Original Plakatentwurf aus 1964 für das Fuldaer Vonderau Museum

Historische Arbeit aus dem Nachlass Thomas Rückers  

Fulda - Der "Junge Kunstkreis Fulda" (JuKu) hat das künstlerische, aber auch das gesellschaftliche Leben in Fulda während der Zeit seines Bestehens (1958 bis 1973) nachhaltig geprägt. Dies wurde einmal mehr bei der Ausstellung „Der Junge Kunstkreis Fulda – Aufbruch in die Nachkriegsmoderne. Die Druckgrafik“ deutlich, die von November 2018 bis Mai 2019 im Fuldaer Vonderau Museum zu sehen war. Die Ausstellung und der umfangreiche Begleitband zur Ausstellung war von der Stadt Fulda vor dem Hintergrund dieser doppelten – nämlich kunstgeschichtlichen und kulturgeschichtlichen - Bedeutung des JuKu gefördert worden.

Jetzt bedankte sich der Kurator der Ausstellung, Dr. Carlo Burschel,  für die großzügige Unterstützung und überreichte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Kulturamtsleiter Dr. Thomas Heiler sowie Museumsleiter Dr. Frank Verse ein besonderes Geschenk: Es handelte sich um den originalen Plakatentwurf für eine JuKu-Ausstellung von Thomas Rücker aus dem Jahr 1964. Diese Arbeit hatte Burschel aus dessen Nachlass erwerben können. Die Übergabe sei zum einen eine Möglichkeit, Danke zu sagen für ein erfolgreiches Projekt, zum anderen aber auch eine gute Gelegenheit, das Wirken Thomas Rückers noch einmal in Erinnerung zu rufen, betonte Burschel.

Thomas Rücker (geboren 1932) stammte aus Süddeutschland und war Absolvent der Folkwangschule in Essen und der Kunstakademie Stuttgart. Nach Fulda verschlug es ihn durch seine Arbeit als Grafiker in den Gummiwerken in Fulda; in dieser Zeit wurde er Gründungsmitglied des JuKu Fulda (1959). Er war neben Karlfried Staubach einer der frühen Protagonisten des JuKu Fulda, zu dem beispielsweise auch der spätere Biennale-Preisträger Franz Erhard Walther oder Verena Pfisterer und Robert Sturm gehörten.

Thomas Rücker entwarf unter anderem auch die berühmte „JuKu-Blume“, das bekannte Logo des Kunstkreises. Rücker verließ Fulda bereits Mitte der 1960er Jahre starb später in Landsberg am Lech. Von den gedruckten Plakaten der JuKu-Ausstellungen haben sich heute nur noch wenige Exemplare erhalten, dies gilt umso mehr für die künstlerischen Entwürfe zu diesen Plakaten, so dass diese Schenkung einen willkommenen Lückenschluss in der umfangreichen JuKu-Sammlung des Vonderau Museums darstellt.

OB Dr. Wingenfeld dankte  Burschel herzlich für das besondere Exponat. „Diese Schenkung ist auch ein Ausdruck des Zutrauens in die geplante Neukonzeption des Vonderau Mueums“, sagte der OB. In der geplanten Neuausrichtung der Dauerausstellung soll auch die Nachkriegskunst einen höheren Stellenwert bekommen. Die Tatsache, dass Rücker neben seiner künstlerischen Tätigkeit im JuKu auch in seinem Beruf in einem Fuldaer Traditionsunternehmen eng mit der Stadt verknüpft war und dort auch in der Gebrauchs- und Werbegrafik bleibende Werke geschaffen habe, mache ihn für eine Museumskonzeption, die kunstgeschichtliche und kulturgeschichtliche Aspekte künftig enger verzahnen will, zu einer interessanten Figur, so der OB.

Der seinerzeit zur Ausstellung im Vonderau Museum in einem renommierten Kunstverlag erschienene Begleitband, der von Professor Franz Erhard Walther gestaltet und vom Kurator der Ausstellung, Dr. Carlo Burschel, herausgegeben wurde, ist an der Museumskasse erhältlich.

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