"Schutzgut Mensch"

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Fulda/Hünfeld. Osthessische Bürgermeister wehren sich mit aller Vehemenz gegen die neuen Trassen-Varianten des "SuedLink"-Strombetreibers "TenneT".

Fulda. "So kann man nicht mit uns umspringen. Das lassen wir uns nicht bieten. Das ist absolut inakzeptabel. " Die Reaktion des Fuldaer Oberbürgermeisters Gerhard Möller auf einer Pressekonferenz war unüberhörbar laut, eindeutig und unmissverständlich.

Sie bezog sich auf eine so genannte Informationsveranstaltung des Netzbetreibers "TenneT" einen Tag zuvor, die im eigentlichen Wortsinne keine war und mehr Fragen offen ließ als sie beantworten sollte, wenn es um den Verlauf künftiger möglicher "SuedLink"-Stromtrassen in der Region Osthessen und länderübergreifend geht.

Ein Resultat und gleichzeitig Appell von Möller und seinen drei Amtskollegen aus der Fuldaer Stadtregion Karl-Josef Schwiddessen, Peter Meinecke und Dieter Kolb:  Wir müssen den Widerstand bündeln und uns mit den Bürgern, Bürgerinitiativen und Nachbarregionen an einen Tisch setzen, um Druck auf die "Bundesnetzagentur" ausüben zu können.

"Ich verstehe nicht, wie man so unklug sein kann. Das Projekt ist von vorneherein mit einem negativen Etikett versehen. So ein Verfahren habe ich noch nie erlebt", so die Reaktionen Möllers auf die neue "TenneT"-Stromtrassenvariante, die acht Fuldaer Stadtteile im Westen regelrecht "einschnürt".So könne man mit betroffenen Kommunen nicht umgehen, "wenn ich so dilettantisch anfange, dann provoziere ich doch regelrecht den Widerstand", sagte Fuldas OB, der das Procedere der Energiewende nicht nur mit erheblichen Geburtsfehlern,  sondern auch mit noch größeren Problemen in der konkreten Projektplanung behaftet sieht.  "Wir werden jedenfalls eine sehr genau Detailprüfung mit unseren Fachleuten vornehmen", kündigte Möller an, dass "das letzte Wort noch lange nicht gesprochen" sei.

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"Schutzgut Mensch" sollte mehr Gewicht erhalten

Hünfelds Bürgermeister Stefan Schwenk kritisiert Vorgehen von Tennet bei Suedlink-Planung

Hünfeld. Das "Schutzgut Mensch" sollte nach Meinung von Hünfelds Bürgermeister Stefan Schwenk mehr Gewicht erhalten. Die vorgelegten Planungen von Tennet zum Suedlink offenbarten, dass dem Naturschutz mehr Gewicht beigemessen werde, als dem Schutz von Menschen.

Es sei enttäuschend, in welcher Weise Tennet gegenwärtig die Planungen vorantreibe, ohne tatsächlich auf die im Vorfeld vorgetragenen Anregungen und Vorschläge einzugehen. So habe Tennet den durch Hünfeld und Burghaun gemeinsam ins Gespräch gebrachten Trassenvorschlag entlang der Schnellbahntrasse mit Verweis auf den Naturschutz als untergeordnete Variante dargestellt, da dieser Variante Naturschutzgründe entgegenstünden. Der Naturschutz habe zwar tatsächlich Bedeutung, aber auch der Schutz der Menschen im Buchfinkenland sei ein hohes Gut.

In diesem Zusammenhang verweist Schwenk darauf, dass es für die Betroffenen sicherlich unakzeptabel sei, wenn dieses Vorhaben isoliert betrachtet werde und dabei die parallel laufenden Pläne für den Bau gigantischer Windkraftanlagen nicht in Betracht gezogen würden. Schon heute sei das Buchfinkenland mit Autobahn, viel befahrener Landesstraße und Schnellbahntrasse sowie Bahnstromleitung belastet, würden nun unabhängig voneinander Windkraftpläne und der Bau der Fernstromtrasse vorangetrieben, führe dies zu einer Überbündelung von Belastungen. Es sei in diesem Zusammenhang fatal, dass zwei Planungsverfahren, einerseits für Windkraft und andererseits für die Fernstromtrasse, unabhängig voneinander betrieben würden, ohne deren Summenwirkung zu betrachten. Schutz von Natur und Landschaft seien ein hohes Gut, aber angesichts dieser Ballung von Eingriffen müsse auch dem Schutz der Menschen genügend Gewicht beigemessen werden.

Deshalb sei es bei einer Gesamtbetrachtung aller Belastungen sicherlich vertretbar, die Vorschläge von Hünfeld und Burghaun zur Bündelung an der Schnellbahntrasse ernsthaft und nicht nachrangig zu betrachten, auch wenn dem naturschutzfachliche Fragen entgegenstünden. Das sei man den im Buchfinkenland lebenden Menschen ganz einfach schuldig, so Schwenk abschließend.

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