Teure Fragen per Premium-SMS: Gefährlicher Kurznachrichten-Dienst

Eine Abzock-Unternehmen mit Sitz in Australien produziert saftige Kosten für Premium-SMS. Eltern sollten ihre Kinder vor "Bongo" warnen.

Osthessen - Per E-Mail, SMS oder „WhatsApp“-Nachricht sind immer häufiger Betrüger unterwegs, die mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Geld scheffeln wollen. Die meisten Erwachsenen wissen inzwischen, dass Verlinkungen in E-Mails oder Messenger-Diensten nicht angeklickt werden und dass SMS von unbekannten Absendern nicht beantwortet werden sollten.

Nicht voll geschäftsfähig

Was ist aber mit Kindern und Jugendlichen, die aus Unwissenheit oft Opfer solcher Abzocker werden? Grundsätzlich ist es so, dass alle Menschen unter 18 Jahren nicht voll geschäftsfähig sind. „Schließen Minderjährige Abonnements per Handy ab und versagen die Eltern ihre Zustimmung, müssen sie nicht für die Kosten aufkommen“, heißt es auf der Infoplattform „anwalt. de“.

Denn der Anbieter der SMS-Dienste ist dazu verpflichtet, nachzuprüfen, ob die Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigten dem Abonnement zugestimmt haben.

Schock per Rechnung

Oft erfahren die Eltern erst, dass der Nachwuchs ein teures Abo abgeschlossen hat, wenn die Handyrechnung kommt oder vom Konto abgebucht wird. Laut „anwalt.de“ ist dann schnelles Handeln angesagt. Als erstes sollten Beweismittel gesichert werden. „Man sollte also etwa die Lock-SMS am besten mit Datum und Uhrzeit auf dem Handy speichern“, rät das Portal. Als nächstes steht die sofortige schriftliche Kündigung des Abos beim Anbieter an. „Dann sollte man umgehend auch bei seinem Mobilfunkanbieter Einwendungen gegen die Kosten geltend machen und den Gebühren widersprechen, die für das unbeabsichtigte Premium-Abo in Rechnung gestellt wurden. Der Widerspruch sollte eine genaue Begründung enthalten, warum man die Kosten nicht bezahlt“, schreibt „anwalt.de“. Musterbriefe gibt es zahlreich im Internet, die man als Grundlage für den eigenen Widerspruch nutzen kann. Der Widerspruch beim Anbieter der teuren Premium-SMS sollte per Einschreiben versendet werden.

Frage und Antwort

Einer dieser Abzock-Dienste, der gerade ganz aktuell für hohe Handyrechnungen sorgt, kommt vom Anbieter „askbongo.com“. Das Unternehmen mit Sitz in Australien funktioniert als Frage-Antwort-Spiel. Dabei nutzt der Anbieter das „Prinzip Neugier“, indem er zum einen Daten des Nutzers sammelt und immer wieder herausfordert, neue Fragen per SMS zu stellen. Da jede Premium-SMS satte 1,99 Euro kostet, kann ein hoher Betrag zusammenkommen. Der „Youtuber“ „Liont“ warb in einem „Snapchat“-Blog für genau diesen Service. Nur am Ende des Blogs stand im sogenannen Kleingedruckten, dass dieser Service kostet. Auch bei „Instagram“ hat „askbongo.com“ einen eigenen Account, der mit dem Slogan „Bongo weiß alles“ neugierig macht.

Datensammlung im Netz

Eine weitere Gefahr: „askbongo“ ist eine Datenkrake, die Suchmaschinen-Anfragen des Users auswertet, um später die „passenden“ Antworten zu geben. Dazu greift die Firma auf sämtliche bei sozialen Portalen und allen im Internet auffindbaren Daten zu. Sogar „Google“-Suchen mit dem Smartphone werden ausgewertet. Der Trick des Unternehmens ist es, die Benutzer immer wieder mit „Erinnerungs-SMS“ zu kontaktieren, um deren Neugier auf neue, „verblüffende“ Antworten zu erhalten.

Eltern, die durch ihre Kinder entweder bereits Opfer von Abzockern wurden oder es gar nicht erst soweit kommen lassen möchten, sollten bei ihrem Mobilfunkanbieter die sogenannte Drittanbieter-Sperre oder eine Sperre für Premium-SMS einrichten lassen. Damit könnte eine Gefahrenquelle von vornherein ausgeschaltet werden.

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