1. lokalo24
  2. Lokales
  3. Fulda

Sicherer Start in die Selbstständigkeit

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Auf gesicherten Beinen in die Selbststndigkeit - Informationen zur Existenzgrndung und Betriebsbernahme aus erster Hand von Fachleut

Auf gesicherten Beinen in die Selbststndigkeit - Informationen zur Existenzgrndung und Betriebsbernahme aus erster Hand von Fachleuten vor Ort

Fulda. Bei der Veranstaltung zum oben genannten Thema im Stiftskapitularischen Amtshaus stieen hoch kompetente Fachleute auf ein interessiertes Publikum. Der Gewerbeverein, die Gemeinde Groenlder und hier der Arbeitskreis Wirtschaft der Zukunftswerkstatt hatten zu dem Thema Existenzgrndung und Betriebsbernahme eingeladen.

So konnte die Brgermeisterin Silvia Hillenbrand neben den Gsten des Abends folgende Referenten begren:Matthias Schwarz, Steuerberater und Vorstandsmitglied im Gewerbeverein, der auch den leider verhinderten ersten Vorsitzenden Friedrich Hahn vertrat, Joachim Bott, Vertreter der Sparkasse Fulda, Michael Hohmann, Raiffeisenbank Groenlder, Bernhard Keller, Richard Keller KG,Daniela Mayershofer, Landkreis Fulda Fachdienst Dorferneuerung und lndliche Entwicklung.

Sie betonte in ihren Begrungsworten, dass Demographie nicht nur Strukturwandel innerhalb der Bevlkerung, sondern auch Strukturwandel in der Wirtschaft bedeute und dass die Wechselwirkung zwischen beiden Bereichen erheblich sei. Eine reduzierte Bevlkerung und eine Alterung innerhalb der Belegschaft eines Unternehmens knnten zu einem Mangel an Fachkrften fhren. Eine geringere Nachfrage nach Gtern und Dienstleistungen komme unmittelbar beim Einzelhandel an. Abbau von Arbeitspltzen, negative Entwicklungen am Kapitalmarkt, fiskalische Vernderungen innerhalb der Kommune, das alles wird auch ber die zuknftige Infrastruktur einer Gemeinde entscheiden. Der in Groenlder begonnene Prozess der Zukunftswerkstatt, der von Brgern, Leistungstrgern und von Politikern der Gemeinde getragen wird, knne ein Instrument sein, um zuknftige Entwicklungen nicht nur zu benennen, sondern hoffentlich auch vorausschauende zukunftsfhige Entscheidungen zu treffen. Sie begrte daher auch die intensive Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein und lud alle ein, mitzutun.

Der Moderator des Abends, Matthias Schwarz, fhrte eloquent und pragmatisch durch den Abend. Sein eigener Vortrag, der sich mit dem komplizierten Steuerrecht auseinander setzte, leitete die Zuschauer im Falle einer Existenzgrndung gekonnt durch den Dschungel der Steuerarten, streifte die verschiedenen Rechtsformen eines Unternehmens und nahm die Zuhrer mit auf einzelne Behrdengnge.

Joachim Bott, Kundenberater bei der Sparkasse Fulda, machte deutlich, dass eine gute Geschftsidee die eine Seite sei, dass es aber bei der Umsetzung in die Praxis kaum ohne fachliche Beratung gehe. Als persnliche Voraussetzungen stellte er die Ausbildung und die fachliche Qualifikation des Grnders in den Vordergrund und hob die Wichtigkeit einer Investitionsplanung, einer Kapitalbedarfsplanung, sowie einer Umsatz- und Ertragsvorausschau hervor. Nur durch gute Planungen seien die verschiedenen Risiken beherrschbar.

Michael Hohmann von der Raiffeisenbank Groenlder prognostizierte bei 380 000 deutschen mittelstndischen Unternehmen eine bevorstehende Betriebsbergabe innerhalb der nchsten 5 Jahre. Wer aus Altersgrnden als Chef eines Unternehmens ausscheide, der stehe entweder vor einer internen bergabe an Familienmitglieder oder Mitarbeiter oder aber es kme eine externe bergabe an einen neuen Geschftsfhrer oder sogar ein Verkauf in Frage. Auch hier knnen eine rechtzeitige Beratung, eine Aufstellung von Planberechnungen und eine ehrliche Benennung der Hoffnungen an den bernehmer helfen. Grundvoraussetzungen sind auch hier ausreichend rechtliche Regelungen und die Aufstellung eines Business-Planes.

Bernhard Keller von der Richard Keller KG hob hervor, dass nur eine richtige Versicherung eine gute Absicherung darstelle. Fr ihn ist eine gute Analyse, welche Absicherungen im gewerblichen Bereich, im persnlichen Bereich und bei der Finanzplanung notwendig bzw. mglich sind, die Voraussetzung fr ein erfolgreiches Risikomanagement. Jeder, der den Schritt in die Selbststndigkeit wage, msse neben seiner persnlichen Lebenszielplanung Sicherheiten fr sich, seine Familie und fr den Betrieb vorsehen. Er erwhnte die Ergebnisse der Shell-Studie, die herausgefunden hat, dass 25 % der Jugendlichen eine Selbststndigkeit anstrebt. Auch diese seien auf gute Beratungen angewiesen.

Daniela Mayershofer vom Landkreis Fulda nannte abschlieend verschiedene Frdermglichkeiten, die auch Groenlder durch die Anerkennung als Leader-Region innerhalb der sieben Gemeinden im Regionalforum Fulda Sdwest habe. Vor allem privaten Investoren knnten unter bestimmten Voraussetzungen Zuschsse oder verbilligte Darlehen gewhrt werden. Anhand verschiedener Bespiele erklrte sie die Mglichkeiten, die Kleinstunternehmer haben um in eine Frderung zu kommen und bot ihre ganz praktische Hilfe bei den anstehenden Fragen sowie bei der Antragstellung an.

In der Zusammenfassung zollte die Brgermeisterin Silvia Hillenbrand den Referenten ihren Respekt, dass sie es fertig gebracht hatten, solch komplexe und komplizierte Themen verstndlich und anschaulich dargestellt zu haben. Klar sei aber auch geworden, dass jede Neugrndung und jede Betriebsbernahme einer individuellen Beratung bedrfe. Die Vortrge htten bewiesen, dass es an kompetenten Fachleuten in Groenlder nicht mangele.

Zum Schluss betonte auch Jrgen Mller, Projektleiter des Arbeitskreises Wirtschaft innerhalb der Groenlderer Zukunftswerkstatt, wie wichtig es geworden sei, dass man sich ganz individuell, aber auch in partnerschaftlicher Gemeinsamkeit als Groenlderer um die Zukunft der Gemeinde kmmern msse. Er stellte eine Standort- und Zukunftsanalyse Gewerbe und Unternehmen in Groenlder in Aussicht, die in Zusammenarbeit mit Studenten der Hochschule Fulda durchgefhrt werden soll. Hiermit sollen Basisdaten zur Standortzufriedenheit, zu Vernderungen in der bentigten Infrastruktur, zum noch besseren Zusammenwirken von Politik, Verwaltung, Schulen und Unternehmen aber auch Anstze fr Zukunftsperspektiven und Strategien gewonnen werden. Er bat um Untersttzung und eine aktive Mitarbeit bei diesem Projekt.

Auch interessant

Kommentare