Stadt Fulda geht Taubenproblematik offensiv an

Verstöße gegen das Fütterungsverbot werden mit Bußgeld, im Wiederholungsfall mit bis zu 1000 Euro geahndet / Gesamtkonzept soll kommen

Fulda - Trotz vielfältiger Bemühungen in der Vergangenheit hat sich die Taubenpopulation in der Fuldaer Innenstadt nicht verkleinert. Im Gegenteil: Die Klagen von Passanten und Anwohnern nehmen zu, die Tiere werden immer zudringlicher. Die Stadt Fulda geht daher das Taubenproblem offensiv an. Für das Jahr 2018 wird ein Gutachten in Auftrag gegeben, das ein für die Stadt Fulda maßgeschneidertes Gesamtkonzept vorschlagen soll, in dem auch das seit Mai 2015 bestehende Taubenhaus am Rande der Johannisaue maßgeblich eingebunden wird.

Prinzipiell wird das Taubenhaus von den Tieren gut angenommen, die Anzahl der Eier in den Nestern wird dort durch einen Fachmann reguliert. Eine nachhaltige Entschärfung der Taubenproblematik in der Innenstadt ist jedoch noch nicht zu beobachten. Das liegt nach Einschätzung der Stadt vor allem daran, dass das Futterangebot für die Tiere in der Innenstadt nach wie vor sehr hoch ist. Massiv verschärft wird diese Situation dadurch, dass zahlreiche Menschen das seit dem Jahr 2000 satzungsrechtlich geltende Taubenfütterungsverbot in der Innenstadt missachten und dadurch wesentlich dazu beitragen, dass sich die Taubenpopulation ständig erhöht.

Weiterer negativer Nebeneffekt: Durch das Überangebot an Futter in bestimmten Bereichen der Innenstadt besteht die Gefahr, dass sich auch andere Schädlinge wie etwa Ratten vermehren. „Wer Tauben füttert, züchtet am Ende Ratten“, bringt es das Ordnungsamt auf den Punkt. Auch aus diesem Grund wurden die Kontrollen zur Einhaltung des Fütterungsverbots verstärkt. Verstöße werden mit einem Bußgeld, im Wiederholungsfall bis zu einer Höhe von 1000 Euro geahndet.

Eine Gefahr – insbesondere für die Bewohner der Häuser – sind auch zum Teil die seit Jahrzehnten bestehenden wilden Taubenschläge auf leerstehenden Dachböden in einigen historischen Häusern der Altstadt. Diese durch Kot und tote Tiere verdreckten Nester bilden eine Brutstätte für Parasiten und Krankheitsüberträger wie Zecken, Milben und Flöhe.

Die Stadt wird hier vermehrt Aufklärungsarbeit leisten und appelliert an die Hauseigentümer, dringend die entsprechenden Dachböden zu kontrollieren und gegebenenfalls zu reinigen beziehungsweise von Fachleuten reinigen zu lassen. Zu den Krankheiten, die über Parasiten wie Flöhe, Zecken und Milben in manchen Fällen auch auf den Menschen übertragen werden können, gehören zum Beispiel Salmonellenerkrankungen oder auch die Ornithose (Papageienkrankheit). Bei Fragen können sich Interessierte Ramona Gärtner, Telefon: (0661) 102-1320, wenden.

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