"Sommerlad": Ein Brückenschlag zur Fuldaer Innenstadt

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Fulda/Gießen. "Grüne Wiese" und "Internet": Auch der Möbelhandel hat mit gravierenden Strukturveränderungen zu kämpfen.

Fulda/Petersberg/Künzell. Nahezu alle Städte blicken mit Sorge auf die Veränderungen im Handel. Vor allem große Konzerne siedeln sich am "Stadtrand" an – günstige Zuführung, große und freie Parkplätze sind wesentliche Faktoren. Aber auch die drastische Zunahme des "Online-Handels" im Internet zieht immer mehr Umsatz ab – und zunehmend fühlen sich die Einzelhändler der Innenstädte in ihrer Existenz bedroht.

Diese Veränderungen standen im Fokus einer Presse-Informationsveranstaltung des Petersberger Möbelunternehmens Sommerlad. Aus aktuellem Anlass – nämlich der Planung einer Standortverlagerung – informierten Experten über generelle Veränderungen, Sachzwänge für Unternehmen und Standorte, Auswirkungen und mögliche Lösungsansätze für das Problem.Besonders der Möbelmarkt unterliegt zunehmend großen Konzentrationen einiger Konzerne. So plant der Marktführer Ikea – laut eigener Aussage – nahezu die Verdoppelung des Umsatzes von derzeit 13 auf 25 Prozent mit einer Neubauplanung von etwa 25 großen Häusern. Diese Konzern-Konzentration – so beschreibt der Mittelständler Sommerlad – zwingt alle Wettbewerber zum Handeln. Und dies wird getan.Die Einzugsbereiche der einzelnen Häuser müssen vergrößert werden, um nicht zu viele Kunden an den flächendeckenden Wettbewerb zu verlieren. Sommerlad zeigt anschaulich auf, wie die Standorte "unter Druck" geraten. "Es ist existentiell, dass Kommunalpolitik und Unternehmen gemeinsam Zukunfts-Lösungen entwickeln – auch für die Lebensqualität der Städte", so Sommerlad.

Ein weiteres Veränderungspotential stellt der stark ansteigende "Online-Handel" dar, Marketingexperte Prof. Dr. Behrends erläutert Zusammenhänge, Entwicklungen und Folgen dieser neuen Handelsform. "Der Online-Handel wird weiter wachsen, er wird verstärkt Probleme für ortsansässigen Handel verursachen, bis hin zu deutlichen Verlusten von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Es müssen dringend Lösungen entwickelt werden", so Behrends.Das "Innenstadt-Sterben" zeigt Prof. Dr. Schminke als Prozess auf. An Beispielen wird deutlich, dass den Städten eine schwierige Zukunft bevorsteht, wenn nicht tragfähige Alternativen entwickelt werden. "Es ist fünf vor zwölf. Viele Innenstädte verlieren bereits massiv an Attraktivität. Und damit an Lebensqualität," so Schminke.Aber auch Lösungsansätze werden diskutiert. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Kommunalpolitik und Handelsunternehmen. Konzepte, die die Magnetwirkung von – vornehmlich qualifizierten Möbelhäusern – und deren Kundenzuführung aktiv für die Innenstädte nutzen. Kooperationen mit City-Marketing und gezielte Einbindung der IHK’s bieten Lösungsansätze. So stellt Sommerlad auch beispielhaft das Konzept "Sommerlad City" vor. Es zeigt, es gibt durchaus Perspektiven, die Innenstädte "am Leben zu halten". "So haben wir in Gießen – gemeinsam mit Innenstadt-Handel und Politik – gute Lösungen erreicht", so Sommerlad.Und das sollte auch an anderen Standorten geschehen. Denn Möglichkeiten gibt es viele. Vielleicht gerade wegen der bedrohlichen Szenarien. Aber "Handeln" ist angesagt.

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