Sommerlad: Politik am Zug

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Fulda/Petersberg. In dieser Woche ist das Gutachten zum geplanten Neubau von „Sommerlad“ in Auftrag gegeben haben, vorgestellt worden.

Fulda/Petersberg. Stefan Kruse vom Stadtforschungs- und Planungsbüro  "Junker + Kruse" aus Dortmund erklärte den Journalisten auf einer Pressekonferenz im Fuldaer Stadtschloss, was untersucht wurde und zu welchem Ergebnis die Gutachter gekommen sind.

Fest steht: Das Urteil der Sachverständigen ist nicht so negativ, wie in der örtlichen Tagespresse, der das Gutachten unrechtmäßig schon länger vorliegt, berichtet wurde. ",Sommerlad’ kann bauen, wenn die geplante Fläche für das Kernsortiment Möbel verkleinert wird. So hätte das Möbelhaus keinerlei negative Auswirkungen auf den restlichen Möbel-Markt in der Region. Das Randsortiment, wie zum Beispiel Textilien, Lampen oder Porzellan, hat keine Auswirkungen auf andere Unternehmen – auch nicht auf die Innenstadt", erklärte Gutachter Kruse.

Heißt: Damit es keine Auswirkungen auf andere Unternehmen in der Region gibt, darf "Sommerlad" nicht, wie geplant, Möbel auf 23.400 Quadratmetern anbieten, sondern muss das Vorhaben mindestens auf 21.000 Quadratmeter verkleinern.

Verschiedene Varianten

Insgesamt gibt es drei Varianten, deren mögliche Auswirkungen in dem Gutachten untersucht wurden.Variante eins sieht vor, dass "Sommerlad" neu baut und sich ein weiteres Möbelunternehmen am jetzigen "Sommerlad"-Standort in Petersberg ansiedelt. In diesem Fall dürfte "Sommerlad" Möbel auf höchstens 14.500 Quadratmetern anbieten, um anderen Geschäften nicht zu schaden.Variante zwei zielt darauf, dass ein weiteres Möbelunternehmen an den jetzigen "Sommerlad"-Standort geht, aber nur einen Teil des Gebäudes in Anspruch nimmt, der restliche Teil an noch ein anderes Möbelunternehmen vermietet wird. In diesem Fall dürfte "Sommerlad" das Kernsortiment Möbel auf nur 15.500 Quadratmetern anbieten.Bei Variante drei würde ein weiteres Möbelunternehmen einen Teil des jetzigen "Sommerlad"-Gebäudes besiedeln, der Rest würde leer bleiben. Dann dürfte "Sommerlad" auf ganzen 21.000 Quadratmetern Möbel anbieten.

Das Möbelunternehmen, das sich am jetzigen "Sommerlad"-Standort ansiedeln könnte, ist die Möbeldiscounter-Kette "Poco", die laut Medienberichten bereits einen Mietvertrag für das Gebäude in Petersberg unterschrieben hat.

Konsequenzen

Sollte das "Sommerlad"-Projekt scheitern, zieht es Petersbergs Bürgermeister Karl-Josef Schwidessen durchaus in Betracht, den  Vertrag, den seine Gemeinde mit den Partnern Künzell, Eichenzell und der Stadt Fulda bis zum Jahr 2025 geschlossen hat, zu kündigen. "Es macht ja keinen Sinn, wenn wir vier ein Ziel haben und das nicht auf den Weg bringen. Flächen erschließen – das können wir auch alleine", so Schwidessen. Eichenzells Bürgermeister Dieter Kolb hakte ein: "Für mich ist das Projekt noch nicht vom Tisch. Wir wollen den Vertrag mit den anderen Gemeinden und der Stadt mit Leben füllen”.

Entschieden ist also noch nichts. "Nun müssen die Stadtverordnetenversammlung sowie der Magistrat noch über das Gutachten informiert werden”, erklärte OB Möller. "Auch die Bürgermeister der Gemeinden werden so verfahren. Im Herbst werden wir dann zusammen eine Entscheidung treffen."

Frank Sommerlad sagte unserer Zeitung, dass er weiterhin positiv eingestellt ist. "Ich möchte nun erst einmal die Zahlen neutral und sachlich auswerten. Dann bleibt abzuwarten, wie sich die Bürgermeister entscheiden", so Sommerlad. Ihm ist klar, dass er unter einem großen Zeitdruck steht. Sein Vertrag  am jetzigen Standort in Petersberg läuft Ende 2015 aus.

Offen bleibt die Frage, wer der örtlichen Tageszeitung das Gutachten zugespielt hat. Die Bürgermeister der Randgemeinden sowie auch Landrat Bernd Woide weisen die Schuld von sich. OB Möller sagte: "Die Stadt Fulda war es nicht.

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