Sensation: Erfolgreich Baby-Krokodile bei "Scalare" gezüchtet

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Die Kubakrokodile Klara und Willi haben Nachwuchs bekommen. Vier weibliche Krokobabys haben - deutschlandweit einzigartig -das LIcht der Welt erblick

Fulda. Noch sind sie klein und fast als niedlich zu bezeichnen. Vier weibliche Kubakrokodile sind vor wenigen Wochen aus dem Ei geschlüpft. Eltern sind die seit 1997 im Fuldaer "Tümpelgarten” beim "Aquarien- und Terrarienverein Scalare” beheimateten Tiere Klara und Willi, beide im besten "gebärfähigen” Alter von 26 Jahren.

Die Sensation bei dem Krokodilnachwuchs ist die Reineerbigkeit der Tiere, die den lateinischen Namen "Crocodylus rhombifer” tragen. "Dies ist europaweit erst dreimal gelungen”, sagte Christian Redweik, 1. Vorsitzender von "Scalare”. Reinerbige Kubakrokodile konnten bisher nur in Schweden, Tschechien und nun auch in Fulda nachgezüchtet werden.

96 Tage Brutzeit

Der Erfolg ist den beiden erfahrenen Züchtern Matthias Frank und Markus Jäger zu verdanken. Sie hegten und pflegten die 14 befruchteten Eier, nachdem sich mehrere Jahre lang kein Erfolg bei der Nachzucht einstellen wollte. Dieses Mal experimentierten die erfahrenen Vereinsmitglieder mit verschiedenen Stoffen – unter anderem Kalzium – und waren erfolgreich: Vier weibliche Korkodilbabys schlüpften nach 96 Tagen Brutzeit bei Matthias Frank zuhause aus dem Ei. "Urmel” heißt die junge Dame, die als erstes das Licht der Welt erblickte.

Durch einen "DANN”-Gentest in den USA wurde die Reinerbigkeit der Babys nachgewiesen. "Wir sind die ersten in Deutschland, die das geschafft haben”, freuen sich Redweik und seine Vereinsfreunde.

Vom Aussterben bedroht

In Kuba selbst ist die Krokodilrasse vom Aussterben bedroht. Rund 4.000 Exemplare leben heute noch in den Sümpfen der Zapata-Halbinsel. Durch äußere Einflüsse breitet sich dort zunehmend das Spitzkrokodil aus, so dass sich die beiden Arten paaren und Hybriden-Nachkommen zeugen. Umso bemerkenswerter ist die nachgewiesene Reinerbigkeit der kleinen Kubakrokodile in Fulda.

Im Ei haben die Babys noch kein eindeutiges Geschlecht. "Durch die Wärme beim brüten lässt sich das Geschlecht der Tiere beeinflussen”, erläuterte Züchter Markus Jäger. Und so sind in Fulda vier Weibchen geschlüpft.

"Das Nachzüchten von Kubakrokodilen ist ein langer Prozess, für den man viel Erfahrung braucht”, sagte Matthias Frank. Er selbst betreut seit 20 Jahren Panzerechsen. Schildkröten und Chamäleons wurden von den "Scalare”-Mitgliedern bereits nachgezüchtet, "aber Krokodile waren etwas ganz Neues”, sind sich die stolzen "Kroko-Eltern” sicher.

Ein weiterer Aspekt der Nachzucht ist die Gefährdung der Kubakrokodile auf der Welt. "Wir wollten etwas für die Natur und die Arterhaltung tun”, sagte Redweik. Die Tiere werden in etwa so alt wie ein Mensch und können eine Körperlänge von rund 2,50 Metern erreichen. Doch noch sind die Schwestern nicht einmal 20 Zentimeter lang und werden von den Züchtern gefüttert – unter den wachsamen Augen von Klara und Willi im Nachbar-Terrarium. In freier Wildbahn kümmern sich die Krokomütter bis zu einem Jahr um den Nachwuchs.

Rund ein Jahr sollen "Urmel” und ihre Schwestern bei "Scalare” bleiben. Dann wird über ein weltweites Netzwerk entschieden, wo sie ein neues Zuhause finden werden. "Das kann ein Zoo sein, aber auch eine Krokodilfarm”, erklärte Frank.

Nur sonntags besuchbar

Doch bis dahin ist noch Zeit und die Babys können jeden Sonntag von 10 bis 17 Uhr im "Tümpelgarten” in der Maberzeller Straße 41 in Fulda besucht werden. Die Ausstellung mit Fischen, Schildkröten und anderen Tieren ist auch an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet. "Die Krokobabys sind allerdings nur sonntags da”, sagt der 1. Vorsitzende. Besichtigungstermine für Gruppen außerhalb der regulären Öffnungszeiten sind nach Absprache ebenfalls möglich. Weitere Informationen gibt es unter www.scalare-fulda.de im Internet oder per E-Mail an mail@scalare-fulda.de .

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