Startschuss für Bahnhofsumbau in Hünfeld ist gefallen

          Hünfeld. Lange hat Hünfelds Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel auf dieses Vorhaben hingearbeitet. Schon 1986 schien das Vorhaben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hünfeld. Lange hat Hünfelds Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel auf dieses Vorhaben hingearbeitet. Schon 1986 schien das Vorhaben "in trockenen Tüchern" zu sein. Jetzt endlich gelang "der Startschuss für ein Jahrhundertprojekt", das den Hünfelder Bahnhof für die kommenden zwei bis drei Jahre in eine Baustelle verwandeln wird. Dort soll nicht nur eine neue Unterführung entstehen. Auch die Bahnsteiganlagen werden erneuert, damit auch ältere Menschen, Behinderte oder Mütter mit Kinderwagen sicher die Züge besteigen können. Außerdem wird die Stadt das Bahnhofsgebäude und das gesamte Umfeld erwerben, um sie wieder zu einer "Visitenkarte" für Hünfeld zu machen.

Dies war der Bahnhof 1866, als er eingeweiht wurde. In den zurückliegenden Jahren allerdings verschlechterte sich der Zustand zusehends, so dass Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel in seiner Ansprache zum ersten Spatenstich von einem "Biotop" sprach, das den Besuch von Fahrgästen eher zu einem traurigen Erlebnis mache. Hätte nicht die Stadt mit Unterstützung des RMV und des Landes neue WC-Anlagen eingebaut und sie unterhalten, die einst stolze Visitenkarte wäre längst zugenagelt worden.

Der Bürgermeister warf einen Blick zurück auf die lange Vorgeschichte dieses Projektes, die auf das Jahr 1986 zurückreichte. Damals seien die Planungen noch von sechs Millionen DM ausgegangen. 1997 seien es bereits zwölf Millionen DM gewesen. Heute sei von einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund zwölf Millionen Euro auszugehen. Angesichts der langen Vorgeschichte sei es sicherlich berechtigt, von einem historischen Tag für die Hünfelder Bahngeschichte und das Mittelzentrum Hünfeld zu sprechen.

Dank sagte Dr. Fennel vor allem dem früheren Staatssekretär und heutigem Wahlkreisabgeordneten Dr. Walter Arnold, der sich bei diesem Projekt als wertvoller Türöffner, Anwalt und Fürsprecher erwiesen habe. Nicht zuletzt habe er maßgeblichen Anteil an der Höchstförderquote von 85 Prozent durch das Land. Aber auch dem Landkreis sei er sehr dankbar, da er sich für dieses Projekt finanziell mit engagiere. Landrat Bernd Woide habe von Anfang an zu einer offensiven Unterstützung bereit gestanden. Besonders wolle er dem Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes, Klaus-Peter Güttler danken, den er als Mann mit großer Kompetenz und Souveränität schätzen gelernt habe. In den Dank schloss er auch die Vertreter der Bahn und des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen Fulda.

Herzlich begrüßte er darüber hinaus ehemalige Eisenbahner aus Hünfeld, darunter der letzte Bahnhofsvorsteher, Heinrich-Leo Ebert und dem langjährigen Kommunalpolitiker und Bahnfunktionär Hubert Heil, der ihm so manchen Tipp gegeben habe. Er bat die Nachbarn schon heute um Verständnis für manche Belastungen, die die Bauzeit mit sich bringen werde und dankte auch dem Konrad-Zuse-Museum mit Stadt- und Kreisgeschichte, das im alten Wasserturm die Hünfelder Bahngeschichte präsentieren wolle. Er schloss mit dem Wunsch, dass der Hünfelder Bahnhof wieder wie einst 1866 durch den Umbau zu einer Visitenkarte für die Stadt, für das Mittelzentrum und für den gesamten nördlichen Teil des Kreises werde könne.

