Der Stabschef im Stadtschloss: Bürgermeister Dag Wehner im Gespräch mit der Fulda aktuell-Redaktion

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Redaktionsgespräch mit „Fulda aktuell“: Bürgermeister Dag Wehner (Zweiter von rechts) gemeinsam mit Pressesprecherin Monika Kowoll-Ferger, Verlagsleiter Michael Schwabe (Mitte)  und Redaktionsleiter Bertram Lenz.

Der Fuldaer Bürgermeister Dag Wehner besuchte die Fulda aktuell-Redaktion zu einem Gespräch.

Fulda - Es passt zu dem höchst angenehmen und in erfrischend uneitler Atmosphäre geführten Redaktionsgespräch mit Fuldas Bürgermeister Dag Wehner (CDU), dass plötzlich Vergleiche gezogen werden mit dem Fuldaer Stadtschloss und … dem Weißen Haus in Washington. Denn der 52-Jährige vergleicht seine Rolle gerne mit jener eines Stabschefs, die unter Präsident Donald Trump zwar häufig wechseln, aber ähnliche Aufgaben erfüllen wie er: „Es geht darum, als Verwaltung die unterschiedlichsten Ideen zu realisieren und ein Vermittler zu sein zwischen Politik und Verwaltung“. Erfahrung mit Verwaltungen hat Wehner, war er doch vor seiner kommunalpolitischen Laufbahn 20 Jahre in der Hessischen Versorgungsverwaltung tätig. Quasi als Seiteneinsteiger näherte sich der Vater zweier Töchter der anderen Ebene an, war zunächst CDU-Kreistagsabgeordneter, erster Beigeordneter seiner Heimatgemeinde Kalbach und schließlich deren Bürgermeister.

Ein Amt, das er gut siebeneinhalb Jahre ausübte, bis ihn der nächste Ruf ereilte und der damalige Fuldaer Oberbürgermeister Gerhard Möller anfragte, ob Wehner nicht Lust habe, Nachfolger des als Staatssekretär nach Wiesbaden wechselnden Bürgermeisters Dr. Wolfgang Dippel zu werden. Nach Beratungen innerhalb der Familie sagte Wehner zu; „ein Schritt, den ich bis heute nicht einmal bereut habe“. Der Fan von „Eintracht Frankfurt“ und einstmals aktive Tischtennisspieler muss heute noch schmunzeln, wenn er daran denkt, wie er ins kommunalpolitische Leben eingestiegen ist und geht davon aus, dass es auch heute viele Menschen gibt, „die sich nicht aus eigenem Antrieb heraus engagieren, sondern angesprochen werden wollen“. So wie er, „der ich völlig unbeleckt an mein Kreistagsmandat herangegangen bin. Zum Glück hat mich die CDU-Fraktion mit offenen Armen aufgenommen“. Inzwischen steht er seit Längerem dem Fuldaer CDU-Stadtverband vor. Doch zurück zu seinem aktuellen Amt, „einer sehr attraktiven Rolle, die ich einnehmen darf“. Das Dreigestirn mit Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Stadtbaurat Daniel Schreiner und ihm verstehe sich als Team, wobei jeder die zu verantwortenden Dezernate eigenständig betreue. Gemeinsam mit den insgesamt 1.350 Mitarbeitern der Stadtverwaltung würden viele Themen angestoßen, die auch umgesetzt werden müssten.

 Täglich stimme man sich im hauptamtlichen Magistrat miteinander ab, wobei die räumliche Nähe zu OB Wingenfeld schon ein großer Vorteil sei: Nach diversen Veränderungen lägen beider Büros nun in Rufweite, so Wehner, der sich selbst einen „kooperativen Führungsstil“ bescheinigt. Die Tätigkeit als Bürgermeister sei im Übrigen ein „Fulltime-Job, sieben Tage in der Woche“, bei dessen Ausübung es unabdingbar sei, sich mit der Familie abzustimmen. Dies gelte freilich auch für seine beiden hauptamtlichen Magistratskollegen, wenn es darum gehe, Termine abzuklären. „Das teilen wir dann schon untereinander auf“. Die politisch Verantwortlichen arbeiteten daran, dem Leitmotiv ihres Handelns Leben einzuhauchen: „Die Stadt Fulda als öffentlichen Raum erlebbar zu machen und mit Augenmaß voranzubringen“. Der Hessentag in 2021 und die Landesgartenschau in 2023 seien Entwicklungsschritte hin zu diesem Ziel, ebenso wie Veranstaltungsformate wie beispielsweise „Genussfestival“ und „Domplatzkonzerte“. Apropos Hessentag: Wehner formuliert bestimmt, dass es keine Großveranstaltungen mit 30.000 Besuchern geben werde. Vielmehr wolle man hohe Qualität in besonderem Ambiente wie auf dem Domplatz bieten, „und uns so die Schönheit der Stadt zunutze machen und das Herz der Stadt beleben“.

Derzeit laufe die Endabstimmung. Dies gelte im Übrigen auch für die Frage, wie während des Großereignisses der ÖPNV optimal genutzt werden könne. Zudem sei man dabei, für den Individualverkehr Flächen anzumieten beziehungsweise zu pachten, die als Parkplätze „möglichst dicht an den einzelnen Veranstaltungen liegen“. Auch liefen Gespräche mit dem Fuldaer Unternehmen „Edag“ bezüglich Nutzung innovativer Verkehrskonzepte. Doch nicht nur Ereignisse im großen und kleineren Rahmen wie beispielsweise „Winter-Varíete“ und Weihnachtsmarkt mit der erstmals geplanten „Eiszeit“ am Buttermarkt beschäftigen Wehner, sondern auch die Herausforderungen des Alltags. Und dazu zählen unter anderem ausreichender Wohnraum, „was eine sehr hohe Bedeutung besitzt und wo wir der Nachfrage und den Ansprüchen gerecht werden müssen“, sondern auch das Schaffen beziehungsweise der Ausbau notwendiger Infrastruktur wie Kindergärten und Schulen. „Stadt und Bildungsregion Fulda gehören untrennbar zusammen“, formuliert der Bürgermeister abschließend, der stolz darauf ist, nicht nur in dieser Beziehung keinen Vergleich mit anderen Städten scheuen zu müssen.

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