Thomas-Cook-Insolvenz: "Wir sind die Berater vor Ort"

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Die Insolvenz des Reiseveranstalters "Thomas Cook" betrifft auch Urlauber aus Osthessen.

Neuhofer „Reisewelt“-Geschäftsführerin Gabriele Vor im Gespräch zur „Thomas Cook“-Insolvenz

Osthessen - Von der Insolvenz des Reiseveranstalters „Thomas Cook“ sind zahlreiche Reisebüros betroffen. Dazu gehört auch die „Reisewelt“ in Neuhof, deren Kunden derzeit mit „Thomas Cook“ unterwegs sind oder in naher Zukunft Reisen mit diesem Veranstalter gebucht haben. „Wir hatten bereits Kontakt zu allen betroffenen Kunden. Es geht allen gut“, sagt „Reisewelt“-Geschäftsführerin Gabriele Vor auf Anfrage von „Fulda aktuell“. „Wir beraten alle Kunden auch vor Ort über ihre Möglichkeiten.“ Die Gäste hätten „leider nicht viele Optionen“. Der „Reisewelt“ sei versichert worden, dass alle Gäste, die zur Zeit im Urlaub weilen, zurückgeflogen würden.

Doch was ist mit denjenigen Reisebüro-Kunden, die ihre „Thomas Cook“-Reise noch gar nicht angetreten haben? „Nach dem Bekanntwerden der Insolvenz haben wir natürlich sofort alle Gäste kontaktiert und ihnen das Prozedere zur Schadensregulierung mitgeteilt. ,Condor‘ hält nach jetzigem Stand seinen Flugplan aufrecht, hier hat es keine Stornierungen gegeben“, so Vor. Aus rechtlichen Gründen würden Kunden, die über „Thomas Cook“ gebucht haben, allerdings nicht in die Zielgebiete geflogen. Wegen möglichen Stornierungen von „Thomas Cook“-Reisen muss auch die „Reisewelt“ auf die weiteren Vorgänge im Insolvenzverfahren warten.

„Gerade diese Situation zeigt mal wieder, wie wichtig ein stationäres Reisebüro ist. Natürlich dürfen wir den Entscheidungen von ,Thomas Cook‘ als Vertragspartner der Gäste oder den Versicherungen nicht vorgreifen, doch wir können unseren Gästen zur Seite stehen und die uns vorliegenden Informationen weitergeben“, sagt die Geschäftsführerin. Da ein direkter Kontakt zu „Thomas Cook“ für die Gäste zur Zeit nicht möglich sei, ist die „Reisewelt“ derzeit Ansprechpartner, um die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen zu erläutern. „Wir lassen unsere Gäste nicht alleine und sind jederzeit für sie erreichbar. Es ist schön, die Dankbarkeit der Gäste zu spüren, wenn wir uns Zeit nehmen und ihnen die Situation erklären“, sagt Vor.

„Für uns ist im Augenblick das Wichtigste, Kontakt zu unseren Gästen, egal ob unterwegs oder noch zu Hause, zu halten und sie mit allen aktuellen Informationen zu versorgen. Viele Gäste melden sich bei uns und fragen nach Hilfe, obwohl sie online gebucht haben. In dieser Situation helfen wir natürlich mit unserem Fachwissen jedem weiter. Immerhin handelt es sich um den wohlverdienten Urlaub, auf den sich viele sehr lange gefreut haben“, sagt die „Reisewelt“-Geschäftsführerin.

ZWISCHENRUF von CHRISTOPEHR GÖBEL: Erholung? Sicher nicht!

Ich möchte, ehrlich gesagt, nicht in der Haut eines Menschen stecken, der entweder gerade mit „Thomas Cook“ unterwegs ist oder der vielleicht für die Herbstferien eine Reise mit dem inzwischen insolventen Reiseveranstalter oder einer seiner Tochterfirmen gebucht hat. Schlimmer noch wäre für mich das Gefühl, wenn ich im Urlaub wäre und nicht wüsste, ob mich ein Flugzeug tatsächlich wieder in die Heimat zurückbringt. Das Urlaubsfeeling wäre mit Sicherheit dahin.

 Wenn man sieht, liest und hört, dass Hotels in Urlaubsregionen ihre Gäste auffordern, den Hotelpreis noch einmal vor Ort zu begleichen, sie aus ihren Zimmern ausgesperrt oder sie direkt auf die Straße gesetzt werden, dann frage ich mich ernsthaft, wie solche Hoteliers ticken mögen. Es ist doch sicher, dass die Urlauber am wenigsten dafür können, dass der Reiseveranstalter so tief in den roten Zahlen ist, dass nichts mehr geht. Das ist Missmanagement in den oberen Etagen von „Thomas Cook“. Vor allem sind es Menschen, die sich auf die schönste Zeit des Jahres gefreut haben, und nun darunter leiden müssen.

Wenn ich mir überlege, was ein Urlaub mit Familie kostet und worauf ich dann eine Weile verzichten muss, damit ich ihn mir leisten kann, dann empfinde ich tiefstes Mitleid mit allen, die aktuell betroffen sind. Urlaub ist etwas Schönes, eine Auszeit vom Alltag, Erholung und Erlebnis. Dass es nun für Hunderttausende zum Albtraum geworden ist, ist sehr traurig.

Ich kann nur hoffen, dass alle Touristen wieder nach Hause geflogen werden und aus dem Versicherungsfonds, der zumindest für „Condor“ bereitgestellt worden ist, wenigstens einen Teil ihrer Reisekosten zurückbekommen.

Man kann wirklich den Reisebüros vor Ort dankbar sein, denn da hat man wenigstens einen direkten Ansprechpartner, der einem weiterhelfen kann, wenn es Probleme gibt.

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