Trauer und Bestürzung prägen die Reaktionen auf Tod von Dr. Norbert Herr

Früherer Fuldaer CDU-Landtagsabgeordneter, Kreispolitiker und vielfach Engagierter gestorben

Fulda - Tiefe Trauer in der Region Fulda und weit darüber hinaus: Der CDU-Politiker und langjährige Landtagsabgeordnete Dr. Norbert Herr ist im Alter von 76 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben.

Inzwischen haben die Redaktion vielfältige Reaktionen erreicht, die wir in Auszügen zitieren.

Landrat Bernd Woide und Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt sind tief betroffen über den Tod von Dr. Herr: „Mit ihm verliert der Landkreis Fulda einen begeisterten Streiter für die Interessen und das Wohl der Menschen in unserer Region. Jahrzehntelang hat er sich mit großem Einsatz, unermüdlichem Fleiß und beeindruckender Kompetenz dafür verwendet, dass sich seine Heimat entwickelt und eine gute Zukunft hat.“

„Mit Norbert Herr verbindet mich eine lange und sehr wertvolle und gedeihliche Zusammenarbeit“, sagt Landrat Woide. "Eine große Rolle spielte für ihn als Lehrer die Schulpolitik, für die er sich voller Elan einsetzte. Seine Kraft und Leidenschaft galt vor allem auch der Regionalentwicklung, die er als Mitglied der Regionalversammlung und im Kreistag immer im Blick hatte.

Besonders angetan hatte es ihm auch die Musik. Er war mit vollem Einsatz Vorsitzender des Stadt- und Kreismusikverbandes, den er gegründet hatte, und er prägte auf diese Weise Generationen von Musikerinnen und Musikern des Landkreises, die von seinem ehrenamtlichen Tun profitiert haben. Die Region wird ihn vermissen und ist ihm zu großem Dank verpflichtet. Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen.“

Kreistagsvorsitzender Helmut Herchenhan teilt mit: "Der Landkreis Fulda und die gesamte Region verlieren mit Dr. Norbert Herr einen herausragenden und über alle parteipolitische Grenzen hinweg geachteten und respektierten Kommunal- und Landespolitiker. Mit seinen Grundwerten als überzeugter Demokrat hat sich Norbert Herr über Jahrzehnte der Kreispolitik gewidmet und in seiner langjährigen Zugehörigkeit zum Hessischen Landtag die Interessen der Region in Wiesbaden sehr erfolgreich vertreten. Norbert Herr war ein streitbarer Verfechter seiner Überzeugung, gleichzeitig aber auch ein geschätzter Brückenbauer.

Ich persönlich darf ihm dankbar dafür sein, dass er mir und vielen anderen der jüngeren Generation immer ein wohlwollender und guter Ratgeber war. Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei seiner Ehefrau und den Kindern. Ich wünsche ihnen die Kraft, mit diesem schweren Verlust leben zu können", so Herchenhan.

Mit großer Bestürzung hat der Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld auf die Nachricht reagiert: „Fulda verliert einen Vollblutpolitiker, der über viele Jahrzehnte hinweg die Geschicke seiner Heimatstadt Fulda und der gesamten Region mitgeprägt und zahllose positive Entwicklungen angestoßen hat.“

Die Verantwortung für die Regionalplanung sei wie geschaffen für ihn gewesen, da sich Dr. Herr schon während seines Studiums und im Rahmen seiner Dissertation intensiv mit Fragen der Raumordnung und den zentralen Orten in Hessen beschäftigt habe. „Ein Thema, das bis heute Brisanz und Aktualität besitzt“, sagt Wingenfeld. Aufgrund seines fundierten Wissens über geografische und geschichtliche Zusammenhänge hätten Dr. Herrs Argumente in den Debatten stets besonderes Gewicht gehabt. Durch seinen Gemeinschaftssinn und seine dem Menschen zugewandte Art habe er viele für die Politik und das Gemeinwesen begeistern können.

Neben seinem politischen Wirken sei Dr. Herr ist herausragender Weise auch ein Beispiel für ehrenamtliches Engagement – ob in der Kommunalpolitik, in der Musik, in europaweiten kommunalen Städte- und Gemeindepartnerschaften oder in der katholischen Studentenverbindung. Völlig zu Recht sei ihm deshalb das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen worden.

