Spurensuche im Konzentrationslager

Eine Klasse der Eiterfelder Lichtbergschule im Konzentrationslager Auschwitz.

25 Schülerinnen und Schüler der Lichtbergschule Eiterfeld auf Spurensuche in der Gedenkstätte Auschwitz.

Eiterfeld - Hanna Göbel besucht die 10. Klasse. Sie war nach dem Besuch in Birkenau genauso bewegt wie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler der neunten und zehnten Jahrgangsstufe. Die Lehrkräfte Antje Breitenborn und Thomas Budde initiierten und betreuten die Studienfahrt an der Lichtbergschule Eiterfeld, die in dieser Form auch regelmäßig an der Konrad-Duden-Schule in Bad Hersfeld von Angela Kessler angeboten wird.

Am 1. Februar besuchte so auch Louisa Licht (9. Klasse) die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers in Polen: „Es war emotional richtig hart, ich hatte mehrfach mit den Tränen zu kämpfen.“ Die von der Landeszentrale für politische Bildung bezuschusste Exkursion forderte einiges von den 25 freiwilligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Die zwölfstündige Anreise und die Führung durch beide Teile des ehemaligen Konzentrationslagers waren nicht nur seelisch strapaziös. Die Jugendlichen verzichteten gern auf ihr Wochenende, um sich vor Ort dem wohl dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte zu stellen.

Auf dem Weg vom Stammlager nach Birkenau wurden die ersten Eindrücke geteilt. Viele nannten die in der Ausstellung gezeigten Unmengen von Haaren oder weiteren persönlichen Gegenständen, die den Gefangenen geraubt worden waren, als besonders eindrücklich. Jedes Paar Schuhe, jede Brille oder jeder der massenhaft ausgestellten Koffer bedeutet ein beendetes Menschenleben. Das wurde den Schülerinnen und Schülern deutlich vor Augen geführt.

Eine Klasse der Eiterfelder Lichtbergschule im Konzentrationslager Auschwitz.

Nach der Führung über das Gelände in Birkenau wurde auch der Guide befragt, wie er diese schwere Aufgabe jeden Tag aufs Neue erfüllen könne: „Es ist keine schöne Aufgabe, aber diese Geschichte, die man eigentlich nicht erzählen kann, muss immer weitererzählt werden.“ Er verwies auf das Zitat von George Santayana, der sagte, dass man die Geschichte kennen müsse, sonst sei man dazu verdammt, sie zu wiederholen.

Immerhin besuchten über 2,3 Millionen Menschen 2019 die Gedenkstätte, um sich zu erinnern, die Mehrheit ist unter 26 Jahre alt. Die Schülerinnen und Schüler der Lichtbergschule teilen ihre Erfahrungen mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern und interessierten Menschen auch medial. Auf der Instagramseite www.instagram.com/Spurensuche_lbs kann jeder Interessierte ihren Weg verfolgen und sich weiterführend informieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Ideen in der Coronakrise: Handel und Gastronomie bangen um ihre Existenz

Die Coronakrise sorgt dafür, dass der stationäre Handel fast zum Erliegen kommt. Da sind Ideen gefragt, um diese Zeit zu überstehen.
Ideen in der Coronakrise: Handel und Gastronomie bangen um ihre Existenz

Müser Brunnen strahlt mit Osterschmuck 

Engagierte  Vorstandsdamen der "Anthony's Gospel Singers"
Müser Brunnen strahlt mit Osterschmuck 

Sonntagszahl: 217 Corona-Erkrankte im Kreis Fulda

In ganz Hessen gibt es 4.567 bestätigte Fälle
Sonntagszahl: 217 Corona-Erkrankte im Kreis Fulda

Mit dem "Wunder"-Lied der Coronakrise trotzen

"Wunder"-Werk mehrerer Beteiligter, koordiniert von Johannes Lowien ("SongDesign") aus Lehnerz 
Mit dem "Wunder"-Lied der Coronakrise trotzen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.