Silges in der engeren Auswahl für hessischen Demografiepreis 

Heiko Büttner
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Heiko Büttner
Staatsminister im Gespräch.
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Staatsminister im Gespräch.
Imker Markus Lauer.
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Imker Markus Lauer.
Mila
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Mila
Minister mit Ortsvorsteher.
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Minister mit Ortsvorsteher.
Staatsminister Axel Wintermeyer
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Staatsminister Axel Wintermeyer
Nico Gatterdam
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Nico Gatterdam
Heiko Büttner und der Minister bei der Übergabe.
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Heiko Büttner und der Minister bei der Übergabe.

Seit vielen Jahren schon ist der Nüsttaler Ortsteil Silges bestrebt, den Zusammenhalt seiner Bewohner untereinander zu fördern, zugleich die Natur zu erhalten, generationenübergreifend Wissen weiterzugeben und dabei den Kindern einen nachhaltigen, verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Gesellschaft nahe zu bringen. Eine gewichtige Rolle kommt dabei dem im November 1999 gegründeten „Heimat- und Geschichtsverein“ (HGV) zu.

Silges. Seither hat dieser gemeinsam mit acht weiteren Vereinen 78 ehrenamtliche Projekte, nur durch Spenden finanziert, umgesetzt. Vorsitzender Marco Hanke: „Wir sind Bindeglied zwischen Gemeinde, Vereinen und Bürgern, zwischen Anwohnern, Zugezogenen und Gästen, zwischen Jung und Alt. Wir verbinden Menschen!“

Im kombinierten Kindergarten mit Tagespflege beispielsweise leben Kinder und Senioren unter einem Dach. Die Älteren lehren Mundart, Wolle spinnen und alte Bräuche, die Jüngsten motivieren zu gemeinsamer Gymnastik, Tanz und schenken Lebensfreude. Hanke: „Mit unseren Maschinen pflegt die Dorfjugend öffentliche Flächen und die Gärten betagter Anwohner, damit diese trotz ihres Alters möglichst lange hier wohnen bleiben können“.

Staatsminister zu Gast

Am Donnerstagnachmittag war der Chef der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden, Staatsminister Axel Wintermeyer, in Silges zu Gast, um sich als Demografiebeauftragter der Landesregierung einen Überblick über die Aktivitäten zu verschaffen und einen Förderbescheid in Höhe von 5.000 Euro aus dem Programm „Starkes Dorf – Wir machen mit!“ für den Bau eines „Mini-Bikeparks“ zu übergeben. Bereits Anfang August 2018 hatte Wintermeyer einen Förderbescheid über 4.450 Euro an den Verein „Silges – Miteinander und Füreinander Leben“ überreicht. Die Gelder waren damals für die Sanierung des örtlichen Jugendraumes gedacht.

Der aktuelle ministerielle Besuch in dieser Woche hatte aber noch einen anderen Hintergrund, denn Silges darf sich Hoffnungen darauf machen, einen der ersten drei Plätze beim diesjährigen „Hessischen Demografiepreis“ zu belegen, bei dem es um die Zukunftsfähigkeit der ländlichen Regionen unseres Bundeslandes geht. Dotiert ist die Auszeichnung, die im September zum zwölften Mal verliehen wird, mit insgesamt 24.000 Euro. Das Motto lautet: „Wo Ideen Freiraum haben! Leben auf dem Land“.

Aus 111 Bewerbungen hatte eine Fachjury sechs Initiativen für den Preis nominiert, darunter eben auch Silges. Doch zurück zu den Aktivitäten des „Heimat- und Geschichtsvereins“: So lernen die Kinder im so genannten „Kindergartenwald“ gemeinsam mit Ranger und Naturpädagogin, was die Erderwärmung für Schäden anrichtet und wie wir unsere Umwelt schützen können. Auf der Streuobstwiese wiederum teilen Rentner ihr Wissen über die Pflege der Bäume mit jungen Familien. Jugendliche sammeln Äpfel, der Saft wird gepresst und von Jugendlichen dann im Dorf zum Selbstkostenpreis verkauft. Dann gibt es noch eine Wiese, die von Schafen gepflegt wird. Jedes Schaf wiederum hat zwei bis drei „Paten“ – Kinder aus dem Dorf, die sich um die Tiere kümmern und damit Verantwortung lernen. Und das „i-tüpfelchen“: In einem Schäferwagen können Gäste übernachten und von dort aus genau wie Tagesbesucher und Schulklassen aus der Region den preisgekrönten Wanderwege erkunden sowie die Naturprojekte kennenlernen. Schau- und Lerntafeln regen zum Nachdenken an. Apropos Familien: Diese können das Feuchtbiotop besuchen und gelangen über einen Schleichpfad zum Wildbeobachtungsturm, den der Verein gemeinsam mit Jägern errichtet hat.

Beim Projekt „Silges summt“ haben Kinder in der ortsansässigen Schreinerei ein 3x2 Meter großes Insektenhotel gebaut. Senioren, die ihre Gärten nicht mehr bewirtschaften konnten, bekamen diese von Jugendlichen zu Blühflächen umgewidmet, die der Verein pflegt. Gemeinsam mit dem Imkerverein wurde zudem ein Imkerlehrstand errichtet, wo Interessierte ein Jahr lang kostenlos zur Probe imkern können, um so den Nachwuchs zu fördern.

Nicht zu vergessen ist auch die Bedeutung von Silges als „Hessens erstes Sternendorf“: Die Gemeinde hatte auf Initiative des „Heimat- und Geschichtsvereins“ alle Straßenlaternen auf bernsteinfarbene Amber-LEDs umgestellt. Ziel war unter anderem, Insekten und andere nachtaktive Tiere so wenig wie möglich zu stören. Hobby-Astronomen wiederum können bei Führungen oder auf selbst gebauten ,Sternengucker‘“-Liegen“ den Sternenhimmel genießen.

Rubriklistenbild: © Schwabe

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