Der osthessische Bundestagsabgeordnete Michael Brand schreibt: "„Die Nachricht vom unerwarteten Tod von Norbert Herr trifft uns als Christdemokraten sehr. Unsere Gedanken und Gebete sind mit seiner Familie und seinen Freunden. Norbert Herr war ein Urgestein der CDU im Landkreis Fulda und darüber hinaus, und er hat sich in vielen Jahren sowohl in unserer Region als auch im Landtag für die Menschen sehr eingesetzt. Sein konservatives Profil, seine musikalische Passion und Begabung sowie seine bis zuletzt aktive Tätigkeit als Vorsitzender unserer Fraktion im Fuldaer Kreistag haben in zahllosen Begegnungen und in politischen Entscheidungen Spuren hinterlassen, durch die das Andenken an ihn weitergeben wird. Eine so lange und so prominente politische Laufbahn eines wertkonservativen Vertreters der CDU war und bleibt Ausweis dafür, dass wir es als liberale und konservative Volkspartei mit den Grundwerten ernst meinen. Auch dies bleibt ein Vermächtnis von Norbert Herr.“

Jürgen  Diener, Kreisvorsitzender  der MIT Fulda: "Die MIT trauert um ihren langjährigen MIT-Streiter Dr. Norbert Herr. Die Nachricht von seinem Tod hat uns völlig überrascht und eine tiefe Trauer ausgelöst. Wir sind in Gedanken und Gebeten bei seiner Ehefrau und seiner Familie und sprechen ihnen unser zutiefst empfundenes Mitgefühl aus. Norbert Herr hat die Politik in Hessen und der Region Fulda über einen langen Zeitraum entscheidend mitgeprägt. Er war nicht nur viele Jahre unser Landtagsabgeordneter, sondern auch Kreistagsabgeordneter und bis zuletzt Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag. Norbert Herr war als Mitglied im MIT- Kreisverband Fulda stets ein gefragter Berater und Mitentscheider in allen wichtigen Angelegenheiten. Dabei hat er nie einen Konflikt gescheut, wenn es darum ging, sich für eine Sache einzusetzen, von der er überzeugt war. Seinen Mut, seine Geradlinigkeit und die politische Unabhängigkeit bewahrte er sich stets".

Die SPD-Unterbezirksvorsitzende Birgit Kömpel erklärt „Ich habe Dr. Herr als einen sehr engagierten Politiker kennengelernt, der sich mit großem Engagement für seinen Wahlkreis beziehungsweise für die Belange des Landkreises Fulda eingesetzt hat. Er war ein Vollblutpolitiker, der immer mit geradem Rücken seine Anliegen vortrug. Dabei wich er bei manchen Themen durchaus von der Linie seiner Partei ab. Er wird uns als Politiker, Kollege und als Mensch fehlen.“

Betroffen, aber auch dankbar äußert sich die Internationale Offiziers- und Soldatengesellschaft (IOS) e.V. durch ihren Präsidenten Hauptmann d.R. Günter Wolf:  Der Verstorbene habe sich stets als respektvoller Freund der Bundeswehr und der Soldaten gezeigt, wofür er sehr geschätzt wurde, heißt es in einer Pressemitteilung. "Soldaten, ob nun aktiv, der Reserve oder außer Diensten, sowie ihren Organisationen begegnete er stets mit Respekt und Anerkennung. Auch dafür wurde er sehr geschätzt", schreibt Wolf.

Die Kreistagsfraktion DIE LINKE.Offene Liste ist betroffen von dem plötzlichen und allzu frühen Tod von ihrem langjährigen Kreistagskollegen Dr. Norbert Herr. „Mit Dr. Herr haben wir einen aufrichtigen, offenen und über die Fraktionsgrenzen hinweg beliebten und sympathischen Kommunalpolitker verloren“, so Michael Wahl, Pia Hainer und Winfried Möller unisono. „Ich kenne Dr. Herr seit meinem Einzug im Jahr 1983 in den Fuldaer Kreistag“, fährt Pressesprecher Möller fort und betont, „dass bis zum heutigen Tag immer ein ausgesprochen freundliches, ja kameradschaftliches Verhältnis mit dem CDU-Frontmann bestand“. „Trotz mancher politischen Auseinandersetzung in der Sache, insbesondere in meiner Zeit als SPD-Fraktionsvorsitzender, hat es nach den Sitzungen stets zu einem gemeinsamen Glas Wein oder Bier gereicht".

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