„Sie sind ein Vorbild!“

Gruppenbild unter anderem mit Professor Dr. Bernhard Vogel, dem diesjährigen Träger des „Point Alpha-Preises“ Dritter von rechts), und seinem Laudator, dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier links daneben).
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Gruppenbild unter anderem mit Professor Dr. Bernhard Vogel, dem diesjährigen Träger des „Point Alpha-Preises“ Dritter von rechts), und seinem Laudator, dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier links daneben).

„Point Alpha-Preis“ für Professor Dr. Bernhard Vogel

VON BERTRAM LENZ

Rasdorf/Geisa. „Für sein politisches Wirken um die Deutsche Einheit und die Einheit Europas in Frieden und Freiheit“ ist Professor Dr. Bernhard Vogel CDU) am Samstagvormittag mit dem „Point-Alpha-Preis“ ausgezeichnet worden. Der 88 Jahre alte Vogel, Bruder des vor einem Jahr verstorbenen SPD-Politikers Hans-Jochen Vogel, war von 1976 bis 1988 Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz und von 1992 bis 2003 Ministerpräsident in Thüringen. Die Laudatio hielt Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier CDU).

Zahlreiche Ehrengäste waren der Einladung des „Kuratoriums Deutsche Einheit“ und der „Point Alpha Stiftung“ in die „Gedenkstätte Point Alpha“ gefolgt. Wegen steigender Corona-Inzidenzen und zur Sicherheit der Anwesenden galten die „3G-Regeln“. Das bedeutete, dass nur geimpfte, genesene und getestete Personen an der Veranstaltung teilnehmen durften. Beim Einlass sowie im ganzen US-Camp musste ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz FFP2- oder OP-Maske) getragen werden, der nach Einnahme des Platzes abgenommen werden durfte. Die Preisverleihung fand in der Fahrzeughalle statt, doch auch außerhalb waren bei trockenem Wetter viele Plätze besetzt. Für das leibliche Wohl sorgte das Team des Gedenkstättenbistros „Black Horse Inn“ im Anschluss an die Feierstunde.

Diese begann pünktlich wegen eines Livestreams des „Mittel Deutschen Rundfunks“ MDR) im Internet. Musikalisch umrahmt wurde die Preisverleihung durch das Blechbläserensemble des „Landespolizeiorchesters Hessen“, zu dem Vogel im Anschluss sagte: „So gute Töne hört man von der hessischen Polizei gerne“.

Nach der Begrüßung durch Dr. Stefan Heck, dem Stiftungsratsvorsitzenden der „Point Alpha Stiftung“, und Christian Hirte, Präsident des „Kuratoriums Deutsche Einheit“, würdigte Ministerpräsident Bouffier den Preisträger als einen Mann, der Politik stets als „Dienst am Menschen“ aufgefasst habe. Vogel sei „beliebt, aber nicht beliebig“. Und weiter: „Sie mögen die Menschen, und die Menschen mögen Sie“.

Die heutige Gesellschaft, so Bouffier, brauche einen neuen Umgang des Respekts, „und dafür braucht es Vorbilder. Und Sie sind solch ein Vorbild“.

Vogel selbst fühlte sich „geehrt, erfreut und beschämt“ angesichts der bisherigen Preisträger und widmete Preis und Preisgeld denen, die es verdient hätten. „Und dies sind die Bürger des ersten Augenblicks 1989“. Und er erwähnte beispielhaft Berthold Dücker und den früheren hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, die sich sehr für die Existenz von „Point Alpha“ eingesetzt hätten.

Hintergrund

Im Jahr 2005 wurde der „Point-Alpha-Preis“ erstmalig auf dem ehemaligen US-Beobachtungsstützpunkt an George W. Bush sen., Michail Gorbatschow und Helmut Kohl – unter deren politischer Führung die Frage der deutschen Wiedervereinigung 1989/90 verhandelt wurde – verliehen. Weitere Preisträger in der Vergangenheit waren unter anderem Václav Havel, Helmut Schmidt, Felipe González, Lech Walesa, Wolf Biermann oder Jean-Claude Juncker. Christine Lieberknecht, Ministerpräsidentin a. D. des Landes Thüringen und ehemalige Präsidentin des Kuratoriums, hat zur Initiierung des Preises gesagt: „Wir wollen gemeinsam der Gefahr begegnen, das Bewusstsein für den unverzichtbaren Wert von Einheit und Freiheit unseres Vaterlandes in einem geeinten Europa zu verlieren.” Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

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