Sicherheit bei der Bahn weiterhin in Gefahr?

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Viele Züge stehen tagelang still, weil bei der DB richtig und umfassend ausgebildete Lokführer fehlen, sagt der Künzeller Bahnexperte Hubert Heil.

Fulda/Künzell. In der jüngsten Mitgliederversammlung von "mobifair" ("Fairer Wettbewerb in der Mobilitätswirtschaft") im Festsaal des "DB"-Museums in Nürnberg wurde das Beiratsmitglied des Vereins, der Künzeller Bahnexperte Hubert Heil besonders gewürdigt. "Durch deine Unterstützung und deinen Mut", so der Geschäftsführer von "mobifair", Helmut Diener, "wurden dubiose Machenschaften aufgedeckt und zur Anzeige gebracht. Dies führte zu einem öffentlichen Medieninteresse und auch zu ersten politischen Bewegungen."

Das "EVG"-Bundesvorstandsmitglied Heil machte einmal mehr auf die Sicherheitsprobleme bei der Bahn aufmerksam. "Durch die Lokführerstreiks zuletzt wurde und wird das brisante Thema leider nicht wahrgenommen und bewusst verdrängt. So fährt weiterhin privates und ausländisches Lokpersonal zum Teil ohne Strecken- und Sprachkenntnis Güterzüge – und auch manchmal über 20 Stunden am Stück auf der Lok."Die Kontrolle müsste eigentlich das "Eisenbahnbundesamt" übernehmen. Hierfür gäbe es aber kein geeignetes Personal. Auch die Länder seien für ihre regionalen Bereiche in der Aufsichtspflicht. "Die zuständigen Gewerbeaufsichtsämter sind aber ebenfalls völlig überfordert." Nur die "DB"-Lokführer von "Schenker Rail" würden nun häufiger überprüft und machten dadurch "Dienst nach Vorschrift".Güterzüge würden   nach Schicht- und Arbeitszeitplänen abgestellt – "ohne Ersatzpersonal", so Heil weiter. Auf den Güterbahnhöfen von "Schenker Rail" (eine Tochter der "DB AG") seien tagelang über 250 Züge abgestellt. Sonderzüge im Güterverkehr vergebe die Bahn wegen Personalmangel zur Zeit an private Eisenbahnunternehmen. Diese führen zum Teil mit Quereinsteigern mit nur achtmonatiger Ausbildung und Leiharbeitern als Lokführern sowie Lokführern ohne deutsche Sprachkenntnisse aus Polen.

"Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich ein zweites Zugunglück wie am 6. Juli in Mannheim  ereignet", befürchtet Bahnexperte Heil. "Ein Lokführer aus der Schweiz, nach zwei selbstverschuldeten Zugunglücken dort fristlos entlassen, wurde in Nordrhein-Westfalen als Lokführer über eine private Arbeitsvermittlung wieder eingestellt. Von dort wurde er an eine niederländische Eisenbahngesellschaft (eine Firma ohne Loks und Fahrzeuge) weitergereicht, fuhr dann als Lokführer Gefahrguttransporte von Holland nach Ungarn. In Mannheim hat der Zugführer Haltesignale überfahren, die eingeleitete Vollbremsung von der Lok aus fahrlässig wieder aufgelöst und in langsamer Flankenfahrt den ICE gerammt", beschreibt Heil das damalige Szenario.

"Nicht auszudenken, wenn unauffällige Personen und theoretisch auch Terroristen als Quereinsteiger bei der Bahn  in acht Monaten Lokführer werden. Dabei könnten sie eine Katastrophe auslösen wie vor Jahren in Spanien mit vielen Toten und Zerstörungen in angrenzenden Wohngebieten.

"Deshalb besteht dringender Handlungsbedarf für Bundes- und Landespolitik, für den Vorstand der Bahn und die Gewerkschaften. Die Sicherheit bei der Bahn darf nicht gefährdet sein", so Heil.

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