„Die Tassen im Schrank lassen“

Redaktionsgesprch mit Regierungsprsident Lutz Kleinzu Factory-Outlet-Center, Salzwasser, Kanuten und B87 Kassel/Fulda. Der La

Redaktionsgesprch mit Regierungsprsident Lutz Kleinzu Factory-Outlet-Center, Salzwasser, Kanuten und B87

Kassel/Fulda. Der Landesentwicklungsplan sieht so etwas nicht vor im Gesprch mit AZGN-Chefredakteur Dirk Lorey und weiteren Redakteuren gab Regierungsprsident (RP) Lutz Klein gleich zu Beginn eine deutliche Stellungnahme zum geplanten ,Factory Outlet Center (FOC) in Nordhessen ab.

FOC: Ein klares Jein

Vom Grundsatz her gibt es von uns, in Abstimmung mit der Landesregierung, ein klares ,Nein'. Aber wenn die Region es wnscht, so der Chef der hessischen Mittelinstanz zwischen Ministerialebene und Kommunen, werden wir unsere Position natrlich berdenken. Ursprnglich bereits zur Abstimmung fr die Regionalversammlung am 21. Mrz vorgesehen, wird das Prsidium der Regionalversammlung nun doch noch die Beurteilung des Vorhabens durch einen Gutachter abwarten, bis es sich fr eine Empfehlung an die Regionalversammlung entscheidet.Einziger Standort, der berhaupt die Chance auf eine Genehmigung htte, sei Bad Hersfeld, erklrt der RP. Aus dem dortigen Landkreis kommt auch der Vorsitzende der Regionalversammlung, Horst Hannich (SPD).

Salzwasser in der Werra

Die Tassen im Schrank lassen solle man laut Lutz Klein bei der Beurteilung der von Kali+Salz AG geplanten, 60 Kilometer langen Pipeline zur Salzwassereinleitung in die Werra. Genehmigt wird nur der Bau einer Leitung, und zwar nach Bergrecht, so Klein. Am 1947 festgelegten Einleitungs-Grenzwert von 2.500 Milligramm Salz pro Liter geplantes Gesamteinleitungsvolumen pro Jahr: 500.000 Kubikmeter werde sich dadurch jedoch nichts ndern.

Zum Vergleich: Zu DDR-Zeiten lag die Chloridkonzentration bei 30.000 bis 35.000 Milligramm pro Liter. Es sei berdies davon auszugehen, dass der Grenzwert laut BUND der hchste in ganz Europa bei seiner nchsten Festlegung 2012 von der Tendenz her noch weiter nach unten geht. Ich kann mich brigens noch gut daran erinnern, wie wir frher noch selbst in der Werra gebadet haben, erinnert sich der Regierungsprsident an die Kindheit.

B 87 breiter Wille

Die geplante neue Bundesstrae 87, die eine Trasse von Fulda bis Meiningen schaffen soll, sei breiter Wille in der Region, wie Lutz Klein bekrftigte. Fr viele Projekte steht damit eine Menge auf dem Spiel, bewertete er das mit 186 Millionen Euro veranschlagte Bauprojekt, das mit seiner geplanten Lnge von 58 Kilometern die Ost-West-Verbindung entscheidend verbessern soll, dabei jedoch seit 16 Jahren kontrovers diskutiert auch das Biosphrenreservat Rhn durchquert. Erste Unterlagen fr das Raumordnungsverfahren sind bereits eingegangen, so Klein. Seine Befrchtung: Mgliche Klagen knnten das Projekt noch einmal gewaltig verteuern.

Kanu-Maut

Die auf Teilen von Diemel, Eder und Fulda vorgesehene ,Kanu-Maut' sorgt derweil fr Unruhe. Privatnutzer sind davon aber gar nicht betroffen, wie der RP betonte. Da geht es nur um gefhrte Kanu-Touren. Auslser des Problems der ,Wasser-berfrachtung' sei die vorausgegangene Reglementierung dieses Wassersports in Nordrhein-Westfalen gewesen. Die habe in der Konsequenz dazu gefhrt, so Klein, dass die ost-westflischen Kanuten umgestiegen sind nach Nordhessen. Nun gelte es, Auswchse zurckzufhren. Die jetzt gefundene Lsung sei zwar mit allen Betroffenen am ,Runden Tisch' erarbeitet worden, wenn sich diese jedoch nach zwei Jahren Testlauf als nicht hilfreich erweist, werden wir sie wieder einstampfen.

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