"Teen Dating Violence" ein ausgezeichnetes Projekt

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Zwei Professorinnen der Hochschule Fulda erhalten Forschungspreis der hessischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften.

Fulda. Gleich zwei Forschungsprojekte der Hochschule Fulda sind in diesem Jahr mit dem Forschungspreis der hessischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften ausgezeichnet worden: Prof. Dr. Beate Blättner, Fachbereich Pflege und Gesundheit, erhielt die Auszeichnung für ihr Projekt "Teen Dating Violence". Sie hat erforscht, wie häufig Jugendliche Gewalt in ihren ersten Liebesbeziehungen erfahren und wie diese sich auf ihr Wohlbefinden und ihre Leistungsfähigkeit auswirkt. Prof. Dr. habil. Monika Alisch, Fachbereich Sozialwesen, hat in hochschulübergreifender Zusammenarbeit mit Prof. Dr. habil. Michael May von der Hochschule RheinMain wissenschaftlich untersucht, wie sich für ältere Migrantinnen und Migranten im Quartier Netzwerke der Selbsthilfe und Selbstorganisation initiieren und stützen lassen. Beide Projekte erhalten jeweils 10.000 Euro für ihre Forschungsarbeit.

Der Forschungspreis wird seit 2008 alle zwei Jahre im Rahmen der Initiative "Forschung für die Praxis" von den hessischen Fachhochschulen zusammen mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst für herausragende Leistungen in der angewandten Forschung verliehen. Der insgesamt mit 30.000 Euro dotierte Preis ging an drei Forschungsprojekte. Neben den beiden Fuldaer Professorinnen wurde ein Projekt der Hochschule Darmstadt ausgezeichnet, das eine Cloud-Medienplattform für Kunsterlebnisse im digitalen Raum entwickelt hat. Die Preisverleihung fand am Mittwoch dieser Woche an der Hochschule Fulda statt.

"Wir zeichnen heute zwei Wissenschaftlerinnen aus, die eine intensive Forschungsarbeit betreiben", würdigte Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar die beiden Fuldaer Preisträgerinnen. "Seit vielen Jahren arbeiten an der Hochschule Fulda Forschungsgruppen an den Themenfeldern Gesundheitsschutz bei interpersoneller Gewalt und zum Thema der sozialen Ungleichheit und Teilhabe im Sozialraum." Bei der Präsentation der Projekte sei das große Engagement spürbar gewesen. Das habe die Jury überzeugt. Denn die Auswahl sei in diesem Jahr besonders schwer gefallen. Umso erfreulicher sei es, dass die Hochschule Fulda so außerordentlich positiv abschneide.

Khakzar, der als Vorsitzender der Konferenz hessischer Fachhochschulpräsidien Mitglied der sechsköpfigen Jury war, engagiert sich derzeit gemeinsam mit anderen hessischen Hochschulpräsidenten für eine angemessene und dauerhafte Grundfinanzierung der Forschung an Fachhochschulen und einen deutlichen Ausbau der Forschungsförderprogramme. "Forschung an Fachhochschulen ist nicht nur deshalb wichtig, weil sie maßgeblich die Qualität der Lehre bestimmt. Sie leistet auch einen wesentlichen Beitrag zur Lösung technischer, wirtschaftlicher und sozialer Herausforderungen unserer Zeit und sichert damit unsere Zukunft", betonte der Fuldaer Hochschulpräsident. Bislang ist die Forschung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften ausschließlich über Drittmittel finanziert.

Die Initiative

Die Initiative "Forschung für die Praxis" wurde von den fünf staatlichen  hessischen Fachhochschulen initiiert. Über die hessenweit angelegte Kampagne werben die fünf Hochschulen für angewandte Wissenschaften für ihr Forschungspotenzial und ihr breites Leistungsangebot. Finanziert wird die Initiative in erster Linie aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und aus Eigenmitteln der beteiligten Hochschulen.

