Shopping mit Termin?

Der Fuldaer Einzelhandel fordert von der Politik, dass die Geschäfte wieder öffnen dürfen. Am Samstag demonstrieren die Geschäftsleute in der Innenstadt.
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Der Fuldaer Einzelhandel fordert von der Politik, dass die Geschäfte wieder öffnen dürfen. Am Samstag demonstrieren die Geschäftsleute in der Innenstadt.

Fuldaer Einzelhandel macht am Samstag auf Problematik aufmerksam

Fulda. Der im Dezember 2020 gestartete zweite Lockdown in der Corona-Pandemie traf besonders Geschäftsleute und Gastronomen schwer. Durch die angeordnete Schließung von Gaststätte und Ladengeschäften entstanden bei den meisten Ladeninhabern Verluste von bis zu 100 Prozent. Zwar wurde in Hessen mit „Click Collect“ die Möglichkeit geschaffen, doch nur wenige Einzelhändler nutzten diese Möglichkeit, wenigstens kleine Umsätze zu generieren.

Wie Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier in dieser Woche mitteilte, wolle er nach der nächsten Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten einen weiteren Schritt in Richtung Öffnung der Läden gehen. So solle mit „Click and Meet“ eine Öffnung des Einzelhandels ermöglicht werden. Dahinter verbirgt sich, dass Kunden mit dem Geschäften und Kaufhäusern einen Beratungstermin ausmachen könnten, um dann direkt vor Ort Waren einzukaufen. Zudem will Bouffier, dass die Außengastronomie in Hessen am 1. April wieder öffnen dürfe.

Kein Shoppingtourismus

Bouffier verweist darauf, dass angrenzende Bundesländer bereits Öffnungen, beispielsweise von Baumärkten und Blumengeschäften, beschlossen hätte. Er wolle einen „Einkaufstourismus“ verhindern. Dabei erwähnte der Ministerpräsident auch, dass das Risiko durch die Virus-Mutationen noch immer schlecht zu kalkulieren sei. „Die Leute haben die Schnauze voll. Wir vernichten Existenzen und die Staatsfinanzen“, so Bouffier in Wiesbaden. Man könne „nicht so weitermachen“.

Welche Beschlüsse die nächste Bund-Länder-Schalte bringen wird, ist noch nicht klar. Die Forderungen an die Politik von seiten des Handels jedoch schon: „Um einen Einkaufstourismus, übergroßen Andrang und Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, führt an einem ersten Öffnungsschritt in Hessen kein Weg mehr vorbei”, sagt Sven Rohde, Hauptgeschäftsführer vom „Handelsverband Hessen“.

Handelsverbandspräsident Jochen Ruths fügte hinzu, dass die Anzahl der Kundinnen und Kunden, die gleichzeitig in einem Geschäft einen Termin wahrnehmen, unbedingt in Abhängigkeit der Ladengröße geregelt werden müsse. „Geschäfte mit einer größeren Verkaufsfläche können unter Einhaltung sämtlicher Hygienevorschriften natürlich mehr als einen Haushalt empfangen, aber immer überschaubar und mit großem sicherem Abstand.“

In Fulda wollen am Samstag ab 11 Uhr Fuldaer Ladeninhaber auf Einladung von Marlies Piechotka „Creatime“) ihre Ziele Unterm Heilig Kreuz öffentlich demonstrieren. Im Zentrum steht dabei die Forderung, im März wieder öffnen zu dürfen. Bei der vom Ordnungsamt genehmigte Veranstaltung von 11 bis 13 Uhr möchten die Geschäftsleute und Gastronomen unter anderem mit roter Farbe auf Einkaufstüten ihre Forderungen und Sorgen der Öffentlichkeit mitteilen.

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