Telefonaktion zum Thema Pflegeheime wurde gut angenommen

Die Fulda aktuell Telefonaktion "Heißer Draht" zum Thema Pflegeheime wurde gut von den Lesern angenommen.

Fulda - Auf eine sehr große Resonanz von Leserinnen und Lesern ist der Aufruf unserer Redaktion gestoßen, bei einem „heißen Draht“ am Mittwochnachmittag Stellung zu nehmen zu unserer vor drei Wochen erschienenen Titelgeschichte „Traurige Wahrheit – Lange Liste der Leiden“. Anonym hatte dabei eine Frau geschildert, welche Erfahrungen ihr 83-jähriger Vater (und sie) mit einem Pflegeheim im Landkreis Fulda hatte machen müssen. Doch nicht nur viele Anrufe haben uns zu dem Thema erreicht, sondern auch jede Menge Zuschriften. Diese werden derzeit ausgewertet und die Kernaussagen in einer der nächsten Ausgaben zusammengefasst. Deutlich wurde, dass „Fulda aktuell“ mit der Problematik „einen wunden Punkt getroffen hat“, wie eine Anruferin sagte. Sie sei erst kurze Zeit in dem Pflegeberuf tätig, nun aber krank geschrieben, „weil ich es nicht ertragen habe, wie vielfach mit den alten Menschen umgegangen wird“.

 Oder Auszug aus einer E-Mail: „Wir haben uns sehr gefreut, dass Sie ein heißes Eisen angepackt haben. Es kann uns alle treffen“. In einem Brief heißt es: „Grundpflege ist oft sehr nachlässig – keine Rasur, schmutzige Finger und Nägel – und dies nach angeblichem Duschen“. Es gebe sehr engagierte und liebevolle Pflegekräfte, die aber oft an ihre Grenzen kämen und darüber krank würden“ „Zudem werden kompetente Pflegekräfte, die konstruktive Kritik üben, schnell entlassen. Überdies erfahren die Pflegekräfte zu wenig Wertschätzung und werden dann auch noch von uns Angehörigen kritisiert“.

Weiterer Auszug aus einer E-Mail: „ Das Gesundheitssystem muss dem Menschen dienen und nicht den Investoren Renditen auf Kosten von Personaleinsparung, Hygiene und katastrophalen Zuständen zuschanzen. Es ist eine Schande für unser reiches Land“. Ein Anrufer übte Kritik an dem in vielen Heimen angewandten Personalschlüssel, monierte zugleich auch, dass die – ebenfalls unterbesetzte – Heimaufsicht immer nur käme, wenn es Beschwerden gegeben habe. „Die sollten auch manchmal unangemeldet auftauchen“. Ein weiterer wichtiger Aspekt wurde von einer Anruferin aufgeworfen: Viele Senioren würden ihrer Menschenwürde beraubt und respektlos behandelt. So treibe ihr die Aussage einer Pflegerin, den Toilettengang ihres Vaters betreffend, noch heute – neun Jahre nach dessen Tod – die Tränen in die Augen.

Rubriklistenbild: © Pixabay

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