Souverän in der Coronakrise: "Mach's nochmal, Angie"

                                      
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Klartext-Kommentar von "Fulda aktuell"-Redaktionsleiter Bertram Lenz mit einer klaren Aufforderung an Merkel

Fulda - Drehen wir das Rad der Zeit doch ein wenig zurück. Nicht lange, vielleicht in die Tage, bevor uns die Bedrohung durch das Coronavirus mit all den Be- und Einschränkungen erst so richtig bewusst wurde. Da hätte man für die Zukunft der Großen Koalition (GroKo) in Berlin keinen Cent mehr ausgegeben, die maßgeblich verantwortlichen Politiker kamen mut- und kraftlos daher, ohne Inspiration und Power.

Und nun? Die Krise mit ihren Folgen, die derzeit nur sehr schwer absehbar sind, hat alles und alle verändert. Und, man muss es einfach so sagen, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, macht die GroKo einen guten bis sehr guten Job. Dies gilt vornehmlich für Bundesfinanzminister Olaf Scholz, bei dem man trotz der nahezu schwindelerregend hohen Summen, mit denen er jongliert, das Gefühl hat, alles im Griff zu haben. Und das gilt –mit Abstrichen – auch für unseren Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Arbeitsminister Hubertus Heil. Sie alle scheinen an dieser unfassbaren Herausforderung zu wachsen.

Da fällt es auch nicht allzu sehr ins Gewicht, wenn man von anderen Mitgliedern des Kabinetts derzeit kaum etwas hört (böse Zungen könnten meinen: Gottseidank), oder haben Sie in letzter Zeit etwas von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer vernommen? Der und sein  - zugegeben ebenfalls souverän auftrumpfender  - CSU-Landeschef Markus Söder  sind sicher sogar froh darüber, dass Corona das Maut-Unheil überlagert und aus der Tagespolitik verdrängt hat.

Kommen wir aber zu der wohl wichtigsten Persönlichkeit, die den Laden nicht nur in Berlin zusammenhält: der Kanzlerin. Was war Angela Merkel nicht alles vorgeworfen worden? Sie sei amtsmüde, denke schon an den Ruhestand etc. Und heute? Nichts von alledem ist zu spüren, sie führt dieses Land so souverän, als wäre es ihre erste Amtszeit. Die Kanzlerin wirkt besonnen, wenn sie die Maßnahmen im Kampf gegen das Virus verkündet und sie versteht es hervorragend, die Bürger dabei mitzunehmen.

Keine kriegsähnliche Rhetorik voller Pathos, sondern Nüchternheit spricht aus ihren Worten, eben ganz Wissenschaftlerin. Dabei versteht sie es, die Menschen zu beruhigen und nicht in Panik verfallen zu lassen. Und sie appelliert eindringlich wie selten an die Vernunft des Einzelnen: „Wir kommen desto schneller durch diese Phase hindurch, je mehr sich jeder einzelne an die Auflagen und Regelungen hält.“ Keine Frage, Merkel dominiert diese schwierige Zeit, dabei ganz hervorragend unterstützt von dem aus Hessen stammenden Kanzleramtsminister Helge Braun. 

Und ihre potentiellen Nachfolger  Friedrich Merz, Norbert Röttgen und Armin Laschet? Von denen ist derzeit nichts oder kaum etwas Konstruktives zu hören. Ebenso wie übrigens auch von den Grünen, die angesichts der Krise von Sprachlosigkeit ergriffen scheinen.

Vor diesem ganzen Hintergrund wäre es nicht schlecht, die Kanzlerin würde es nochmal machen: „Play it again, Angie!“

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