Mehr zur Initiative unter www.forschung-fuer-die-praxis.de

Kurzbeschreibungen der Forschungsprojekte und Kontaktdaten der Preisträgerinnen und Preisträger

• Forschungsprojekt " TeDaVi – Ausmaß Teen Dating Violence unter Schülerinnen und Schülern in Hessen"

Kribbeln im Bauch, rosarote Brille: Die ersten Verabredungen und Liebesbeziehungen von Jugendlichen können wunderschön sein. Sie können auch mit emotionalen Grenzüberschreitungen und körperlicher oder sexueller Gewalt verbunden sein. Wie oft dies Schülerinnen und Schülern im Alter von 14 bis 18 Jahren in Hessen passiert und wie Gewalt sowie den Auswirkungen auf Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit vorgebeugt werden kann, wurde unter der Leitung von Professorin Dr. Beate Blättner, Hochschule Fulda, erstmalig in Deutschland untersucht. Über 60% aller Jugendlichen mit ersten Dates oder Intimbeziehungen berichteten von solchen Ereignissen, Mädchen stärker von sexueller Gewalt.Es blieb nicht bei der Forschung: Die Arbeitsgruppe Gesundheitsschutz bei Interpersoneller Gewalt entwickelte gemeinsam mit der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen die Homepage www.was-geht-zu-weit.de, die Jugendliche informiert.

Kontakt:Prof. Dr. Beate Blättner, Fachbereich Pflege und Gesundheit, Hochschule Fulda, E-Mail: Beate.Blaettner@pg.hs-fulda.de

• Forschungsprojekt "AMIQUS – Ältere Migrantinnen und Migranten im Quartier"

Ältere Zugewanderte gelten als die Bevölkerungsgruppe in Deutschland, die sich am wenigsten engagiert. AMIQUS hat nicht nur die von der bisherigen Engagementforschung übersehenen vielfältigen informellen Engagementformen älterer Zugewanderter ins Licht der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Öffentlichkeit gerückt. Durch eine innovative Vermittlung von Forschungsmethoden und Beteiligungsverfahren wurden in den vier Untersuchungsquartieren im Bundesgebiet zugleich vielfältige soziale und kulturelle Initiativen im Sozialraum angestoßen und untereinander vernetzt. Zudem konnten kritische Momente im Verhältnis solcher Initiativen zum sozialstaatlichen professionellen Hilfesystem wenn auch nicht immer überwunden, so zumindest detailliert analysiert werden.Insgesamt konnte gezeigt werden, dass die Lebensbedingungen und Vergesellschaftungsformen älterer Zugewanderter in entscheidendem Maße durch die Strukturen des Gemeinwesens geprägt werden, in dem sie hier in Deutschland leben.

Kontakt:Prof. Dr. habil. Monika Alisch, Fachbereich Sozialwesen, Hochschule Fulda, E-Mail: Monika.Alisch@sw.hs-fulda.deProf. Dr. habil. Michael May, Fachbereich Sozialwesen, Hochschule RheinMain, E-Mail: Michael.May@hs-rm.de

• Forschungsprojekt "Cloud-Medienplattform"

In einer interessanten Museumsführung weiß der Kunsthistoriker sein Publikum zu fesseln. Er zeigt nicht nur Gemälde, er erzählt dazu Geschichten und geht dabei auf die Besucher ein. Wie anders sind heutige Museums-Webseiten: Bilder und Texte – und mehr nicht.Im Projekt Cloud-Medienplattform, gefördert vom Land Hessen im Rahmen der LOEWE Initiative, wurde ein ganz neues Kunsterlebnis im digitalen Raum geschaffen. Besucher können durch das digitale Museum schlendern, interessante Gemälde nebeneinanderhängen, sowie Geschichten zum Gemälde, dem Künstler und seine Zeit multimedial erfahren.Um die Vielseitigkeit der Cloud-Medienplattform zu demonstrieren, wurde zusätzlich ein innovatives Bibliotheksportal für das zielgerichtete Finden von Büchern entwickelt.Projektpartner: Hochschule Darmstadt (Fachbereiche Informatik und Media), Städel Museum Frankfurt, Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt, Software AG, media Transfer AG, nterra GmbH und House of IT e.V.

Kontakt:Prof. Dr. Bernhard Humm, Institut für Angewandte Informatik Darmstadt (aIDa), Fachbereich Informatik, Hochschule Darmstadt, E-Mail: bernhard.humm@h-da.deProf. Dr. Torsten Fröhlich, Institut für Kommunikation und Medien (ikum), Fachbereich Media, Hochschule Darmstadt, E-Mail: torsten.froehlich@h-da.de

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