SoberGuides helfen ehrenamtlich Betroffenen und deren Angehörigen

Viele Abhängige wollen raus aus der Sucht. „SoberGuides“ können ihnen und ihren Angehörigen helfen. 
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Viele Abhängige wollen raus aus der Sucht. „SoberGuides“ können ihnen und ihren Angehörigen helfen. 

Als ehrenamtliche Begleiter beim Weg aus der Sucht sind seit Kurzem so genannte „SoberGuides“ (frei übersetzt mit „Gefährten in die Nüchternheit“) auch in unserer Region aktiv.

Fulda. Im Oktober 2019 war das Projekt seitens der „Guttempler“ mit Unterstützung der „Barmer“ deutschlandweit gestartet worden. Schwerpunkte dabei sind die digitale Ausrichtung und die Ausbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiter.

Diese kommen aus ganz Deutschland und werden eben als „SoberGuides“ bezeichnet. Die „Guttempler“ haben damit ihre Sucht-Selbsthilfearbeit neu ausgerichtet, auch vor dem Hintergrund, dass sich die Bedürfnisse der Hilfesuchenden verändert haben. Zentraler Bestandteil ist eine modern gestaltete Projekthomepage, über die die freiwilligen und besonders geschulten Helfer unkompliziert erreichbar sind. Das Besondere an dem Konzept wiederum ist, dass Hilfesuchende sich über www.soberguides.de ihre ehrenamtlichen Begleiter aussuchen und diese direkt ansprechen können. Dies macht das Angebot nicht nur für jüngere und mobilitätseingeschränkte Personen attraktiv, sondern ermöglicht auch in Zeiten der Pandemie einen niedrigschwelligen Einblick in die Angebote der Suchtselbsthilfe.

„Das Angebot von ,Selbsthilfe reloaded!‘ richtet sich an Menschen, die weniger Suchtmittel konsumieren möchten oder sich für eine abstinente Lebensweise entscheiden wollen. Auch den Angehörigen und Freunden von Menschen mit Suchterfahrung bieten die ,SoberGuides‘ eine Anlaufstelle“, sagt Jens Krug, Selbsthilfe-Beauftragter bei der „Barmer“. „SoberGuides“ selbst sind cleane suchterkrankte Menschen. Ihr Angebot ist anonym, suchtformübergreifend und kostenfrei.

Kontakt zu einem oder einer „SoberGuide“ können die Hilfesuchenden zunächst telefonisch während der Sprechzeiten oder per E-Mail aufnehmen. Im Anschluss wird die weitere Begleitung individuell abgesprochen. Möglich sind Einzel- und Gruppenberatungen, digital oder face-to-face, und suchtmittelfreie Freizeitangebote. Auf Wunsch werden Hilfesuchende auch in wohnortnahe Selbsthilfegruppen vermittelt. Welche Begleitung gewünscht wird, hängt dabei ganz von den Bedürfnissen der Hilfesuchenden ab.

Seit Längerem sendet auch das „SoberRadio“ jede Woche, immer am Sonntagnachmittag, eine neue Episode. Dafür treffen die Moderatorinnen und Moderatoren interessante Menschen und führen mit ihnen spannende und informative Gespräche rund um das Thema Sucht. Alle Episoden können kostenfrei unter www.soberradio.de sowie auf allen gängigen Podcast-Portalen angehört werden. cdf

Und im Landkreis?

Im Landkreis Fulda sind Franky und Frank als „SoberGuides“ engagiert. Sie sind erreichbar per E-Mail an franky@soberguides.de und unter Telefon 040/28407699-48 beziehungsweise unter 040/28407699-36 oder per E-Mail an frank@soberguides.de. Beide bieten immer mittwochs, ab 19.30 Uhr, eine Gesprächsgruppe im Bürgerhaus von Nüst an.

Diesen und weitere Artikel zum Thema „Gesundheit“ finden Sie dieses Wochenende in unserer Sonderbeilage „Gesunde Seiten“ in der „Fulda aktuell“.

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