Schutz der Kinder hat höchste Priorität

Sozialer Dienst geht jeder Gefhrdungsmeldung nach - Jahresbericht des Amtes fr Jugend, Familie und SportVogelsbergkreis. Das Kreisjugendam

Sozialer Dienst geht jeder Gefhrdungsmeldung nach - Jahresbericht des Amtes fr Jugend, Familie und Sport

Vogelsbergkreis. Das Kreisjugendamt registriert eine deutliche Zunahme von Meldungen, die eine mgliche Kindeswohlgefhrdung zum Inhalt haben.

Hierbei handelt es sich um Mitteilungen ber bestehende oder vermutete Kindeswohlgefhrdungen, die beispielsweise durch Kindergrten, Schulen oder von Verwandten an das Jugendamt herangetragen werden. Auf diese Entwicklung weist Landrat Rudolf Marx als zustndiger Jugenddezernent im Jahrebericht 2006 des Amtes fr Jugend, Familie und Sport hin.

Waren es in den vergangenen Jahren durchschnittlich 30 bis 40 Flle jhrlich, so stieg diese Zahl im vergangenen Jahr auf 66. In diesem Zusammenhang betont der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) im Jugendamt den hohen zeitlichen Aufwand, den die berprfung solcher Gefhrdungsmeldungen erfordert.

Der Einsatz fr eine hhere Sicherheit von Kindern sei von groer Bedeutung. "Aus diesem Grund gehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASD jeder einzelnen Gefhrdungsmeldung unmittelbar nach und treffen im Zusammenwirken mehrerer Fachkrfte eine Risikoabschtzung, die das weitere Handeln bestimmt", unterstreicht Landrat Marx.

Insgesamt hat der ASD im vergangenen Jahr auch 174 Berichte in familien- bzw. vormundschaftsgerichtlichen Verfahren erstellt und entsprechend auch Beratungen durchgefhrt. Eingebunden war der ASD zudem in rund 200 familiengerichtliche Verfahren, wobei die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oftmals mit strittigen Fllen bezglich des Sorge- und Besuchsrechts zu tun haben und in diesem Zusammenhang auch Termine vor dem Familiengericht wahrnehmen.

Hier kommt ihnen die Aufgabe zu, entsprechende fachliche Hilfestellungen fr die Entscheidungen des Gerichts zu leisten. Im Zuge dieser Sachverhalte stelle der ASD auch im Jahr 2006 wieder eine deutliche Zunahme besonders strittiger Flle fest, die wiederum mit einem erheblichen zeitlichen Beratungsaufwand verbunden sind.

Hochqualifizierte Fachkrfte gewhrleisten Begleitungund Untersttzung bei gleichzeitiger Familienbewahrung

Zu den weiteren Aufgaben des ASD gehrt vor allem auch der Erhalt hilfebedrftiger Familien. Anstatt die Kinder von ihren Eltern zu trennen, wird in den meisten Fllen versucht, den Familien eine solche Untersttzung, Beratung und Hilfestellung zukommen zu lassen, dass sie nach Ablauf eines bestimmten Zeitraumes wieder eigenverantwortlich leben und handeln knnen. An dieser Stelle stellt das Amt fr Jugend, Familie und Sport fest, dass sich das Instrument der vorbeugenden Familienhilfe, die sogenannte Sozialpdagogische Familienhilfe weiterhin bestens bewhrt hat. Das Familienhilfeangebot hat insgesamt 63 Familien im Vogelsbergkreis erreichen knnen (2005: 53).

Von hoher Bedeutung fr die Bewahrung des Familienzusammenhangs ist weiterhin die Hilfe zur Erziehung in Tagesgruppen. Dieses Angebot wurde im vergangenen Jahr intensiv und kontinuierlich von den Familien genutzt, da die teilstationre Manahme es den Kindern ermglicht, in ihrem vertrauten Umfeld und vor allen Dingen in der eigenen Familie zu verbleiben. Hilfe zur Erziehung in Tagesgruppen erhielten zum Jahresende 66 Kinder, wobei die Gesamtzahl der Nutzer durch Zu- und Abgnge deutlich hher lag. Zustzlich zu dieser Manahme wird durch Elternarbeit versucht, die Erziehungsfhigkeit der Eltern herzustellen und zu strken.

Dies stt wiederum auf groe Akzeptanz bei den Eltern, die durch Beantragung einer Hilfe zur Erziehung nicht die Trennung von ihrem Kind riskieren. In allen Fllen der Hilfen zur Erziehung erstellt der Allgemeine Soziale Dienst nach den Bestimmungen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes halbjhrlich Hilfeplne fr die einzelnen Hilfeempfnger, um die Ziele der Hilfe und das bisher Erreichte zu dokumentieren. Dies geschieht unter der Beteiligung der jungen Menschen, der Sorgeberechtigten sowie der Betreuungskrfte der jeweiligen Einrichtungen.

Gegen Ende des Jahres 2006 befanden sich 269 Kinder, Jugendliche und junge Volljhrige in Jugendheimen, sonstigen betreuten Wohnformen und Pflegefamilien. Hierin enthalten sind auch 73 Flle der Eingliederungshilfe fr seelisch behinderte junge Menschen, 85 sogenannte Pflegekinder, sowie 39 jungen Menschen, die intensiv-sozialpdagogische Einzelbetreuung erhalten. Durch den Ausbau des zuletzt genannten Angebotes konnte erreicht werden, dass junge Menschen nicht in der kostenintensiveren Heimerziehung, sondern entweder im Familienverband oder in einer eigenen Wohnmglichkeit betreut und begleitet werden. Im Jahr 2006 wurde fr rund 140 seelisch behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder und Jugendliche Eingliederungshilfe in ambulanter Form gewhrt.

Die Jugendgerichtshilfe des Amtes fr Jugend, Familie und Sport war laut Jahresbericht im Jahr 2006 an rund 420 Jugendstrafverfahren beteiligt.

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