Ein Leben für die Fliegerei

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Großer Bahnhof für die Segelflug-Legende Josef „Seppl“ Kurz: Anlässlich seines 90. Geburtstags wurde der Frankfurter Flugzeugbauer im Deutschen Segelflugmuseum auf der Wasserkuppe  geehrt.

Wasserkuppe. Josef Kurz verbrachte sein Leben in der Luft. Vor 76 Jahren stieg er zum ersten Mal in ein Flugzeug. Seitdem ist er vom Bazillus der Fliegerei infiziert. Als Flugzeugschreiner und -bauer, Fluglehrer, Buchautor und Vorstand vieler Organisationen hat er den Segelflug nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidenden Auftrieb verliehen. Mittelpunkt seines unermüdlichen Wirkens bilden die Wasserkuppe und das Deutsche Segelflugmuseum mit Modellflug auf der Wasserkuppe. Den 90. Geburtstag des Frankfurters nahmen seine Wegbegleiter aus ganz Deutschland zum Anlass, ihm mit einer Überraschungsparty für sein außerordentliches Engagement zu danken.

Ein roter Teppich, bunte Blumen und ein großes Plakat „Heute Geburtstagsempfang“ kündeten am 11. März davon, dass im Deutschen Segelflugmuseum mit Modellflug etwas Besonderes von statten geht. Ahnungslos wurde „Seppl“ Josef Kurz hineingelotst und zu einem bequemen Sitzplatz gleich neben seinem geliebten, vom selbst gebauten Segelflugzeug DFS Habicht platziert.

"Leidenschaftlicher Flieger"

Ausnahmsweise sprachlos nahm der Jubilar viele Geschenke, Urkunden und Ernennungen von Ehrenmitgliedschaften entgegen, verfolgte verwundert und aufmerksam die Grußworte von Bürgermeistern und Verbandskollegen. Die Laudatoren skizzierten ihren „Seppl“ als unermüdlichen und leidenschaftlichen Flieger von Segel-, Motor- und Oldtimerflugzeugen, als Flugzeugbauer mit goldenen Händen, als Organisationstalent der ersten Reihe, das gerne Verantwortung getragen und findig finanzielle Mittel für den Flugsport aufgetan hat, als erfolgreichen Förderer in der Verbands- und Jugendarbeit sowie als herzensguten Kameraden, der sein Leben seit Erhalt der ersten Fluglizenz mit 14 Jahren bis heute bedingungslos dem Flugsport widmet. Respekt zollte man dem Piloten beim Blick in die Vergangenheit mit einem Weltkrieg und jahrelanger russischer Gefangenschaft. Doch kaum zurück, wirkte der Flieger-Bazillus des damals 22-Jährigen wieder.

Ein Anliegen war dem Träger des Segelflugleistungsabzeichens Gold-C mit drei Diamanten bei all seinem Wirken der mutige Blick in die Zukunft, aber auch das Wahren der Fliegertraditionen. Dies spiegelt sich bei seinem Engagement für die Oldtimer-Restaurierung wider. Ohne „Seppl“ gäbe es legendäre Flugzeugtypen wie den DFS Habicht, den DSF Reiher oder den Udet Flamingo nicht mehr. Dank zollten ihm die Vorstände des Oldtimer Segelflugclubs Wasserkuppe und des Vintage Glider Clubs, der Gesellschaft zur Förderung des Segelflugs auf der Wasserkuppe und die Traditionsgemeinschaft „Alte Adler.“

Vorstand von Rhöner Flugvereinen

Im Laufe der Jahrzehnte hat der Vater zweier Söhne deutsche Segelfluggeschichte geschrieben: als Mitgründer der Akademischen Fliegergruppe Frankfurt, als Träger der Goldenen Daidalos-Medaille des Deutschen Aeroclubs und des Landesehrenbriefs des Landes Hessen für 50-Jähriges ehrenamtliches Engagement.

Maßgeblich mitgeprägt hat der Mann mit der Mütze auch die Geschicke auf der Wasserkuppe: als Vorstandsmitglied der Gersfelder und Poppenhäuser Rhönflugvereine, sowie als Mitglied der Gesellschaft zur Förderung des Segelfluges auf der Wasserkuppe e.V. und als Vorstandsmitglied der Stiftung Deutsches Segelflugmuseum mit Modellflug. Entscheidende Hilfe leistete der manchmal liebevoll „letzte Rhönindianer“ genannte Flieger u.a. beim Erweiterungsbau für das Museum und die Museumswerkstatt.

Trotz Krebserkrankung verbringt Josef Kurz bis heute jede freie Minute auf „seinem“ Berg. Jüngst sorgte „Seppl“ mit Unterstützung der Jugend dafür, dass der alte Schulgleiter S38 instandgesetzt wurde. Nachzulesen ist die beeindruckende Lebensgeschichte in seinem Buch "Ein Leben für die Fliegerei".

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