alle haben Zugriff auf eine Lernplattform, über die sowohl Arbeitsaufträge hochgeladen und bearbeitet werden können sowie Videokonferenzen durchgeführt werden. Daher konnte der nach den Weihnachtsferien angeordnete Distanzunterricht gut bewältigt werden. Der Schulträger Stadt Fulda hat uns bezüglich Ausstattung gut unterstützt und Probleme mit nicht ausreichenden Serverkapazitäten oder WLAN-Verbindungen jeweils umgehend bearbeitet und optimiert“, so Vogler.

Durch die Onlineplattformen können sich Lehrkräfte und Schülern zum geregelten Unterrichtsbeginn mittels Videokonferenz begegnen. Die Anwesenheiten werde dort kontrolliert und anschließend erfolge eine Unterweisung oder Übergabe von Arbeitsaufträgen, die auch per Mail verteilt werden können. Lehrer-/und Fächerwechsel finden analog wie im normalen Unterrichtsalltag statt. Diese Vorgehensweise gilt sowohl für die Vollzeitschulformen als auch für die Berufsschülerinnen und –schüler und liefert so die Möglichkeit eines strukturierten Tagesablaufs.

Auch Oberstudiendirektor der Wigbertschule in Hünfeld Markus Bente hat mit „Fulda aktuell“ gesprochen. „Nur wenige Kolleginnen und Kollegen kommen für den Distanzunterricht in die Schule, sondern betreiben Distanzunterricht von zu Hause mit den privaten Geräten. Einzig einige naturwissenschaftliche Lehrer nutzen die Labore für Experimente, die sie zeigen können.

Als Schule haben wir eine gute technische Ausstattung, sodass es theoretisch auch von hier aus ginge. Was die Technik angeht, stehen wir als Schule im Vergleich zwar wirklich gut da, aber da gibt es noch einiges, was getan werden könnte. Stellen Sie sich bitte einfach einmal vor, dass ich als Schulleiter, um an Videokonferenzen des Schulamts oder des Ministeriums teilnehmen zu können, nach Hause fahren muss, da die Rechnerausstattung in meinem Büro dafür in keiner Weise geeignet ist.

Als Austauschportale, um mit den Schülern in Kontakt zu treten oder Materialien einzustellen, verwenden wir neben dem Schulportal noch die ‚HPI-Schulcloud‘, in letztere ist auch das Videokonferenz-Tool ‚BigBlueBotton‘ integriert. Zur schnellen Kommunikation für Absprachen und Rückfragen verfügen wir über einen datenschutzkonformen Messenger“, so Bente.

Auch an der Wigbertschule findet der Unterricht nach Plan statt. „In unserem digitalen Stundenplan, der allen Schülerinnen und Schülern zur Verfügung steht, tragen die Lehrkräfte möglichst für die gesamte Woche ein, welche Art von Distanzunterricht durchgeführt wird bzw. welches Portal zu nutzen ist. Die Mehrheit bemüht sich dabei regelmäßig um Videounterricht. Darüber hinaus werden Aufgaben mit Abgabetermine und Rückmeldemöglichkeit auf die Portale gestellt.

Distanzunterricht verlangt gute, zielgerichtete Absprachen und eine ebensolche Orientierung. Für manche Schülerinnen und Schüler ist das kein Problem, für andere dagegen schon. Aber warum sollte Unterricht auf einmal problemlos in den Absprachen laufen, nur weil er digital verläuft? Das ist für uns Lehrer Alltag“, berichtet Bente.

Weiter erklärt der Oberstudiendirektor: „Wir haben viel aus dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 gelernt. Da es absehbar war, dass es wieder so weit kommen wird, haben wir uns frühzeitig systematisch und organisatorisch darauf vorbereitet. Insofern dürfen wir im Grunde zufrieden sein. Unterricht, Materialaustausch und Kommunikation laufen zufriedenstellend bis gut. Die Rückmeldungen von Eltern und Kollegen, die wir erhalten, zeigen uns immer wieder auf, wo Optimierungsbedarf besteht. Zu leugnen, dass es Verbesserungsmöglichkeiten gibt, wäre Augenwischerei. Wo wir verändern können, verändern wir. Wir haben dazu eine Arbeitsgemeinschaft der Lehrerinnen und Lehrer zum Distanzunterricht bereits in den Sommerferien ins Leben gerufen. Hier werden zurzeit laufend Optimierungsbedarfe diskutiert und von hier aus werden auch Nachsteuerungen vorgenommen, Informationen und Hilfen weitergegeben. Bewährt hat sich zum Beispiel auch unsere Schüler-Task Force‘. Das sind technisch versierte und interessierte Schüler, die anderen Schülern bei Problemen helfen.

Es gibt von Eltern und unseren Schülern Lob und Tadel, aber es überwiegt klar die positive Rückmeldung, über die auch anerkannt wird, was gut läuft und dass Unterricht stattfindet. Konstruktive Kritik diskutieren wir und lassen sie auch in Veränderungen münden.

Betrachtet man den Erfahrungszeitraum, den wir bisher für den Distanzunterricht hatten und sieht dabei das kaum vorhandene Unterstützungssystem, müssen wir für uns eine positive Bilanz ziehen. Wir haben trotz der Umstände viel Gutes auf die Beine gestellt“.

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