Still und männlich

Fulda. Es war sicherlich etwas Neues: Ein Fachvortrag nicht nur fr die Polizei, sondern auch fr Vertreter der Schulen, Behrden und d

Fulda.Es war sicherlich etwas Neues: Ein Fachvortrag nicht nur fr die Polizei, sondern auch fr Vertreter der Schulen, Behrden und der Justiz. Prof. Dr. Britta Bannenberg, Kriminologin der Uni Gieen, stellte die Inhalte ihres Buches im Polizeiprsidium Osthessen vor.

Der Weie Ring und des Netzwerk gegen Gewalt hatten diesen Vortrag organisiert und Polizeiprsident Alfons Georg Hoff hatte in den groen Versammlungsraum ins Prsidium eingeladen. Und dieser war auch bis auf dem letzten Platz gefllt. Etwa 240 Interessierte lauschten den Ausfhrungen von Prof. Bannenberg bei ihrem spannenden, informativen und stellenweise auch provokanten Vortrag.

Die Kriminologin hatte zwischen 1994 und 2009 Amokflle in Deutschland, Finnland und den USA untersucht und bewertet. Sie mchte damit auch wach rtteln, denn den Ruf nach mehr Sicherheit an Schulen kritisierte sie ganz offen. Sich einzumauern lst keine Probleme", so Bannenberg. Prvention ist das Schlsselwort und auch der Ansatz fr alle Beteiligten.

Polizeihauptkommissarin Elvira Idt, als Leiterin der regionalen Geschftstellen des Netzwerkes gegen Gewalt, moderierte die Veranstaltung. Sie berichtete zu Beginn allein von 33 Vorfllen, nach dem Amoklauf in Winnenden (im Mrz 2009) in den drei Landkreisen Fulda, Hersfeld-Rotenburg und Vogelsberg, bei denen die Schulen die Drohung mit Gewalt fr so ernstzunehmend hielten, dass sie die Polizei einschalteten.

Wir drfen nicht vor Angst erstarren, wenn das Wort Amok fllt", erklrt die Hochschulprofessorin Britta Bannenberg. Es gibt mittlerweile so viele Erkenntnisse ber das Profil eines potenziellen Amoktters. Dieser Mensch hat ganz besondere Charaktereigenschaften: Er ist fast immer mnnlich, still und ngstlich, ein typischer Einzelgnger ohne soziale Kontakte, aufgewachsen in normalen Familienverhltnissen und von Schusswaffen begeistert. Dies geht meist einher mit einer narzisstischen Persnlichkeitsstrung.

Amokdrohungen sind Hilfrufe" so die Kriminologin. Schulen mssten an dieser Stelle ansetzen und sich Gedanken machen, wie man einen Schler, der solch eine Drohung ausgesprochen habe, wieder in das Schulleben integrieren knne. Er brauche eine Chance.

Nach einer kurzen Pause, in der bereits rege diskutiert wurde, bot sich die Mglichkeit fr die Teilnehmer der Veranstaltung mit Prof. Dr. Bannenberg und Idt ber Krisensituationen zu reden. Themen, wie erhhte Sicherheit an Schulen durch Einzunen, sowie Notfall- und Krisenplne oder besondere soziale Begebenheiten an den Schulen waren nur einige Punkte, welche angesprochen wurden.

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