Spiel mit dem Feuer: Schmiedeglut hat sich mit hochwertigen Messern einen Namen gemacht

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Etwas ganz besonderes bietet Nandger Franck mit seinem Team für Freunde von hochwertigen Messern.

Grebenhain - Keine Frage, Nandger Franck hat die Erfüllung seines Lebens-(Traumes) gefunden. Dieses Gefühl wird sehr stark deutlich beim Besuch von „Schmiedeglut“, der Manufaktur für handgeschmiedete Messer, im Grebenhainer Ortsteil Vaitshain. Der 36-Jährige dreifache Familienvater, der – quasi in seinem ersten Leben – bei der „Volksbank Lauterbach-Schlitz eG“ tätig war, kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Wenn er davon erzählt, wie viel Spaß ihm und seinem inzwischen 15-köpfigen Team die Kunst des Messerschmiedens bereitet, verbunden mit der Zufriedenheit, am Ende eines Tages etwas selbst Geschaffenes in Händen halten zu können. Francks zweites Leben beginnt in 2005, als er gemeinsam mit einem Freund in Flieden versucht, ein Messer zu schmieden. „Was war ich stolz, als man damit auch noch schneiden konnte“, erinnert er sich an die Folgen des „Experiments“, das aus einer Laune heraus entstanden war und dessen Erfolg ihm Mut macht, diesen Weg weiter zu beschreiten. Mit der ersten eigenen Feuerstelle in Eichenzell, wo Franck damals zu Hause war, geht es los. Denn: „Einmal infiziert mit diesem Virus, kann man sich nur sehr schwer wieder davon befreien“, wie Franck konstatiert.

Gelernter Banker

Als Autodidakt bringt sich der 36-Jährige die Fähigkeiten nach und nach selber bei; stets darauf bedacht, äußerst präzise zu arbeiten und die Messer genauestens hinzubekommen. Der Spaß an der handwerklichen Schmiedekunst, der ihn seit diesen Anfängen begleitet, ist bis heute erhalten geblieben: „Ich habe täglich zehn neue Sachen im Kopf, die ich machen möchte“. Und er gesteht zu, dass das Ganze dem (männlichen) Spieltrieb nicht unähnlich sei, gepaart mit sehr viel Neugier und hoher Innovationsfreude. Noch keinen Tag bereut hat er auch die Ende 2010 getroffene Entscheidung, seinen Bankberuf an den Nagel zu hängen und sich selbstständig zu machen. Dies wurde notwendig, als sich die Kunde von seinen Fähigkeiten immer weiter verbreitete und sich immer mehr Menschen von ihm ein individuelles Messer anfertigen lassen wollten. Ein Arbeiten in Teilzeit aber war nicht möglich, und so wurde aus dem Banker Franck der „Schmiedeglut“-Künstler Franck. Zuvor hatte er bereits in 2009 das Messerschmieden als Nebengewerbe angemeldet.

Fühlbarer Mehrwert

Neben der Freude, etwas Individuelles mit den eigenen Händen schaffen zu können, zeichnet den 36-Jährigen besonders seine Hartnäckigkeit aus, denn: „Wenn ich etwas mache, beschäftige ich mich so lange damit, bis es passt“. Ihm und seinem Team sei es wichtig, für den Kunden einen „erlebbaren und fühlbaren Mehrwert“ zu schaffen: durchdacht, hochwertig und elegant zugleich. Jungjäger Franck und seine Mitarbeiter verbinden bei den Sonderanfertigungen traditionelle Handwerkskunst mit außergewöhnlichen Materialien, zum Beispiel mit Damaszenerstahl für die Klinge und kyrillischer Maserbirke oder Mammutbackenzähnen für den Griff. Dem Besucher fallen denn auch sofort die vielfältigen Formen und Farben ins Auge. Franck nennt einen weiteren Aspekt seines Erfolges: „Unsere Kunden schätzen unsere Messer, weil sie richtig schneiden, länger scharf bleiben und lebenslange Begleiter sind. Und auch eine hervorragende Sache sind, um vererbt zu werden“. Ein Messer der Marke „Schema F“ sei nichts für ihn, gemeinsam mit seinen Mitarbeitern wolle man sich unterscheiden von einer „Wegwerf-Mentalität“ , die immer mehr um sich greife. Das Motto lautet im übrigen: „Die Form folgt der Funktion“, was bedeutet, dass er sich zunächst Gedanken darüber macht, wofür das Messer benutzt werden soll und erst danach die Funktionen optimiert werden. Anschließend folgen ein Prototyp, verschiedene Tests, Feedbacks und letztendlich das fertige Produkt.

Viele Kursteilnehmer

Inzwischen ist aus der „Schmiedeglut“ einer der größten Anbieter von Messerschmiedekunst geworden, der die verschiedensten Modelle, aber auch Einzelanfertigungen herstellt. Zugleich werden Schmiede- und Schärfkurse mit jährlich bis zu 1.000 Teilnehmern vornehmlich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz angeboten und ein großer Online Shop, über den sehr viel abgewickelt wird. Überhaupt ist das Internet ein nicht mehr wegzudenkender Faktor geworden; auch, um selbst produzierte „YouTube“-Filme von der täglichen Arbeit einzustellen. Franck ist froh, vor einigen Jahren das Anwesen am Ortsrand von Vaitshain gefunden und jetzt etwas eigenes zu haben, nachdem man zunächst zur Miete Am Brennerwasser in Lauterbach untergebracht war. Das weitläufige Areal bietet Platz für die Werkstatt-räume, die Schmiedekurse mit den Brennöfen, die Schleifkurse und den Showroom.

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