Schummeldiesel: Fuldaer klagt gegen "VW"-Konzern

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Am gestrigen Donnerstag fand eine Güteverhandlung vor dem Landgericht Fulda statt. Ein Fuldaer klagt gegen den "VW"-Konzern.

Fulda - „Sie werden sich vermutlich beim Oberlandesgericht wiedersehen“, war sich am Donnerstagvormittag Richterin Sonja Kraus sicher. Vor der Zivilkammer am Landgericht Fulda sollte in einer Güteverhandlung geklärt werden, wie es mit „Skoda Yeti“ von Volker Büchel weitergeht. Der Fuldaer verklagt den „VW“-Konzern auf Schadensersatz, denn sein „Skoda“ wurde wie viele weitere Millionen Fahrzeuge mit einem „VW“-Motor ausgestattet, in dem zwei Modi verbaut wurden. „Der eine Modus wurde für die Labortests genutzt, der andere bei Auslieferung des Fahrzeugs aktiviert“, erklärte Kraus. Im September 2015 flog der Betrug des „VW“-Konzerns auf.

Seither seien laut des Rechtsanwalts Jürgen Spielmann aus Birstein 23.000 Klagen gegen „VW“ eingereicht worden. Eine Flut von Klagen überschwemmt seither die Gerichte. Das Problem: Noch wurde kein Urteil von einer höheren Instanz gesprochen, viele Klagen landen früher oder später vor dem Oberlandesgericht. „Dort wird häufig ein Vergleich gesprochen“, so Spielmann. Oder man einige sich außergerichtlich. Viele juristische Schwierigkeiten seien bei diesen Klagen zu beachten gab Kraus zu bedenken, daher sei es nicht einfach ein Urteil zu sprechen. War es eine Täuschung? Wo liegt der Schaden? Liegt ein Werteverlust vor? Gab es eine Schädigungsabsicht? Und viele weitere Fragen seien zu klären. „Was in Amerika geschieht, kann man auf das deutsche Gesetz nicht anwenden“, sagte Kraus. Der Hersteller bot Büchel an seinen „Skoda“ mit einem Software-Update zu bespielen. Dies lehnte er jedoch ab, denn „es kann sein, dass das Software-Update meinen Wagen schädigt, dieses Risiko möchte ich nicht eingehen.“ Büchel ist bei der Wahl seiner Fahrzeuge sowieso darauf bedacht, dass sie umweltfreundlich und sicher sind. „Umso mehr hat mich der Abgasskandal schockiert.“ Er möchte seinen Wagen mit einer neuen Hardware ausrüsten. „Die Umrüstung soll jedoch von ,VW’ bezahlt werden“, so Anwalt Spielmann.

Generell sei der Fall Büchel gegen „VW“ einer, der sich von anderen abhebe, denn Büchel ist schwerbehindert und lebt nur mit einem Bein. Sein „Skoda Yeti“ ist auf seine Bedürfnisse umgebaut. „Mich kostet die Suche nach einem neuen Fahrzeug immer viel Zeit. Sonst bin ich mit meinem Wagen ja zufrieden, aber die Umweltfreundlichkeit muss gegeben sei“, so Büchel. Der sich auch durch die vielen Dieselfahrverbote in seinem gesellschaftlichen Leben eingeschränkt sieht. Zu einer Einigung kam es am Donnerstag nicht. Die Vermutung von Richterin Kraus wird sich bestätigen: Büchel gegen „VW“ wird auch am Oberlandesgericht verhandelt werden müssen.

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