Spatz fliegt in 90 Prozent aller hessischen Gärten

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Sieger bei der "Stichprobe". Mehr als zwei Millionen Vogelzählungen bei der "Stunde der Wintervögel".

Region. Der Haussperling ist der häufigste Wintervogel in Hessen. Wie in den Vorjahren konnte er sich bei der Stunde der Wintervögel den Spitzenplatz in den hessischen Gärten sichern. Auf den Plätzen zwei bis fünf folgen Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling.

Der Spitzenplatz für den Haussperling kommt dabei nicht unerwartet. "Sperlinge halten sich vorwiegend stationär in Gärten auf, während Kohl- und Blaumeise sehr mobil sind. Meisen finden zudem auch außerhalb der Gärten noch ausreichend Nahrung", erklärt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen.

Gut erholt zeigen sich die Bestände der Amsel, die in den letzten Jahren mit dem Usutu-Virus zu kämpfen hatte. "In diesem Winter wurden 15 Prozent mehr Amseln gezählt als im letzten Jahr", so Gerhard Eppler. Bemerkenswert sei vor allem, dass der Weichfutterfresser in 90 Prozent aller hessischen Gärten beobachtet wurde. Der Spitzenreiter Haussperling war demgegenüber nur in 60 Prozent der hessischen Gärten zu sehen. "Das zeigt, dass die Amsel in Hessen wieder überall Fuß gefasst hat", resümiert Eppler.

Auch die Stare gehören zu den eindeutigen Gewinnern der Aktion. "Von wegen ‚Ich bin ein Star, holt mich hier raus!‘ Die echten Stare wollen gar nicht weg, in diesem milden Winter bleiben sie gerne hier. Hessenweit sind es etwa ein Viertel mehr Stare als im vergangenen Winter", so Eppler. Zu den hessischen Verlierern zählt demgegenüber der Grünfink. Bei der diesjährigen Wintervogelzählung seien zwanzig Prozent weniger Meldungen zu verzeichnen. Die Vogelkundler des NABU vermuten, dass die Bestände des grünen Körnerfressers im letzten Jahr durch Trichomonaden-Infektionen dezimiert worden sind. "Der Grünfink gibt Anlass zur Sorge. Im Herbst wurden uns kranke und tote Tiere an hessischen Futterstellen gemeldet", so der Biologe Eppler. Deshalb sei es wichtig, Vogelfutterstellen stets sauber zu halten und beim Auftreten kranker oder toter Vögel vorsorglich zu schließen.

Deutschlandweit beteiligten sich 76.000 Menschen an der gemeinsamen großen Vogelzählung des NABU und des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern (LBV). Die Aktion fand bereits zum fünften Mal bundesweit statt. Insgesamt wurden am Aktionswochenende mehr als zwei Millionen Vögel aus über 52.000 Gärten gemeldet. Daraus ermittelten die Experten des NABU die durchschnittlich pro Garten beobachteten Vögel, um diese Werte zwischen den Arten, zwischen verschiedenen Regionen des Landes und über viele Jahre hinweg vergleichen zu können. Auf diese Weise gewinnen sie ein detailliertes Bild über Vorkommen und Bestandstrends der Vögel in Deutschlands Siedlungsräumen. In Hessen beteiligten sich über 3400 Vogelfreunde und zählten in 2460 Gärten mehr als 92.500 Vögel.

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