Sind wir alle psychisch krank?

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Fulda. DAK stellte Gesundheitsreport für Osthessen im Klinikum vor.

Fulda.  Der Krankheitsstand in der Region Fulda und im Vogelsbergkreis ist 2012 um 0,1 Prozentpunkte gestiegen, in ganz Hessen aber konstant geblieben. Das ist eine der Hauptaussagen des "DAK-Gesundheitsreports 2013", der anlässlich einer Pressekonferenz zusammen mit Vertretern des "Klinikums Fulda" vorgestellt wurde. Weitere wichtige Änderungen ergeben sich hinsichtlich der Krankheitsarten. Mittlerweile sind Seelenleiden immer öfter Grund für eine Krankschreibung und belegen damit den zweiten Platz.

In Hessen ist die Anzahl der Krankmeldungen aufgrund psychischer Erkranungen seit 2000 um 83 Prozent angestiegen. Zu diesen zählen vor allem Depressionen und Angstzustände, die allerdings nicht mit einem Burnout verwechselt oder gleichgestellt werden dürfen. "Bei einem Burnout handelt es sich mehr um einen Risikozustand als um eine Krankheit", betont Christian Beser, Chef der "DAK-Gesundheit Fulda". Zudem belegen die Zahlen des Reports, dass es sich ebenfalls nicht um ein Massenphänomen handelt. Der Grund für den enormen Anstieg der diagnostizierten Seelenleiden ist vor allem in der erhöhten Akzeptanz solcher Kranheiten zu sehen.  "Die Zunahme stammt nicht aus dem nichts, früher wurden die Kranheiten anders diagnostiziert und benannt", meinte der Vorstand der Krankenversorgung des Klinikums Fulda, Dr. med.Thomas Menzel. Besonders wichtig ist eine frühe Diagnose und eine dementsprechende Behandlung, die sich je nach Patient aus Gesprächstherapien, Medikamenten oder einem Klinikaufenthalt zusammensetzen kann. Genau wie bei anderen Kranheiten sind die Erfolgsaussichten einer Behandlung in einem frühem Stadium am besten.

Häufige Faktoren für eine psychische Erkrankung sind Unzufriedenheit und Belastung am Arbeitsplatz, dazu zählen auch Konkurrenzdruck und lange Arbeitszeiten. Um diesen Aspekten bereits im Vorfeld entgegenzutreten, bietet beispielsweise die "DAK", ebenso wie andere Krankenkassen, Präventionsangebote in Form von Stressmanagement oder in der Vermittlung von Entspannungstechniken wie "Autogenem Training", "Yoga" oder "Tai Chi" an.

"Diese einzelnen Maßnahmen sind zur Stressbewältigung wichtig, aber reichen alleine nicht aus", bemerkte Dr. Anna-Maria Budczies, die Direktorin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinkum Fulda. "Im Vordergrund sollte stehen, was man an der Arbeit erlebt und nicht nur, was oder wie viel man arbeitet." Dem betrieblichen Gesundheitsmanagement kommt also ein hoher Stellenwert bei der Prävention zu. "Wichtig ist eine Analyse des Betriebes, um die richtigen Maßnahmen zu wählen. Die Nachfrage von Arbeitgeberseite steigt in diesem Zusammenhang ", stellte Beser fest.

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