Wichtig für die Region

Auch Landrat Bernd Woide hob den besonderen Wert dieses Projektes für die gesamte Region hervor. Es sei ein historischer Tag für Hünfeld, aber auch ein guter Tag für die ganze Region, denn Verkehrswege schadeten ur dem, der keine habe. Der Landkreis sei zu Recht stolz auf seine gute Verkehrsanbindung. Dazu gehöre auch ein leistungsfähiger Bahnhof in Hünfeld. Respekt und Anerkennung sprach er Hünfelds Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel aus, der mit unglaublicher Beharrlichkeit und Durchsetzungsvermögen dieses Projekt erfolgreich gemeistert habe.

Auch der RMV-Geschäftsführer Klaus-Peter Güttler sprach der Stadt und der Region Anerkennung für dieses Vorhaben aus, das aus seiner Sicht besondere Bedeutung für den ländlichen Raum und den unausweichlichen demografischen Wandel habe. Die Bedeutung dieses Vorhabens werde sicherlich erst in zehn oder 20 Jahren ganz ermessen werden können. Sicherlich sei dieses komplexe Vorhaben ohne die Durchsetzungsfähigkeit eines Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel und die Vermittlungstätigkeit von Dr. Walter Arnold nicht denkbar gewesen. Für Susanne Kosinsky, Leiterin des Regionalbereichs Mitte der DB Station & Service, verspricht die jetzt gefundene Lösung für den Hünfelder Bahnhof in vollem Umfang den Wünschen nach Mobilität von älteren Menschen, von Behinderten, von Müttern mit Kinderwagen und anderen Kunden der Bahn. Der Bahnhof solle endlich barrierefrei werden und dadurch von Jedermann bequem nutzbar werden.

270 Züge pro Tag

Auf die hohe Verkehrsbedeutung des Hünfelder Bahnhofs wies der Leiter Projektdurchführung der Bahn, Dr. Reinhard Domke hin. Durch Hünfeld fahren nach seinen Worten pro Stunde rund 250.000 Lasttonnen Güter. Insgesamt sind es 270 Züge im Schnitt pro Tag. Er warb um Verständnis, dass die Zugpausen über Ostern genutzt werden sollen, um wichtige Bauabschnitte verwirklichen zu können. In diesem Zeitkorridor würden wichtige Baumaßnahmen entlang der gesamten Strecke von Frankfurt bis Göttingen zusammengefasst. Durch das Projekt würden die Bequemlichkeit, die Sicherheit und die Leistungsfähigkeit der Bahn in Hünfeld gesichert.

Das Vorhaben gliedert sich in drei Abschnitte, den Bau der Unterführung für rund 4,35 Millionen Euro, die neuen Bahnsteiganlagen mit Überdachungen für rund 4,9Millionen Euro und das Bahnhofsgebäude mit Umfeld für rund 2,5 Millionen Euro. Dank der hohen Landesförderung von 85 Prozent und einer Kreiszuwendung von 600 000 Euro verbleiben für die Stadt rund 600 000 Euro zuzüglich der noch nicht fest stehenden Maßnahmen und Eigenanteile im Förderprogramm Stadtumbau West für die Ertüchtigung des Bahnhofsgebäudes und die Sanierung des Umfeldes.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Kontrolle der Poser- und Tunerszene

Lärmbelästigungen durch meist unzulässige Veränderungen an getunten Autos sind immer wieder Grund für Bürgerbeschwerden. Aus diesem Grund führte die Polizeidirektion …
Kontrolle der Poser- und Tunerszene

Hessenweiter Aktionstag zur Glücksspielsucht am 30. September

In dreizehn hessischen Städten soll auf die Risiken von Glücksspielen aufmerksam gemacht werden.
Hessenweiter Aktionstag zur Glücksspielsucht am 30. September

Koordinierendes Haus mit Zuversicht in der Pandemie

Landtagsabgeordneter Thomas Hering am Klinikum Fulda.
Koordinierendes Haus mit Zuversicht in der Pandemie

Unparteiische Dritte: Zwei neue Schiedspersonen in Poppenhausen

Das Poppenhausener Schiedsamt ist grundsätzlich nicht allzu überlastet. Zum einen sind hier Streitigkeiten untereinander nicht nennenswert ausgeprägt, zum anderen lassen …
Unparteiische Dritte: Zwei neue Schiedspersonen in Poppenhausen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.