"MediCampus": Zwei Partner haben sich gesucht und gefunden 

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Im Demonstrationsraum: Josephine Lindner, Markus Otto, Juliane Westphal, Peter Becker, Christoph Schwab und Dr. Shadi Amiri (von links).

100 Tage Bildungspartnerschaft "MediCampus" zwischen "DRK Fulda" und "BBZ Mitte"

Petersberg - Ende Januar gründeten der "DRK-Kreisverband Fulda" und die Altenpflegeschule der "BBZ Mitte GmbH" eine Bildungspartnerschaft unter dem Namen "MediCampus". 100 Tage sind seither vergangen und damit Grund genug für alle Beteiligten, am Mittwochvormittag eine erste Bilanz zu ziehen und Ausblick zu halten. Das Fazit sei vorweggenommen: Das Projekt ist schon jetzt eine Erfolgsgeschichte. 

Untergebracht ist der „MediCampus“ in den Räumen des „BBZ Mitte“ in der Goerdelerstraße 139. "Die gesamte obere Etage ist Schule", erläuterte Dr. Shadi Amiri, die Geschäftsführerin des "BBZ Mitte" . Die Kapazität sei auf 150 Schüler ausgelegt, derzeit würden 75 junge Leute am "MediCampus" für die Altenpflege ausgebildet. Diese kommen aus der gesamten Region Fulda, ferner aus dem Raum Bad Hersfeld und aus der Region Unterfranken. Um weiter um Nachwuchs zu werben, wird es einen Tag der Offenen Tür und Berufsorientierungsprogramme geben.  

Wie es überhaupt zu der Zusammenarbeit kam, erläuterte "DRK"-Geschäftsführer Christoph Schwab: "Wir haben uns auf halbem Wege getroffen, motiviert durch den Wunsch, für die Zukunft etwas zu tun, junge Leute für den Altenpflegeberuf zu begeistern und diesen zugleich aufzuwerten. Wir wollen sowohl Nachhaltigkeit als auch Qualität in der Pflege garantieren. Dem ,BBZ' hat ein Praxispartner gefehlt, und uns, dem ,DRK', hat der Theoriepartner gefehlt".

Denn das  „BBZ“ verfügt zwar seit Längerem über eine Altenpflegeschule, aber über keine Altenheime. Nun ergänzt man sich hervorragend mit dem „DRK“, das zwar im Kreis Fulda fünf und im Kreis Hersfeld-Rotenburg ein Seniorenheim betreibt, seine Pflege-Azubis aber bislang in vier verschiedenen Pflegeschulen untergebracht hatte. Der „MediCampus“ soll zum einen der Ausbildung, zum anderen aber auch allen regionalen Pflegeeinrichtungen als neutrale Netzwerk-Plattform und zum Informationsaustausch dienen. "DRK"-Geschäftsführer Schwab: "Weil wir uns als gläserne und offene Schule verstehen, sind alle Seniorenzentren, die ausbilden wollen, zu einer Mitarbeit eingeladen".

Die internen Strukturen des "MediCampus" haben sich Schwab zufolge gut entwickelt, der drei Säulen als Basis nannte: Es sei eine "gläserne Schule", was bedeutet, dass alle diejenigen, die sich für den Beruf interessieren, binnen 48 Stunden in den Unterricht hineinschnuppern und sich ein Bild darüber machen können. Ferner setzt man auf Kooperationen und Netzwerke, um Karrierechancen bis zum akademischen Abschluss zu ermöglichen. Partner sind bislang unter anderem die Hochschule Fulda, das Klinikum Fulda, die Antonius-Stiftung, die Deutsche Palliativ-Stiftung sowie  ambulante Dienste.

Ergänzend "DRK"-Akademieleiter Peter Becker: „Wir verzahnen hier Theorie und Praxis miteinander. Der Campus stellt eine Win-win-Situation für alle dar und leistet zugleich einen Beitrag zur Sicherung der Pflegestandards in Osthessen“. Zudem stehe mit der Einführung der generalistischen Ausbildung der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege in 2020 eine weitere große Herausforderung an, die bewältigt werden muss. Parallel dazu appellierte Schwab daran, die Generalistik als Chance zu begreifen, um den Altenpflegeberuf aufzuwerten.

Angeboten werden die einjährige Ausbildung zum Altenpflegehelfer beziehungsweise die dreijährige Ausbildung zur Altenpflege. Ferner gibt es diverse Aus- und Weiterbildungen wie beispielsweise zum Alltagsbegleiter oder zur Betreuungskraft (im Pflegeheim). Unterrichtet werden die Schüler von fünf festen Lehrkräften, die ergänzt werden durch mehrere freiberuflich tätige Dozenten.

Markus Otto, Leiter des "DRK"-Geschäftsbereiches Senioren, verwies schließlich darauf, dass im „MediCampus“ die staatlich anerkannte Weiterbildung zum Praxisanleiter absolviert werden kann: „Interessierte werden hier darauf vorbereitet, Altenpflegeschüler umfassend anzuleiten und auszubilden.“

Von großem Interesse für die Pressevertreter war schließlich ein Demonstrationsraum, der eingerichtet ist wie ein Zimmer in einem Seniorenzentrum. Dort können die Schüler unter anderem an Puppen üben, auf was es in der Pflege ankommt. Erläuterungen kamen hier von den beiden Pflegepädagoginnen Josephine Lindner und Juliane Westphal.  

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