Stress im Job:Jeden zweiten Hessen belastet Arbeit

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Region. Neue Studie der DAK-Gesundheit belegt: Arbeitgeber bieten noch zu wenig Hilfe bei der Stressbewältigung

Region. Neue Studie der DAK-Gesundheit belegt: Arbeitgeber bieten noch zu wenig Hilfe bei der Stressbewältigung

Eine deutliche Mehrheit der Hessen belastet die Arbeit sehr: 53 Prozent meinen, der Stress im Job sei eher hoch oder sogar sehr hoch. Rund 60 Prozent der Befragten gaben Termindruck und Hetze als Hauptursache für diese Stressbelastung an. Dies ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage* im Auftrag der DAK-Gesundheit. Neben Rückenschmerzen sind psychische Erkrankungen Krankmacher Nummer 1 in Hessen. 

Vor allem jüngere Arbeitnehmer zwischen 18 bis 34 Jahren führen psychische Probleme wie Erschöpfung, Nervosität und Stimmungsschwankungen auf die Stressbelastungen durch die Arbeit zurück. 77 Prozent gaben dies an. Über Rückenbeschwerden klagen 76 Prozent der Befragten, wobei Frauen häufiger als Männer dafür den Stress am Arbeitsplatz verantwortlich machen. Auffällig: Die durch Stress verursachten Gesundheitsbeschwerden der über 50-Jährigen sind überwiegend Schlafstörungen (77 Prozent) und Herz-Kreislaufprobleme (42 Prozent). Hessenweit machen 38 Prozent der Arbeitnehmer für gesundheitliche Beschwerden die Belastungen am Arbeitsplatz verantwortlich.

Vor den gesundheitlichen Gefahren bei beruflicher Dauerbelastung warnt der hessische Landeschef der DAK-Gesundheit Michael Hübner beim DAK-Dialog in Frankfurt. Gerade in der besonders stressigen "Rushhour des Lebens" zwischen 25 und 39 Jahren dürfe man Gesundheit nicht als Selbstverständlichkeit betrachten. "Vorausschauend leben in jungen Jahren ist der Schlüssel für Fitness und Gesundbleiben", sagt Hübner. Regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung sind nicht zu vernachlässigen, empfiehlt Hübner. "Für alle die wenig Zeit haben und etwas zur Stressprävention tun wollen, gibt es jetzt mit Relax@Fit ein neues Online-Coaching der DAK-Gesundheit." 

Nur 28 Prozent der hessischen Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern spezielle Gesundheitsprogramme zur Stressreduzierung an. Die große Mehrheit der Arbeitgeber (63 Prozent) hat keine solchen Angebote für die Beschäftigten. Besonders Arbeiter erhalten hier nur wenig Unterstützung. 75 Prozent der Befragten gaben an, hier keine Hilfe durch den Arbeitgeber zu bekommen. Bemerkenswert: Fast zehn Prozent der hessischen Arbeitnehmer wissen nicht, ob der Arbeitgeber sie bei der Stressprävention unterstützen würde. 

Den größten Stress durch die Arbeit fühlen laut Umfrageergebnis hessische Beamte. Unter den verschiedenen Berufsgruppen fühlen sie sich mit 63 Prozent am stärksten dem Stress ausgesetzt. Weitaus weniger Druck verspüren Arbeiter (49 Prozent) und Angestellte (52 Prozent). Eine mittlere Stressbelastung empfinden immerhin weitere 37 Prozent der hessischen Arbeitnehmer. 

Die Arbeitnehmer im Land sind nicht nur Termindruck ausgesetzt. 51 Prozent der Hessen empfinden Stress, wenn sie bei ihrer Arbeit gestört werden. Fast die Hälfte der Befragten (44 Prozent) leistet regelmäßig Überstunden. Wobei hier die 18- bis 34-Jährigen stärker belastet sind als die über 50-Jährigen. Ein voller Email-Briefkasten löst dagegen nur bei 36 Prozent der Befragten Stress aus. Ständige Erreichbarkeit, auch am Wochenende oder nach Feierabend, sehen nur 16 Prozent der Hessen als Grund für Jobstress.

Das multimediale Seminarprogramm Relax@Fit bietet Abhilfe für gestresste Arbeitnehmer. Es wurde von renommierten Experten entwickelt und vermittelt Informationen und Übungen, die sich besonders bewährt haben. Das Online-Angebot in Form eines acht- bis zwölfwöchigen Anti-Stress-Trainings kann von allen DAK-Versicherten kostenlos genutzt werden.

Gastredner beim Dialog der DAK-Gesundheit im Haus am Dom in Frankfurt waren der Arbeitswissenschaftler Prof. Dr. Bernd Rudow von der Hochschule Merseburg, Prof. Dr. David Groneberg, Direktor des Instituts für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Goethe-Universität Frankfurt, Unternehmensberater der Motio GmbH, Dieter Feulner, Sabine Bender-Suhr, Geschäftsführung der Bender GmbH & Co. KG, Grünberg, Bertram Hörauf, Leiter der Abteilung Arbeit im Hessischen Sozialministerium und Günter Merlau von der VTON GmbH Hamburg. 

Das empfinden die Hessen als Stressbelastung im Job: 

1.        Termindruck und Hetze (59 Prozent)

2.        Störungen im Arbeitsablauf (51 Prozent)

3.        Überstunden / zu viel Arbeit (44 Prozent)

4.        Informationsflut / Email (36 Prozent)

5.        Konflikte mit Kollegen / Vorgesetzten (33 Prozent)

6.        Probleme, Familie und Beruf zu vereinbaren (23 Prozent)

7.        Ungerechte Bezahlung (22 Prozent)

8.        Ständige Erreichbarkeit (16 Prozent) 

*Repräsentative Befragung von Arbeitnehmern in Hessen durch Forsa im Auftrag der DAK-Gesundheit, 1. Bis 15. Oktober 2014, 1.006 Befragte

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