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Spitzen-Schwund

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Von HANS-PETER EHRENSBERGER Der Letzte macht das Licht aus. So lautete das Motto der meisten Ost-Brger, die sich zur Wendezeit auf

Von HANS-PETER EHRENSBERGER

Der Letzte macht das Licht aus. So lautete das Motto der meisten Ost-Brger, die sich zur Wendezeit auf den Weg nach Westen machten. Der Letzte macht das Licht aus wenns so weitergeht, dann knnte dies zum Negativ-Slogan in der aktuellen bundesdeutschen Parteienlandschaft werden. Denn die Erosion bei den so genannten und selbst ernannten Volksparteien schreitet immer schneller und scheinbar unaufhaltsam voran.

Zwar hat jetzt erstmals die CDU die SPD bei den Zahlen berholt, mit nunmehr 530.755 eingeschriebenen zhlen die Christdemokraten offiziell 761 Mitglieder mehr als die Sozis. Was den schwarzen Generalsekretr freut und seine ebensolche Seele frohlocken lsst: Das ist ein historischer Tag in der Geschichte der CDU.

Obacht, Herr Pofalla, Ihr schwarzer Humor in Ehren: Nicht nur das Schlachtschiff Beck hat ein Leck, auch den Schwarzen laufen und sterben die Parteigenossen weg. Halt ein bisschen weniger dramatisch als bei den Roten, die das auch noch zwangsweise forcieren wollen, wie mit Wolfgang Clement geschehen. Doch eines sollte auch Ihnen klar sein, selbst wenn Sie die wenig erbaulichen eigenen Zahlen schnfrberisch durch die getnte Parteibrille betrachten: Schadenfreude ist in diesem Zusammenhang gnzlich fehl am Platze, die CDU hat sich nur eben etwas langsamer an die Spitze geschrumpft. Die Groen sitzen alle in einem (Koalitions-) Boot, das von der meuternden Besatzung niederer Offiziersgrade, parteimden Matrosen und poltikverdrossenen blinden Passagieren torpediert wird und bald versenkt sein drfte, falls nicht drastisch gegengesteuert wird. Die Parteibasis murrt, weil sie kaum Einflussnahme auf die politische Richtung hat, sich als zahlende Dispositionsmasse, als Abnicker von in Hinterzimmern ausgekungelten Kaderentscheidungen sieht.

Dass es durchaus anders gehen kann beweisen auerparteiliche Organisationen und auerparlamentarische Oppositionen, ppig gefllt mit Menschen, die sich bei Attac und Greenpeace, im Umwelt- und Naturschutz, global bei Amnesty International und lokal in Brgerinitiativen engagieren. Also eher punktuell und zeitlich begrenzt, vor allem aber in Institutionen, von denen die Mehrheit glaubt, man knnte mit ihnen noch hehre und sinnvolle Ziele verwirklichen und tatschlich etwas bewegen. Die verstaubten Parteienstrukturen haben ausgedient, eine Parteimitgliedschaft auf Lebenszeit ist Vergangenheit. Und wenn sich die Spitzen in den Zentralen nicht bald Gedanken machen, dann knnte es schon zu spt sein. Dann msste der letzte Partei-Mohikaner nicht nur das Licht ausmachen, dann knnte er sich gleich selbst begraben.

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