Fuldaer Kleingärtner der "Neuen Heimat" fürchten um ihr Idyll

Anstehende Baumaßnahme der Hochschule hat Auswirkungen auf umliegende Lise-Meitner-Straße / Gespräch mit der Stadt am 11. September

Fulda - Heimische Kleingärtner, und hier zumindest diejenigen, die in den Fuldaer Vereinen „Waidesgrund“ und „Neue Heimat“ organisiert sind, erleben gegenwärtig unruhige Zeiten. So soll das gut 46.000 Quadratmeter große Areal im „Waidesgrund“ nach den Vorstellungen der Stadt Fulda und nach ersten Beschlüssen der Stadtverordneten künftig für Wohnungsbau und einer Erweiterung des Hotel- und Kongresszentrums „Esperanto“ dienen („Fulda aktuell“ berichtete).

Die Mitglieder der „Neuen Heimat“ wiederum sorgen sich wegen einer Baumaßnahme der Hochschule Fulda und den damit verbundenen Belastungen, insbesondere auf der umgebenden Lise-Meitner-Straße: Denn auf dem Gelände der ehemaligen „Mühle Heyl“ sollen auf rund 5.200 Quadratmetern Nutzfläche neue Lehr-, Labor- und Büroräume für den „Fachbereich Pflege und Gesundheit“ sowie Räume für den Hochschulsport entstehen. Ende September sollen die Bauarbeiten mit dem Abbruch der alten Mühlengebäude und Siloanlagen beginnen und bis Ende 2017 beendet sein.

Mit den Neubaumaßnahmen wird laut Mitteilung der Hochschule Anfang 2018 begonnen, die Fertigstellung ist für den Sommer 2020 geplant. Die Baustellenzufahrt soll nach Absprache mit der Stadt Fulda über die erwähnte Lise-Meitner-Straße erfolgen, „und um den Verkehr entlang der Anlage ,Neue Heimat’ auch bei erhöhtem Lkw-Aufkommen sicher zu führen, wird ab Beginn der Abbrucharbeiten eine Lichtzeichenanlage eingerichtet werden“.

Kritik an Informationen

Dem Kleingarten-Vorstand um Vorsitzende Petra Fröhlich und ihren Stellvertreter Bernd Hendler ist klar, dass sich Fulda verändern muss, „und da kommen wir als Verein auch nicht drumherum“. Geärgert aber habe man sich, weil man erst durch die Hochschule von dem geplanten Projekt erfahren habe und dann nach zahlreichen besorgten Nachfragen eines Großteils der 136 Mitglieder habe aktiv werden müssen. „Wir mussten Klarheit darüber bekommen, welche Auswirkungen die Arbeiten auf den Alltag der ,Neuen Heimat’ mit den 103 Kleingärten haben könnten“, so Fröhlich und Hendler im Gespräch mit „Fulda aktuell“.

Daher war vor Kurzem zu einer Infoveranstaltung eingeladen worden, an der als Vertreter des Kleingarten-Stadtverbandes Elfriede Schneider und Hainer Müller sowie als Repräsentanten der Fuldaer Politik Patricia Fehrmann für die CDU, Edith Bing und Jonathan Wulff für die SPD, Birgit Caplier für die CWE und der Fraktionslose Kay Wehner teilnahmen. Seitens der Stadt war ein Mitwirken abgesagt worden.

Daher hatte der Vorstand Fragen erstellt und ins Stadtschloss geschickt. Die Liste und die Antworten liegen „Fulda aktuell“ vor und sind nachstehend dokumentiert:

Wurde die Variante durch das ÜWAG-Gelände konkret in Betracht gezogen? 

Da sich das Rhönenergie-Gelände in Privatbesitz befindet und eine Führung des Baustellenverkehrs über das Betriebsgelände eine erhebliche Störung der Betriebsabläufe zur Folge hätten, wurde diese Variante nicht näher geprüft.

An welchem Tag wird die vorgesehene Ampelanalage installiert? An welchen Punkten wird das sein?

Mit Beginn der Abbrucharbeiten (Ende September 2017) wird die Baustellenlichtsignalanlage installiert. Die Lichtsignalanlage wird am geraden Straßenabschnitt zwischen der Zufahrt des Parkplatzes der Hochschule und dem Beginn des Sportplatzgeländes installiert.

Wie können die Kleingärtner in dieser Zeit auf der Lise-Meitner-Straße ihren Garten zum Be- und Entladen erreichen?

Die Nutzer der Kleingärten können das Gelände wie bisher durch die Befahrung des Bereiches der Lichtsignalanlage anfahren.

Werden die eingezeichneten Parkzonen auf der Lise-Meitner-Straße wegfallen, wenn ja, welche?

Die markierten Parkflächen im Straßenraum im Bereich der Kleingartenanlage können grundsätzlich weiterhin genutzt werden, da durch die Aufstellung der Lichtsignalanlage der Verkehr ja nur noch einspurig geführt wird.

Wer übernimmt bei Unfällen und Personenschaden der Kleingärtner die Haftung?

Wie bei allen anderen vergleichbaren Situationen im öffentlichen Straßenraum auch, ist grundsätzlich der Unfallverursacher in der Haftung.

Werden Arbeiten an der ,Mühle Heyl’ auch am Samstag und Sonntag durchgeführt?

Arbeiten an Wochenenden sind insbesondere während der Abbruchphase im Hinblick auf den Betrieb der Firma „Jumo“ nicht auszuschließen. Die Hochschule wird sich nach Rücksprache bemühen, die Arbeiten an Wochenenden insgesamt möglichst gering zu halten und vor allem an Samstagen durchzuführen.

Wie kann der Anlieferverkehr durch Firmen die Kleingartenanlage erreichen, ohne durch die Ampelschaltung beeinträchtigt zu werden?

Die einspurige Führung des Verkehrs in Baustellenbereichen mittels einer Lichtsignalanlage wird sehr häufig angewandt und stellt daher für alle Verkehrsteilnehmer zwar eine gewisse Einschränkung, aber keine Besonderheit dar, so dass voraussichtlich auch bei dieser Maßnahme alle Lieferanten mit dieser Verkehrsregelung zurechtkommen werden.

Ist eine gemeinsame Ortsbegehung mit den verantwortlichen Personen möglich bevor die Maßnahme beginnt (Ampelanlage)?

 Selbstverständlich ist nach Vorliegen aller notwendigen Informationen zur Verkehrsführung eine Ortsbegehung vorgesehen.

Lösungsbereit

„Wir sind daran interessiert, gemeinsam eine Lösung zu finden“, so Fröhlich und Hendler. Gespannt sei man auf ein Gespräch, zu dem die Stadt für den 11. September um 11 Uhr ins Stadtschloss eingeladen hat. Dabei müsse auch geklärt werden, ob ein Großteil der Lise-Meitner-Straße wegen seiner Beschaffenheit überhaupt für den Schwerlastverkehr zugelassen sei und ob der Verein vielleicht nicht auch einen Ausgleich erhalten könne.

Thema bei Stadtverordneten 

Die "Kleingarten"-Thematik ist auch Gegenstand einer Anfrage der Fraktion "Die Linke. Offene Liste / Menschen für Fulda" für die Sitzung der Stadtverordneten am Montag, 4. September, 18 Uhr, im Stadtschloss.

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