Scotty: Jetzt rede ich - Zum Thema Eurovision Song Contest in Kiew

Unser Maskottchen hat sich mit den Liedern des gerade stattgefundenen ESC auseinandergesetzt und fragt sich, warum Deutschland immer ganz am Ende landet.

Mag man uns nicht? Oder sind unsere Lieder wirklich so schlecht? Ich habe mir den „Eurovision Song Contest“ mal wieder angetan. Und was ich da sehen und hören musste, hat mich an der Kreativität der Musikschaffenden zweifeln lassen. Klar, das Siegerlied „Amar pelos dois“ von Salvador Sobral geht unter die Haut. Und Portugal, das seit ewigen Zeiten teilnimmt, hat noch nie gewonnen. Also sei es den Portugiesen gegönnt :-) !

Aber warum landet Deutschland seit Lena immer wieder auf dem letzten oder vorletzten Platz? Da machen wir doch was falsch, oder? Die arme Levina, die Europa von Kiew aus mit „Perfect Life“ rocken wollte, tut mir schon ein bisschen leid. Wenn ich auch nicht verstehe, warum sie barfuß und im Siebziger-Jahre-Grau-Rock auf der Bühne stand.

Es gibt in unserem Lande ja diesen Vorentscheid, bei dem der Song gekürt wird, der Deutschland vertreten soll. Und das waren in den vergangenen Jahren wohl die falschen Lieder. Von der Beliebigkeit der Melodien und Texte bis hin zu steifen und uninspirierten Auftritten beim „ESC“ selbst reicht das, was unser Land falsch macht.

Denn es gewinnt meistens das, was sich vom großen Rest abhebt. Ob das Monster-Lordies aus Finnland sind, ein albern herumtollender Guildo Horn oder auch sinnfreie Texte wie „Wadde-hadde-dudde-da“ von Stefan Raab – alles war besser als der musikalische Einheitsbrei, der in den vergangenen Jahren serviert wird. Eine Mann-Frau gewann für Österreich, ein Geigenspieler für Norwegen und eine Transsexuelle für Israel. Celine Dion mit ihrer engelsgleichen Stimme und dem eingängigen „Ne partez pas sans moi“ für die Schweiz. Oder Johnny Logan mit der Ballade „Hold me now“ für Irland. Das sind Teilnehmer, an die ich mich erinnern kann. Alle anderen ... wer war das nochmal? Ich bekomme ja nichtmal die deutschen Teilnehmer der letzten Jahre zusammen.

Das waren noch Zeiten, als „Abba“ 1974 mit „Waterloo“ den damals noch wort-ungetümlich heißenden „Grand Prix d’Eurovision de la Chanson“ heißenden Sängerstreit gewannen. „Waterloo“ erkennt man heute noch, wenn es denn mal im Radio gespielt wird.

Ich frage mich, wer sich von deutschen Sängerinnen und Sängern eigentlich noch auf das „ESC“-Abenteuer einlassen wird. Helene Fischer war kurz im Gespräch. Aber die wäre mit dem sprichwörtlichen Klammerbeutel gepudert, wenn sie sich dort verheizen ließe. Denn ihre derzeitige Erfolgswelle könnte jäh in den musikalischen Untergang führen.

Ich bin gespannt, was nächstes Jahr kommen wird. Eines ist sicher: Wenn Deutschland eine langsame Jazz-Ballade von einem Mann mit Pferdeschwanz ins Rennen schickt, dann wird es wieder ein ganz mieser Platz.

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