Theaterstück und Diskussion: Wer war Judas?

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Bischöfin Dr. Beate Hofmann und Bischof Dr. Michael Gerber.
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Bischöfin Dr. Beate Hofmann und Bischof Dr. Michael Gerber.
Mehr als 600 Menschen kamen am Dienstagabend in das "Schlosstheater Fulda"
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„Standig ovations“ im „Schlosstheater Fulda“ für Schauspieler Samuel Koch.

Fulda - Judas ist bekannt als der Mann, der Jesus verraten hat. Bis heute dürfen Menschen in Deutschland ihrem Kind nicht den Namen Judas geben, denn ein Vorname darf das Kind nicht beleidigen oder lächerlich machen. Auch biblische Namen mit negativer Assoziation sind nach deutschem Recht nicht erlaubt.

Schauspieler Samuel Koch schlüpfte am Dienstagabend im „Schlosstheater Fulda“ in die Rolle des Außenseiters Judas. Der 70-minütige Monolog erzählten die Geschichte hinter dem Verräter Judas. Er berichtete von seinen Erfahrungen mit Jesus und seinem unerschütterlichen Glauben. Er begann den Monolog mit den Worten: „Ich war stolz auf meinen Namen, seit Generationen nannte man seinen Erstgeborenen so und ich sprach meinen Namen gerne laut aus“. Der 32-Jährige schilderte das Umherziehen nach Jerusalem, den Tod von Jesus und dessen letzte Stunden. Koch ließ die Menschen im vollbesetzten Saal an seiner Wut und Trauer über den Verlust Jesu und seiner Einsamkeit im Tod teilhaben.

Wer war Judas? Und warum hatte er Jesus damals verraten? Mit diesen Fragen kamen die Gäste am Dienstagabend in das Schlosstheater und gingen anschließend mit Antworten.

Koch begeisterte mit seiner schauspielerischen Leistung und beeindruckender Mimik. Das Publikum wurde immer wieder durch Fragen oder rhetorischen Aussagen in das Stück mit einbezogen: „Wer nichts tut, kann nichts falsch machen – aber auch nichts richtig. Denkt mal darüber nach.“ Am Ende gab es „standig ovations“ für den 32-Jährigen.

Nach einer 20-minütigen Pause kamen Hauptdarsteller Koch, Autorin des Stücks Lot Vekemans, die evangelische Bischöfin von Kurhessen-Waldeck Dr. Beate Hofmann und der katholische Bischof Dr. Michael Gerber auf der Bühne zu einem Nachgespräch zusammen. Koch erzählte über seine Zusammenarbeit mit Regisseur Philipp Rosendahl. Er berichtete außerdem über seine intensive Auseinandersetzung mit dem Text und der Person Judas. Vekemans ermöglichte den Zuschauern einen Einblick ihrer Interpretation des Stücks: Judas wurde zum besten und ergebensten Schüler Jesu. Er war der erste Mensch auf der Welt, der aus ganzem Herzen an die Göttlichkeit Jesu glaubte. Er war überzeugt, dass Jesus der Erlöser der Menschen war. Doch außerdem glaubte er auch, dass etwas aus dem „Ruder“ lief und er Jesus „wachrütteln“ müsse damit er weiter mit ihm durch die Wüste ziehen konnte. Er sei selbst erschrocken gewesen, dass die Römer ihn tatsächlich umbringen wollten. Aus diesem Leid entschied sich Judas selbst zu sterben.

Die Beteiligten der Gesprächsrunde diskutierten über die Geschichte Jesu in Bezug auf Judas, die Gründe Jesus auszuliefern und vor allem über das Thema Vergebung. „Für mich beginnt Vergebung in mir selbst, man muss sich selbst vergeben“, so Vekemans.

Auch Judas hatte sich am Ende des Stücks vergeben und verließ die Bühne mit den Worten: „Ich bin Judas“.

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