Störche im ÜWAG-Nest

Fulda. Zum ersten Mal seit ber 80 Jahren brten wieder Weistrche im Landkreis Fulda. Ein Storchenpaar hat eine Nistplattform b

Fulda. Zum ersten Mal seit ber 80 Jahren brten wieder Weistrche im Landkreis Fulda. Ein Storchenpaar hat eine Nistplattform bezogen, die von Auszubildenden der berlandwerk Fulda Aktiengesellschaft (WAG) gebaut und von Grundschulkindern mit Nistmaterial ausgestattet worden war. Seit 2008 steht sie auf einem Gelnde, das die Straenbauverwaltung des Landkreises zur Verfgung gestellt hat.

Dipl.-Ing. Michael Brehler, Leiter des Verteilnetzbetriebs der WAG, im Unternehmen verantwortlich fr den technischen Vogelschutz, strahlt: Eine der von Menschenhand gestalteten Nist-Plattformen, die er gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehrde im Landkreis Fulda initiiert und realisiert hat, ist in diesem Jahr von einem Storchenpaar als Nistplatz auserkoren worden.

Dipl.-Ing. Jrg Burkard, zustndig fr den Artenschutz bei der Unteren Naturschutzbehrde, teilt diese Freude uneingeschrnkt. Der Fachmann sagt: Dass zum ersten Mal seit mehr als 80 Jahren wieder Weistrche im Landkreis Fulda ausgerechnet eine solche Nist-Plattform als Brut-Standort ausgewhlt haben, zeigt, dass diese Art von Wohnungsbau' offenbar erfolgversprechend ist. Und die WAG darf diesen Erfolg mit Fug und Recht ihrem Engagement zuschreiben."

Im Jahr 2008 hatten Auszubildende der WAG insgesamt zehn Nist-Plattformen gebaut. Unter Anleitung von Wolfgang Schtz, Meister in der WAG-Ausbildungswerkstatt, und in enger Abstimmung mit dem Artenschutz-Experten Jrg Burkard fertigten sie im Ausbildungsblock Metallverarbeitung" die Nisthilfen fr Weistrche. Feilen, Bohren, Schneiden - beim Nestbau" konnten die Azubis alle erlernten Techniken gleich in der Praxis erproben. Es entstanden groe Metallkrbe mit rund 1,5 Meter Durchmesser.

Um es den Vgeln besonders bequem zu machen, wurden sogar die eigentlichen Horste schon vorbereitet: Grundschulkassen aus der Region sorgten fr die Inneneinrichtung" und statteten die Nisthilfen der WAG-Azubis mit sten und Weidenzweigen aus. Darber hinaus verteilten die Schler einige Kleckse weier Farbe im Nest. Strche bevorzugen Niststtten, die bereits von Artgenossen genutzt wurden", erklrt Experte Jrg Burkard: Die weien Kleckse nehmen Neuankmmlinge als Kot-Spuren wahr, die ihnen signalisieren, dass hier schon einmal Strche zu Hause waren und der Standort zum Brten geeignet ist."

Die von Menschenhand gefertigten und derart heimelig" ausgestatteten Horste wurden dann von der WAG auf ausgedienten hlzernen Strommasten an geeigneten Stellen aufgestellt - sechs an der Fulda, drei an der Haune und einer an der Fliede. Die Standorte in der Region waren von der Unteren Naturschutzbehrde als besonders vielversprechend ausgewhlt und von der Straenbauverwaltung oder den Gemeinden zur Verfgung gestellt worden.

Im vergangenen Jahr hatten erste Weistrche bei ihrer Rckkehr aus dem Winterquartier die neuen Nester zwar in Augenschein genommen, saen auch mal zur Probe in dem einen oder anderen gemachten Nest", jedoch blieb kein Paar in der Region. Wir hoffen und freuen uns darauf, dass es in diesem Jahr erstmals seit langer, langer Zeit vielleicht wieder Storchennachwuchs im Landkreis Fulda geben wird", sagen Michael Brehler und Jrg Burkard.

Der amtliche Vogelexperte des Landkreises Fulda ist dabei voll des Lobes ber die Untersttzung und das Engagement der WAG. Im Technischen Vogelschutz hat unser regionales Energieversorgungsunternehmen Standards gesetzt - und wir sind sehr froh, dass wir darber hinaus mit der WAG immer wieder gemeinsame Natur- und Vogelschutzprojekte realisieren knnen", sagt Jrg Burkard und verweist auf zahlreiche Vogelhotels" und Nisthilfen an ausgedienten Turmstationen und Gebuden. Eine groe und dringende Bitte hat er noch an alle Naturfreunde, die beim Spaziergang das Storchennest entdecken: Sie knnen das Storchenpaar aus gebhrender Entfernung gerne beobachten. Aber bitte halten Sie groen Abstand - und lassen Sie vor allem keine Hunde frei laufen!"

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